Kai Havertz bei der EM 2020: Große Chance, mit Deutschland zu glänzen

Kai Havertz ist zu dieser Zeit ein Mann. Unweigerlich, wenn Sie das Champions-League-Finale entscheiden, indem Sie Ihren Favoriten, Pep Guardiolas Manchester City, schlagen. Vor allem mit seinem ersten Karrieretor in Europas Top-Wettbewerb. Sein Wachstum in den letzten Monaten bei Chelsea ist vielleicht eines der besten Zeugnisse von Thomas Tuchels Arbeit außerhalb der Ergebnisse. Oder besser gesagt das Ergebnis. Erworben in Porto am 29. Mai. Während der ehemalige Trainer von Dortmund und Mainz derzeit seinen wohlverdienten Urlaub genießt, steht die Generation 1999 schon bald vor einer weiteren Herausforderung: Euro 2020. Das mag paradox erscheinen, ist aber ein Wettbewerb, den Aachens Talent als absoluter Protagonist nicht erleben kann.

In der Renaissance des bei Bayer Leverkusen aufgewachsenen Spielmachers könnte das Länderkapitel ein wenig weh tun. Seit der WM 2018, als Deutschland den vom Verband geförderten Generationswechsel umsetzte, regelmäßig in Sitzungen eingebunden Joachim Löw. Auf dem Spielfeld galt er jedoch immer als Nebendarsteller. Eine recht bescheidene Anzahl von Einsätzen (14) und nur 4 Tore, mit 38 Toren und 15 Assists zwischen den Sommern 2018 und 2020 deutlich unterdurchschnittlich und vor allem deutlich unter den Leistungen auf Vereinsebene.

Die mangelnde Zentralität von Havertz in der Mannschaft hat vor allem angesichts seiner überdurchschnittlichen technischen Entwicklung, auch in Bezug auf das Alter, oft zu Diskussionen geführt. Seit Beginn des neuen Zyklus hat Löw immer den geschwindigkeitsbasierten Dreizack favorisiert, mit Timo Werner und Leroy Vernünftig um Serge zu begleiten Gnabry, ‚Schützling‘ von CT – was besagt „Er spielt immer mit mir“ – sowie die Nummer neun und Torschützenkönig der gesamten Nationalmannschaft. Alternativ ist auch Leon Goretzka im vorderen Dreier zu sehen, ein anderes Mal auch Gündogan.

Kai Havertz Deutschland 2020

Trotz Ausschluss von Thomas Müller März 2019 könnte ihm mehr Spielraum eröffnen, Havertz bleibt in der Rotation etwas an der Seitenlinie. Auch für das Pechproblem auf körperlicher Ebene. Viele kleinere Beschwerden schließen sie oft aus der Verfügbarkeit von CT aus. Im Allgemeinen fand er jedoch in Freundschaftsspielen mehr Platz als bei offiziellen Spielen, bei denen er selten antrat. Bis 2020 hatte Löw ihn immer als Alternative gesehen, obwohl er nie ein Spieler war, der mit einem Wechsel von der Bank viel bewirken konnte. Am Ende war es kein Geschwindigkeitswechselspieler, sondern eine reine Technik. Das wäre für den Weltmeister von 2014 Deutschland besser geeignet als eine „Restauration“.

Erst in jüngster Zeit hat man den Eindruck, sich ändern und eine andere Wendung nehmen zu können. In den drei WM-Qualifikationsspielen im vergangenen März Löw zieht Kai Werner im Dreizack mit Gnabry und Sané vor. Starter gegen Island (mit einem Tor), gegen Rumänien (mit Assist) und gegen Nordmazedonien, letzteres mit enttäuschenden Leistungen und dem Ausscheiden nach weniger als einer Stunde Spielzeit. Nach den Niederlagen in den letzten drei Spielen scheint die Hypothese, das Trio auch bei der Euro 2020 erneut einzusetzen, aufzugehen.

Was Havertz‘ Pläne etwas durchkreuzt hat, war seine Rückkehr Thomas Müller, nach zwei Jahren Abwesenheit erinnern. Was die Eigenschaften angeht, könnte die Klasse von 1999 diejenigen sein, die ihm im offensiven Dreizack Platz machen. Sie zusammenzustellen, könnte Löws Mission sein, auch wenn es sehr kompliziert zu werden droht, zumal er bereits im Mittelfeld riskiert, zwischen Goretzka (derzeit verletzt) ​​und Gündogan bleiben zu müssen. Gegen Lettland hat Havertz im letzten Testspiel vor der WM mit Müller und Gnabry einen Dreizack aufgestellt. Durch die kleinkalibrigen Gegner konnten wir viele Bälle im gegnerischen Bereich spielen und die ganze Mannschaft hat davon profitiert. Seine Lösung muss jedoch noch einmal in einem offiziellen Spiel getestet werden und sein Debüt gegen Frankreich könnte ein guter Lackmustest sein.

Kai Havertz Deutschland Lettland 21.06

Jemand in Deutschland möchte eine offensivere und spektakulärere Nationalmannschaft sehen, mit den besten Spielern auf dem Platz. Darunter auch Dietmar Haman, ehemaliger Mittelfeldspieler von Liverpool und Bayern sowie Mannschaft. Der heutige Sky-Sport-Kommentator in seiner idealen deutschen XI hat Havertz als offensive Referenz, mit Gnabry, Müller und Sané im Rücken, Goretzka mit Kroos in der Mitte und Kimmich als Außenverteidiger. Ein Szenario, das vorerst ziemlich weit von der Realität entfernt scheint, aber viele hoffen, es zu sehen. Laut Lothar Matthäus braucht es aber mehr Balance und Schnelligkeit.

Denn obwohl José Mourinho Deutschland nicht als Favoriten sieht, liegt es auch an der fehlenden Balance in einer Mannschaft, die noch keine wirkliche Identität hat. Ein bisschen wie Kai Havertz, als er im Sommer 2020 gerade in London ankam, mit einem Koffer voller Hoffnung und Hoffnung – und einem weiteren voller Geld, um in die andere Richtung zu gehen.

Mit Ankunft Tuchel, Wenn es darauf ankam, konnte Havertz den Sprung schaffen und ein Spitzenspieler, ein Starter, ein zuverlässiger Typ sein. Es ist auch entscheidend. Und gewinnen. Alle Eigenschaften, die in der Nationalmannschaft vorhanden sind, sind noch nicht ganz seine. Angesichts der internationalen Dimension, die sie in den letzten Monaten gewonnen hat, gibt es vielleicht keine bessere Chance als die Euro 2020, dieses Paradox zu überwinden. Denn wenn man nicht darauf angewiesen ist, dass jemand das Champions-League-Finale mit seinem eigenen Tor gewinnt…

Adelmar Fabian

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