US-Dollar: Omikron und Inflation

Der kurzfristige Ausblick für den US-Dollar hängt maßgeblich von den Äußerungen der Zentralbank zu ihrer geplanten Straffung der Geldpolitik ab. Die aktuellen Markterwartungen sind relativ hoch, da es bis Ende dieses Jahres 4 Zinserhöhungen gibt. Damit die Zinssätze diesen Kurs beibehalten und damit den Dollar zu weiteren Kursgewinnen stützen, sind ein schnelles BIP-Wachstum und eine anhaltend hohe Inflation erforderlich.

Und die nächste Welle der Pandemie wird die Wirtschaftswachstumsprognosen für das erste Quartal 2022 reduzieren. Während es möglicherweise keine Lockdowns oder andere Einschränkungen gibt, ist die Zahl der Infizierten und damit verbundenen Quarantänen im Vergleich zur Vorwelle besorgniserregend (siehe Grafik). Es reichte, dass die Millionen US-Bürger einige Tage nicht zur Arbeit, ins Restaurant oder in den Urlaub gingen, und plötzlich würde die Erholung ins Stocken geraten.

Die Entwicklung positiver Coronavirus-Fälle in den USA (täglich):

Steuerliche Unterstützung in Form von Helikopter-Bargeld ist nicht ohne weiteres verfügbar, ansonsten werden die Haushaltseinkommen aufgrund des hohen Basiseffekts des Vorjahres gegenüber dem Vorjahr zurückgehen. Daher wird der Konsum aufgrund der Quarantäne sinken und das Preiswachstum teilweise dämpfen. Nimmt die Zentralbank die Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum als wesentlichen Faktor, können sie ihre restriktiven Kommentare leicht zerstreuen.

Harte Daten zu steigenden Preisen können ähnlich klingen. Das Inflationswachstum in den Vereinigten Staaten wird im Dezember voraussichtlich um 0,4 % zunehmen, wobei die Kernkomponente 0,5 % beträgt. Die Benzinpreise sanken im Dezember erstmals seit 13 Monaten (siehe Grafik) ebenso wie die Erdgaspreise in den USA.

Benzinpreisentwicklung in USD pro Gallone in den USA (Monatsdurchschnitt):

Nach einer niedriger als erwarteten Inflation in Frankreich könnten wir daher am Mittwoch nach der Veröffentlichung der US-Inflation eine ähnliche Überraschung erleben. Eine solche Entwicklung würde wahrscheinlich einen vorübergehenden Dollar vom Bildschirm nehmen. Es lohnt sich also, auf den Anstieg des Dollars zu warten, ein Verkauf des EUR/USD-Währungspaares über 1,1400 wäre eine bessere Gewinnchance.

Die Entwicklung des Währungspaares EUR/USD (4-Stunden-Chart – H4):


Tomas Raputa
FXstreet.cz . analytisches Team

Quelle: MT4, FRED, countedrisikoblog.com

Reinhilde Otto

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