Durch die Übernahme der deutschen Hella versucht Forvia, ehemals Faurecia, von seinem historischen Geschäft abzuweichen

Absolutes Schwarz. Dann erhellte sich der Raum und enthüllte eine Straße, eine unerwartete Vision in diesem Industriegebäude. Die Strecke erstreckt sich, erst mehr als ein paar Dutzend Meter, dann immer weiter, immer komfortabler, immer genauer, je nach verwendeter Technologie und Generation der Scheinwerfer (Halogen, Xenon, LED). Hier befinden wir uns am „Lichtkanal“, dem Lichttunnel des deutschen Automobilzulieferers Hella, der Anfang des Jahres von der französischen Faurecia übernommen wurde und sich bei dieser Gelegenheit in Forvia umbenannte.

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Lichtkanal ist ein einzigartiges Forschungszentrum in Europa, gelegen im Westen Deutschlands, in Lippstadt, der ruhigen Stadt, in der Hella ansässig ist. Der vierhundert Meter lange Straßentunnel soll die Innovationen der Marke in der Automobilbeleuchtung testen, wie zum Beispiel die Fähigkeit der Scheinwerfer, das Bild von Scherbeneis auf den Asphalt vor dem Auto zu projizieren, wenn der Sensor Glatteis erkennt. Diese Ausstattung symbolisiert, was Hella ist : ein Hersteller von High-End-Scheinwerfern und elektronischen Komponenten, ein Unternehmen, das im August 2021 für 5,7 Milliarden Euro gekauft wurde und nun vollständig in den neuen Konzern integriert ist.

In wenigen Tagen, Mittwoch 1äh Juni, Patrick Koller, CEO von Forvia, wird dieses Schmuckstück seinen Aktionären auf einer Hauptversammlung vorstellen. Und er würde versuchen, sie davon zu überzeugen, dass seine Strategie richtig war. Der ehemalige Faurecia spielte bei diesem Kauf groß mit. Der führende französische Autozulieferer und mittlerweile der siebte weltweit hat die Bank gesprengt, um endlich eine massive Diversifizierung über sein historisches Geschäft hinaus zu erreichen.

Diversifikation

Yann de la Brière, der Vorgänger von Patrick Koller, restaurierte Faurecia, indem er seine Aktivitäten in drei Hauptbereiche umstrukturierte: die Auspuffanlage, die Sitze und den Innenraum, d. h. das Armaturenbrett, sagte ein Berater. Ersteres war sehr profitabel, hatte aber mit dem Wegfall des Verbrennungsmotors keine Zukunft mehr. Die anderen beiden gehen nicht weg, haben aber begrenzte Wachstumsaussichten. »

Also Hr. Koller, der im Juli 2016 Chef von Faurecia wurde, diversifiziert weiter. Er versuchte sein Wasserstoff-Abenteuer, indem er in ultrasichere Tanks startete, wie zum Beispiel an seinem Standort in Bavans (Doubs), der traditionell Entgiftungsgeräte für Wärmekraftmaschinen herstellt, und indem er vor drei Jahren bei Michelin in einer Symbio-Brennstoffzellenanlage einstieg. Vor allem hat der Chef in einer Art Eile, aus seinem angestammten „Geschäft“ auszusteigen, Gewinne vervielfacht und, so sein Ausdruck, „Software auf allen Ebenen“. Das sind das französische Start-up Parrot (Infotainment) für 100 Millionen Euro, das deutsche SAS (komplexe Elektronikmodule für Armaturenbretter) für 200 Millionen, das japanische Clarion (Automobilelektronik) für 1 Milliarde Euro.

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Rafael Frei

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