Morawiecki in Deutschland: 5.000 Helme für diese Ukraine sind vielleicht ein Witz

Morawiecki ist am Samstag nach Berlin gereist, um mit Litauens Präsidentin Gitanas Nausėda zu sprechen. „Wir befinden uns in einem dramatischen Moment der Geschichte und wir sind dem Gericht der Geschichte gegenüber verantwortlich für unsere Entscheidungen und die Entscheidungen aller, die Einfluss auf die Geschehnisse in der Ukraine haben können“, sagte der polnische Regierungschef während des Briefings.

– Russland will der Ukraine nicht nur die Souveränität entziehen, sondern tötet auch Kinder, Frauen und Männer. Russland will die nach dem Zweiten Weltkrieg errichtete Friedensordnung verletzen. Er will die Welt, wie wir sie kennen, zerstören – erklärt Morawiecki. – Wir dürfen keine Zeit verlieren, denn die Ukraine verteidigt sich die ganze Zeit sehr stark, aber Russland hat eine viel stärkere Armee – appellierte er.

– Heute ist keine Zeit für konkreten Egoismus, den wir auch hier in Deutschland sehen. Deshalb bin ich zu Olaf Scholz gekommen, um das Gewissen Deutschlands zu erschüttern, damit sie über harte und vernichtende Sanktionen entscheiden, die Putins Entscheidung beeinflussen werden, erklärte der Ministerpräsident. – „Putin, hör auf, die Ukraine anzugreifen, hör auf, Menschen zu töten“ – das ist definitiv eine Botschaft, die von Berlin nach Moskau fließen wird – fügte er hinzu.

Der Regierungschef betonte, das Problem liege nicht nur bei der Pipeline Nord Stream 2. Wir müssten auch Nord Stream 1 schließen, das Eigentum der russischen Oligarchen einfrieren und beschlagnahmen und das Geld für den Wiederaufbau einer unabhängigen Ukraine verwenden, sagte er. – Wir müssen SWIFT für Russland schließen. Jetzt sollten alle Sanktionen auf dem Tisch liegen und darüber würde ich gerne mit Olaf Scholz in Berlin sprechen. Es sei keine Zeit zu verlieren, sagte er.

Der polnische Ministerpräsident verwies auch auf die bisherige deutsche Hilfe für die Ukraine. – Diese 5.000 Helme sind wahrscheinlich ein Witz. Dies sollte eine echte Hilfe mit Waffen sein, Hilfe für die ukrainische Armee, die auch für unsere Freiheit kämpft, damit wir nicht die nächsten sind – sagte er. – Putin wird wie eine Kriegsmaschine agieren, wenn wir ihn nicht hier und jetzt mit harten Sanktionen aufhalten (…) Hilfe ist nötig, auch humanitäre, aber sie ist nicht die wichtigste. Wichtig ist, in Form von enormem Druck zu helfen. Stoppen Sie Ihre russischen Truppen und ziehen Sie sich wieder für den Frieden zurück. Das sei heute das Wichtigste, betonte er.

– Ich appelliere an Deutschland – heute stehen wir vor dem Gericht der Geschichte. Ein unabhängiger, demokratischer und souveräner Staat wird von Russland angegriffen. Deutschland kann nicht in konkreten Egoismus versinken, denn wir sehen eine weitere Bedrohung durch Völkermord am Horizont. Dort sterben unschuldige Menschen. Diese Fotos sieht man jeden Tag. Was ist mit deinem Gewissen? – Er hat gefragt. – Helfen wir ihnen – das Sanktionspaket muss erstaunlich sein – rief Morawiecki an.

Eckehard Beitel

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