Weißrussland wirft Litauen vor, einen Migranten an der Grenze geschlagen zu haben

Belarussische Grenzschutzbeamte sagten, dass sie nahe der Grenze zu Litauen einen toten Migranten in einem Schlafsack mit Schlägen an seinem Körper gefunden haben. Weißrussland warf litauischen Sicherheitskräften vor, ihn dorthin geworfen zu haben. Litauische Grenzschutzbeamte gaben an, nichts von dem Vorfall gewusst zu haben und die Migranten hätten nicht versucht, die Grenze vor Ort zu überqueren.

Am Sonntagmorgen gaben polnische Grenzschutzbeamte bekannt, dass 125 Menschen versucht haben, illegal aus Weißrussland die Grenze zu überschreiten. Hunderte weitere Migranten sind inzwischen aus dem Irak nach Minsk geflogen.

Nach Angaben des belarussischen Grenzschutzes war der ermordete Flüchtling etwa dreißig Jahre alt und „afro-asiatischer“ Abstammung. „Ein Ermittlungsteam wurde zum Tatort gerufen, um die Umstände und die Todesursache zu ermitteln. Es werden die notwendigen Ermittlungsmaßnahmen eingeleitet“, teilte die belarussische Wache mit. Diese Informationen konnten nicht unabhängig überprüft werden, sagte die DPA-Agentur.

Ein Vertreter des litauischen Grenzschutzes erklärte, der Grenzdienst habe keine Informationen über „kein derartiges Ereignis“. „Übrigens, an dem Ort, von dem die Weißrussen sprechen, versuchen Migranten in letzter Zeit nicht, nach Litauen zu gelangen“, sagte Giedrius Mišutis vom Grenzschutz nach Angaben des litauischen öffentlichen Senders LRT.

Migranten, insbesondere aus dem Nahen Osten, haben in den letzten Monaten verstärkt versucht, die EU-Außengrenzen von Weißrussland nach Polen oder in die baltischen Staaten zu überqueren. Die Migrationskrise ist zuletzt eskaliert, als mehrere Tausend Flüchtlinge auf der belarussischen Seite der polnischen Grenze campierten, die nach Angaben polnischer Behörden manchmal mit Hilfe belarussischer Sicherheitskräfte versuchen, die Grenze zu überqueren. Viele dieser Menschen haben die belarussischen Behörden daraufhin vorübergehend im Logistikzentrum für den Grenzübergang Bruzhi-Kuźnica untergebracht. Warschau meldet jedoch weiterhin Versuche, die Grenze zu überschreiten.

Am Sonntag teilten polnische Grenzschutzbeamte mit, dass am Samstag 125 Menschen versucht hätten, die Grenze aus Weißrussland illegal zu überschreiten. Nach Angaben des Servers Polsatnews sollen in einigen Fällen „Gruppen von mehreren Dutzend Menschen“ versucht haben, die Grenze gewaltsam zu überschreiten, Steine ​​sollen auf polnischen Patrouillen geflogen und von belarussischen Sicherheitskräften mit Lasern und Stroboskopen geblendet worden sein. 17 Irakern gelang es, nach Polen zu gelangen und wurden an die Grenze zurückgebracht, heißt es auf der Website.

Weitere 418 Iraker seien am Sonntagabend aus Minsk geflogen, schrieb der unabhängige belarussische Server Nasa Niva und bezog sich dabei auf den weißrussischen Fernsehsender Belarus 1, der angeblich der fünfte Rückführungsflug war, um Migranten in ihre Heimat zurückzubringen.

Polen, das Baltikum und andere EU-Staaten werfen dem Regime des autoritären Führers Alexander Lukaschenko vor, Migranten aus Krisengebieten nach Weißrussland zu ziehen und an die EU-Grenzen zu schicken. Nach Angaben westlicher Länder revanchiert sich Minsk gegen von der EU verhängte Sanktionen wegen Menschenrechtsverletzungen. Die belarussische Seite weist die Vorwürfe zurück.

Laut Reuters sagte der litauische Präsident Gitanas Nauseda am Sonntag, die NATO solle ihre Position in Weißrussland überdenken, dessen Armee zunehmend in die russischen Streitkräfte integriert wird. Das Lukaschenko-Regime und die Kräfte, die es unterstützen, werden weiterhin die Einheit des Westens und seine Fähigkeit zur Abwehr hybrider Angriffe auf die Probe stellen, sagte er nach einem Treffen mit dem Generalsekretär des Nordatlantischen Bündnisses Jens Stoltenberg und der EU-Kommissionsvorsitzenden Ursula von der Leyen.

Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki sagte der dpa, dass die Öffnung der Grenzen während der Migrationskrise 2015 ein Fehler war. „Die meisten EU-Länder, mit Ausnahme von ein oder zwei, verstehen, dass wir keine Politik der offenen Türen und des Multikulturalismus verfolgen können“, sagte der Premierminister. Nach Angaben der Agentur PAP lehnte er eine Unterstützung der polnischen Grenzschutzkräfte durch die europäische Grenzagentur Frontex erneut ab.

Video: Die Situation in Flüchtlings- und Migrantenlagern an der belarussischen Grenze

Die Situation in den Lagern an der Grenze zwischen Weißrussland und Polen Video: Radio Free Europe

Adelmar Fabian

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