Langsame und schwache Reaktion. In Deutschland ermitteln sie gegen den Bezirksvorsteher, bei dem Überschwemmungen 141 Menschen getötet haben

Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat am Freitag ein Ermittlungsverfahren gegen den Kreistag Ahrweiler eingeleitet, bei dem bei den Fluten Mitte Juli mindestens 141 Menschen ums Leben kamen. Ziel des Prozesses sei es, zu prüfen, ob Politiker nicht durch mögliche Fahrlässigkeit zum Tod von Anwohnern beitragen, berichtet die DPA-Agentur.

Die Stadt Rheinland-Pfalz hat angekündigt, gegen Jürgen Pföhler wegen des Verdachts auf Mord und Fahrlässigkeit zu ermitteln, der in der Nacht zum 14. Juli begangen worden sein könnte, als eine Flutwelle den Landkreis traf. Die Kläger sagen, dass die Bezirksleiter dafür verantwortlich sein könnten, „Interventionen anzuordnen und die alleinige Entscheidungsbefugnis zu haben“.

Auch gegen andere Krisenstabsmitglieder des Kreises werde ermittelt, die nach den bisherigen Erkenntnissen die Interventionsorganisation „zumindest vorübergehend übernommen“ hätten, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Ermittler hätten die Evakuierung nicht oder zu spät und nicht aggressiv genug angeordnet, obwohl die Hochwassersituation dies zu einem kritischen Zeitpunkt erforderlich gemacht habe.

Starke Regenfälle trafen am 14. und 15. Juli die Bundesländer Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Allein im Ahrtal waren 42.000 Menschen von den Fluten betroffen, 17 werden noch vermisst. Insgesamt Überschwemmungen im Westen Aus Deutschland sie forderten etwa 180 Menschenleben, fast vierzig weitere starben im benachbarten Belgien.

Adelmar Fabian

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