Russland wegen Mordes in Deutschland wegen angeblicher Moskauer Anordnung zu lebenslanger Haft verurteilt

(ats) Ein Berliner Gericht, das seit Oktober 2020 vor Gericht steht, hat den Mann namens Vadim Krasikov für schuldig befunden, am 23. August 2019 in einem Park in Berlin einen georgischen Bürger der tschetschenischen Minderheit erschossen zu haben seiner Rechte. die Möglichkeit, nach 15 Jahren Bewährung zu beantragen.

Georgia Tornike Kavtarashvili, 40, wurde am helllichten Tag im Herzen der deutschen Hauptstadt dreimal erschossen, ein Fall, der die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Deutschland und Russland vergiftet hat.

Moskau hat jede Beteiligung stets bestritten, deutsche Gerichte wiesen jedoch eindeutig auf die russischen Behörden hin. „Der Angeklagte ist Kommandant einer Spezialeinheit des russischen Geheimdienstes FSB“, sagte Staatsanwalt Lars Malkies in seiner Anklageschrift vom 7. Dezember.

„Er hat politische Gegner als Vergeltung liquidiert“, fügte er mit Verweis auf einen „lang vorbereiteten Angriff“ hinzu und wurde „kaltblütig“ hingerichtet.

Der ehemalige tschetschenische Anführer georgische Separatisten kämpfte zwischen 2000 und 2004 gegen russische Truppen. Er lebt seit 2016 mit seiner Familie in Deutschland, wo er Asyl beantragt hat.

Die Fakten ereigneten sich während des Mittagessens: Der Mörder näherte sich seinem Opfer von hinten und schoss zweimal mit einem Schalldämpfer auf ihn, bevor er ihn laut Staatsanwaltschaft aus nächster Nähe mit einer Kugel in den Kopf erledigte. Er wurde kurz nach dem Vorfall in der Nähe des Packplatzes, einer Erweiterung des großen Tiergartens, festgenommen.

Während seines gesamten Prozesses bestritt der Angeklagte die ihm von der Staatsanwaltschaft zugeschriebenen Identitäten und sagte, er kenne „niemanden“ mit dem Namen Krasikov. Mit der Stimme seines Anwalts Robert Unger behauptet er, Vadim Sokolov, 50, genannt zu werden, „Russe, Single und Bauingenieur“.

Während des Prozesses tauchten mehrere Anhaltspunkte auf, die die Überzeugung der Staatsanwaltschaft über die Identität des Angeklagten bestärkten, wie zum Beispiel ein persönliches Foto von Krasikov mit zwei identischen Tätowierungen wie der Verdächtige.

Während der Kreml immer vehement bestritten hat, hinter diesen Morden zu stehen, bezeichnete Präsident Wladimir Putin die Opfer als „extrem grausame und blutrünstige Krieger“. Er gab zu, um seine Auslieferung gebeten zu haben, was Berlin ablehnte.

Ende 2019 wies Deutschland zwei russische Diplomaten aus, um gegen ihre mangelnde Kooperation zu protestieren, worauf Moskau mit der Entlassung zweier deutscher Diplomaten reagierte.

Dieser Mord an der Vergiftung des Kreml-Gegners Alexei Nawalny, der im Sommer 2020 in der deutschen Hauptstadt vor seiner Inhaftierung in Russland behandelt wurde, ebenso wie der ehemalige russische Spion Sergei Skripal 2018 in Großbritannien, erregte ernsthaften Verdacht in Bezug auf die Rolle. Russische Sicherheitsdienste bei gewalttätigen Operationen.

Aber Moskaus Beteiligung ist in diesen Fällen bisher nie bewiesen und der Kreml hat immer systematisch jede Verantwortung bestritten.

Die Fälle haben zu einer Reihe diplomatischer Spannungen zwischen Berlin und Moskau seit dem Cyberangriff des Bundestags im Jahr 2015 im Zusammenhang mit Russland beigetragen.

Zwei Wochen vor der Bundestagswahl am 26. September hat die Justiz zudem ein Ermittlungsverfahren wegen Cyberspionage von Abgeordneten eingeleitet, bei dem Berlin die Hände des Kremls verdächtigt.

Hinzu kommen viele geopolitische Differenzen, etwa die Lage in Syrien, die Annexion der Krim oder der bewaffnete Konflikt in der Ostukraine.

Pragmatisch achtet Altkanzlerin Angela Merkel jedoch darauf, den Dialog mit Moskau, einem wichtigen Wirtschaftspartner, nicht abzubrechen.

Die erste Aussage seines Nachfolgers Olaf Scholz wird damit besonders hinterfragt. Seit seiner Ankunft bei der Kanzlerin in der vergangenen Woche warnt der SPD-Chef, dass Moskau bei einer Eskalation in der Ukraine „Konsequenzen“ drohen müsse.

Die grüne Außenministerin Annalena Baerbock stellte die Bedrohung klar und sagte, die umstrittene neue deutsch-russische Gaspipeline Nord Stream 2 werde nicht mehr betrieben werden dürfen, wenn sich die Spannungen mit Kiew verschärfen.

Adelmar Fabian

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