Deutscher Autohersteller trotz Gewinn im ersten Halbjahr vorsichtig

Rekordleistungen trotz Hindernissen. Deutsche Hersteller haben im ersten Halbjahr 2021 ihre besten Ergebnisse seit drei Jahren veröffentlicht, trotz der Halbleiterknappheit in der Branche. Nach Volkswagen und Daimler hat BMW am Dienstag wiederum sehr positive Ergebnisse erzielt.

Der Münchener Konzern veröffentlichte ein operatives Ergebnis (EBIT) von 8 Milliarden Euro, davon 6,2 Milliarden für Pkw, und einen Nettogewinn von 7,6 Milliarden Euro. Die operative Marge der entsprechenden Division erreichte mit 13% ein Rekordniveau. Vor ihm hatte sein Konkurrent im Premiumsegment, Daimler (Mercedes-Benz), ein halbes Jahr lang eine operative Marge von 13,5% veröffentlicht. Volkswagen, der Generalist mit seinen zwölf Marken, erzielte im Berichtszeitraum eine Rentabilität von 8,8 %.

Erholung der Exporte

Der Konzernumsatz (BMW, Mini, Rolls-Royce) stieg von Januar bis Juni um 39 % auf 1,4 Millionen Fahrzeuge und einen Umsatz von 55,4 Milliarden Euro. Der Konzern übertraf Mercedes mit 1,25 Millionen verkauften Fahrzeugen (+21%). Im gleichen Zeitraum kündigte der Volkswagen-Konzern zudem einen Rekordumsatz von 130 Milliarden Euro an, ein Plus von 35 % gegenüber Anfang 2020, dem Jahr der Gesundheitskrise.

Das Geschäftsniveau sei „das beste seit Juli 2018“, stellt das Münchner Institut der Volkswirtschaftslehre IFO fest, insbesondere dank der „Nachfrage in Asien und den USA“, die sich dem Vorkrisenniveau näherte. „Die starke Nachfrage hat sich positiv auf unser Geschäft ausgewirkt“, sagte BMW-Chef Oliver Zipse. Die Exporte von BMW, Mini und Rolls-Royce stiegen im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020 um 39 %.

Schlimmster Mangel seit 1991

„Angesichts von Risiken wie Rohstoffpreisen und Halbleiterlieferungen dürfte das zweite Halbjahr für die BMW Group volatiler werden“, prognostizierte Oliver Zipse. Auch die Marke Volkswagen rechnet mit einem „sehr schwierigen dritten Quartal“. Im Juli verzeichneten mehr als 83 % der deutschen Hersteller einen Mangel an Halbzeugen, den höchsten Stand seit 1991, stellte die IFO-Agentur fest.

Die Hersteller bewältigten die Krise bisher mit der Bestellung von Komponenten für Premiumfahrzeuge, die einen Großteil der Rekordgewinne ausmachen. In der ersten Jahreshälfte haben wir „die Knappheitswirkung durch den Verkauf von Lagerbeständen abgemildert“, sagte Volkswagen-Finanzvorstand Arno Antlitz im Gespräch mit dem „Handelsblatt“, aber auch durch „die Erhöhung der entscheidenden Marge pro Fahrzeug“.

Der Fehlbetrag wird jedoch die Margen für das Gesamtjahr belasten. BMW erwartet 2021 eine Profitabilität „im oberen Bereich“ von 7 bis 9 %, während Daimler Mercedes-Benz eine Marge von 10 bis 12 % einräumt. Auch der Finanzvorstand von Volkswagen zeigt sich derweil vorsichtig, auch wenn er seine Prognose leicht nach oben revidiert hat und nun mit Margen zwischen 6 % und 7,5 % rechnet. Vergleichsziel mit Stellantis, das nun bis 2021 10 % anstrebt.

Adelmar Fabian

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