Gerd Müller stirbt, Tor „Torpedo“

Berlin – Deutschland weint seit gestern um Torpedo Gerd Müller, Bayern München und Nationaltorschütze der 70er Jahre, ein Torjäger von unschlagbarer Effektivität, der im Alter von 75 Jahren starb. Vereinspräsident Herbert Hainer sprach gestern bei der offiziellen Bekanntgabe seines Todes von einem „tragischen schwarzen Tag“ für die Bayern und ihre Fans. „Er ist eine der großen Legenden unserer Bayern. Nichts übertrifft seine Leistung und er wird für immer eine Seite in der Geschichte des Vereins und des deutschen Fußballs bleiben“, sagte Oliver Kahn, ehemaliger Nationalspieler und heutiger Präsident des Bayerischen Klubrats.

Auf dem Podest der Bayern mangelt es nicht an großen Namen, die Seiten ihrer eigenen Geschichte geschrieben haben. Der ehemalige Torhüter Kahn ist nur ein Kapitel inmitten dominanter – und umstrittener – Figuren wie Kaiser Franz Beckenbauer, Karl-Heinz Rummenigge oder Uli Hoeneß. „Er ist der beste Stürmer aller Zeiten. Ohne ihn hätten die Bayern und die deutsche Mannschaft nie ihre Karriereerfolge erreicht. Alle Bayern trauern um diesen bescheidenen Mann“, schloss Bayerns Ministerpräsident Markus Söder.

Das Wort Höflichkeit würde zu keiner der oben genannten großen Bayern-Figuren passen, außer in Torpedo. Bei Müller verbindet sich die persönliche Bescheidenheit mit einem unnachgiebigen Torjägerinstinkt. Er starb im Alter von 75 Jahren, nachdem er jahrelang gegen die Alzheimer-Krankheit gekämpft hatte, eine Krankheit, die vor mehr als einem Jahrzehnt diagnostiziert, aber erst 2015 veröffentlicht wurde.

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Aber für das kollektive Gedächtnis der Bundesliga ist die Torpedo wird weiterhin der beste Torschütze aller Zeiten sein. Müller bestritt 607 Pflichtspiele für den bayerischen Verein und erzielte 566 Tore für den Verein. In nur Ligaspielen (427) hat er 365 Tore geschossen, was seinen maximalen Effektivitätsrekord darstellt. Mit dem Nationaltrikot bestritt er 62 Spiele und es war das Tor, das Deutschland gegen die Niederlande bei der WM zuerkannte, das letzte erzielte er als Nationalspieler.

Nachdem er mit den Bayern vier Ligen, mehrere Pokale und drei Europapokale gewonnen hatte, ging Müller in die amerikanische Liga, um seine Karriere bei Fort Lauderdale Striker zu beenden. Er verbrachte mehrere Jahre in den Vereinigten Staaten, bereits im Ruhestand. Es war eine eher diffuse Phase, da er versuchte, ein neues Leben außerhalb des Fußballs zu beginnen, aber ohne seinen Weg zu finden. Er eröffnete ein Restaurant, das nicht funktionierte. Er bekämpfte die Apathie mit Alkohol, bis er 1984 schließlich in sein Land zurückkehrte. Dort passte er sich auch der fußballerischen Untätigkeit nicht an. Er spielte das Spiel als Veteran, aber er kam nicht aus der Flasche. Auf Anraten von Uli Hoeneß und vermittelt durch mehrere pensionierte Bayern-Veteranen setzte er seinen Kampf gegen den Alkoholismus in einer Klinik in Murnau fort. Nach der Therapie trat er dem technischen Team des Clubs bei.

Vor kurzem mit Demenz diagnostiziert, verbringt er Zeit in seiner Welt, frisst kaum und liegt den größten Teil des Tages im Bett, so seine Frau Uschi Müller in einem Interview mit der Zeitung. Bild, als er letzten November 75 Jahre alt wurde.

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Ziel. Mit insgesamt 365 Toren in 427 Spielen ist er der historisch höchste Torschütze der Bundesliga. Bis zur letzten Saison wurde er von Robert Lewandowski aus Polen geschlagen, er war auch der beste Torschütze des Wettbewerbs in einer einzigen Saison (40 in den Jahren 1971-72). Bis 2016 war er mit 14 Toren zudem der erfolgreichste Torschütze der WM-Geschichte. In der Ausgabe 1974 bescherte sein Tor Deutschland den Titel, indem er die Niederlande im Finale mit 2:1 besiegte.

Ehren. Mit Bayern München gewann er vier Bundesliga, viele Pokale, drei Europapokale (1974, 1975 und 1976), eine Recopa (1967) und eine Intercontinental (1976). Mit der deutschen Mannschaft wurde er Europameister (1972) und Weltmeister (1974). Auf individueller Ebene erhielt er 1970 und 1972 den Ballon d’Or und den Goldenen Schuh des europäischen Fußballs.

Adelmar Fabian

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