Ein Riesenangriff auf die Berliner Unterwelt. Polizei verhaftet Gangster dank ihres Telefons

Ihre Handys sollten unauffindbar sein, aber sie waren es, die sie verraten haben. Im Rahmen eines Großangriffs durchsuchte die deutsche Polizei Dutzende Orte in Berlin und Brandenburg und nahm ein gefährliches Mitglied einer der berüchtigtsten Banden fest. Dabei hilft ihm eine Crack-Anwendung namens Encrochat, auf die die Gangster angewiesen sind.

Mitten im ganzen Fall aufstehen ein Mann in den Vierzigern aus dem Libanon, der seit Jahrzehnten in der Stadt lebt Deutsch. Er gehört dem sogenannten Remmo-Clan an, einer organisierten Gruppe von Räubern und Drogendealern.

Auch außerhalb Deutschlands machte der Familienclan durch den Diebstahl von historischem Schmuck bei einem Juwelier in Dresden im November 2019 auf sich aufmerksam. Ein Wert im Wert von mehreren Milliarden Euro (bis zu 26 Milliarden Kronen) verschwand aus dem Juweliergeschäft Grünes Gewölbe. Drei Clanmitglieder wurden festgenommen.

Der in Beirut geborene Nasser R. entging jedoch dem Prozess, obwohl die Liste der verdächtigen Aktivitäten immer länger wird. Im vergangenen November kollidierte sein Clan mit Konkurrenten aus Tschetschenien. Nach den nächtlichen Kämpfen im Berliner Bezirk Neukölln blieben mehrere Verwundete vor Ort. Nach vorliegenden Informationen war Nasser R äußerst brutal.

Seinen Lebensunterhalt verdiente er vor allem vom Drogenhandel: Er betrieb eine Cannabisplantage und betrieb einen Taxidienst in Verbindung mit Kokainvertrieb.

Wer ist Nasser R.?

1982 kam er als Kind mit der ganzen Familie nach Deutschland. Als Teenager hatte er Ärger mit dem Gesetz und wurde 1995 wegen Heroinhandels verurteilt. Er sei den Ermittlern zufolge „nicht ausreichend integriert“ gewesen und habe ihn aufgefordert, Deutschland zur „öffentlichen Sicherheit“ zu verlassen. Aber das ist seit 25 Jahren immer noch nicht passiert, denn Nasser R. besitzt keine libanesischen Reisedokumente.

Stattdessen wurde er zu einem einflussreichen Akteur in der Berliner Unterwelt, beschreiben Spiegels wöchentlicher „typischer Werdegang des kriminellen Nachwuchses des Clans“. Die Liste der Straftaten ist lang, darunter Betrug, bewaffneter Diebstahl, Bestechung und Drogenhandel.

Doch der Einfluss russischer Tschetschenen ist laut Polizei in Berlin in den letzten Jahren gewachsen. Aufgrund der blutigen Kämpfe wuchsen Befürchtungen, dass ein Zusammenstoß mit dem bewaffneten Remmo-Clan zu einem „Bandenkrieg“ in der Stadt eskalieren könnte. Daher beschloss die Polizei einzugreifen.

Dabei helfen ihnen spezielle „Krypto-Telefone“, die von Kriminellen verwendet werden. Basierend auf den Informationen aus der Untersuchung informierte ihn das investigative Reporterteam Wöchentlicher Spiegel. Auf diesem speziellen Gerät ist Encrochat installiert, das in der Unterwelt den Spitznamen „WhatsApp für Gangster“ trägt. Er musste ihnen eine wahrhaft private Mitteilung machen.

Doch seit letztem Frühjahr verfolgen Kriminologen nicht nur in Deutschland die Meldungen von rund 60.000 Nutzern des niederländischen Dienstes aufmerksam. Insgesamt lasen sie 20 Millionen geheime Nachrichten, die angeblich von Kriminellen aus 120 Ländern der Welt ausgetauscht wurden.

Letzte Woche, am Donnerstag, vor Sonnenaufgang, war es Zeit für die Razzia. An der Veranstaltung nahmen insgesamt 500 Polizisten sowie Angehörige mehrerer Polizei- und Spezialeinheiten teil. Sie durchsuchten zwei Dutzend Wohnungen, eine Lagerhalle in Berlin und weitere Orte im nahen Brandenburg. Weitere Details werden noch geheim gehalten.

Interventionen gegen Clankriminalität sind in Berlin keine Seltenheit. Nach Schätzungen Alle 36 Stunden wird Andreas Geisel, Mitglied des Berliner Stadtrates, eine solche Veranstaltung in der Metropole durchführen. Die Stadt hat sich den Krieg gegen Clanverbrechen als eines ihrer Ziele gesetzt.

Dank sachkundiger Polizisten wurden Geld und Waren im Wert von 300.000 Euro (7,8 Millionen Kronen) beschlagnahmt und Nasser R. festgenommen. Er ist jetzt einer der Hauptverdächtigen. Neben Drogenhandel und Gewalt droht ihm auch eine Strafe wegen Finanzbetrugs.

Ermittler von Encrochat profitieren mittlerweile von der ganzen Welt. Die Medien haben von einer Reihe erfolgreicher Razzien bei Drogendealern berichtet Großbritannien, die Zahl der Gefangenen übersteigt tausend. Die deutschen Behörden verglichen den Encrochat-Verstoß mit einer „Schockwelle“, die jetzt gegen organisierte Kriminelle in ganz Europa rollt.

Clankrieg

Krise aus arabischen Ländern oder Russland beschäftigt sich seit langem mit Kriminalität in Berlin. Die Medien beschreiben in diesem Zusammenhang die „Parallelgesellschaft“, die sich in ihrer Umgebung, aber auch ihrer Umwelt bildet Abhängigkeit von der Zusammenarbeit mit „gemeinen Leuten“, zum Beispiel Ärzte, die sie mit bestimmten Medikamenten versorgen.

Clanmitglieder versuchen oft, ihre eigene Version von Gerechtigkeit aufrechtzuerhalten. Zum Beispiel bei der Beilegung von Territorialstreitigkeiten, aber auch bedingt durch ethnische Spannungen oder religiös motivierte Ehrenfragen.

Das Problem laut Ermittlern wachsend. Die Tschetschenen, die vor allem in den letzten zehn Jahren (eine viel kürzere Zeit als libanesische Clans wie Remmo) in der Stadt tätig waren, haben wachsende Ambitionen. Sie wollen nicht der arabischen Konkurrenz erliegen und beanspruchen stattdessen einen Anteil am lokalen Drogenmarkt.

Adelmar Fabian

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