Oper im Nazi-Stil. Das Nürnberger Rathaus hat dem Umzug zugestimmt

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Das Nürnberger Rathaus hat am Mittwoch der Verlegung des dortigen Opernhauses in das NS-Kongressgebäude zugestimmt. Er muss sieben bis zehn Jahre drin bleiben, sagte der Deutsche Server Deutsche Welle.

„Wir gehören nicht zur Unterhaltungsindustrie, aber wir haben einen kulturpolitischen und bildungspolitischen Auftrag“, schrieben die Personalvertreter der Oper Nürnberg in einem offenen Brief. Diesen Auftrag wollten die Theaterbesucher in Zusammenarbeit mit Experten der Gedenkstättengeschichte und -kultur „effektiv erfüllen“ und begründeten, warum sie das Gebäude nutzen wollten, das mit den schlimmsten Kapiteln der deutschen Neuzeitgeschichte assoziiert wird. Beyogen auf Server Dem haben die CSU, die SPD und die Grünen zugestimmt.

Am Stadtrand von Nürnberg in den 1930er Jahren genehmigte der Nazi-Führer Adolf Hitler den Bau des Komplexes nach einem Entwurf seines Hofarchitekten Albert Speer. Der etablierte Komplex, wenn auch nie unvollendet, sollte als Beispiel für die Größe der Nazis dienen. Allein in Form des römischen Kolosseums sollen dem Plan zufolge bis zu 50.000 Menschen den Kongresssaal betreten – doppelt so viel wie der Italiener.

Von 1933 bis 1938 fanden im gesamten Komplex NS-Versammlungen, darunter Märsche und Paraden, statt. Dies endete jedoch mit Beginn des Zweiten Weltkriegs, als das Geld für die Siedlung gegen Deutschlands Feinde verwendet wurde.

Das einzige, was den Nazis gelang, war das Zepellinfeld. Bis heute gleicht die unfertige Halle einer Hufeisenform und die Umfassungsmauer, die 70 Meter hoch sein soll, beträgt weniger als 40 Meter.

Opernaufführungen finden unter einem provisorischen Dach im Innenhof statt. Die Workshops und Prüfungen finden dann im Nebengebäude statt. Der Wiederaufbaupreis wird laut Zwischenplan bei 500 bis 800 Millionen Euro liegen, sagte er Server Jerusalem-Post. Auch das Rathaus denkt darüber nach, in dem Komplex ein Kulturzentrum einzurichten.

Allerdings gefällt die Idee nicht jedem. „Möchten Sie aus einem solchen Gebäude ein luxuriöses Kulturzentrum machen?“ Das fragte Florian Dierl, Leiter des Dokumentationszentrums Montagekartierung der NSDAP, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur DPA. Kultur solle ihm zufolge die Funktion eines Ortes als Denkmal nicht schwächen.

Die Standortwahl wurde auch von einigen Historikern kritisiert. In einem offenen Brief erklärte er, das Kongressgebäude gehöre zu den bedeutendsten Baudenkmälern der NSDAP in Deutschland und handele sich nicht um eine beliebig nutzbare Immobilie. „(Opernaufführungen) werden nur vom Hauptzweck dieses Horrors ablenken“, sagte der Historiker Hans-Christian Täubrich dem Bayerischen Rundfunk. „Diese Monstrosität ist auch ein Symbol für all die schrecklichen Dinge, die während des Nazi-Regimes für Deutschland passiert sind“, fügte er hinzu.

Stattdessen begrüßte der künstlerische Leiter des dortigen Orchesters, der ebenfalls in den Komplex einziehen würde, Lucius A. Hemmer, dass der Raum genutzt und der Ort diskutiert wurde. „Wir wissen immer noch nicht: Ist es jetzt ein denkwürdiger Ort oder soll es sich weiterentwickeln? Ist es eine Ruine, ein Denkmal, ein Museum oder ein Ort, den ich besuchen kann?“ ein Teil der Stadt erschien ihm „charmant“.

Diskussionen über diesen Ort laufen seit Jahren. Auch nach Kriegsende wurde der Platz genutzt. In den Nachkriegsjahren fanden hier Ausstellungen und Versammlungen statt, in den 1960er Jahren wurde über den Umbau zu einem Sportstadion nachgedacht. In den 1970er und 1980er Jahren traten hier globale Musikikonen wie Bob Dylan, Tina Turner und The Rolling Stones auf. Server Kunst Zeitung.

Das Rathaus wählte den unvollendeten Saalraum für künstlerische Zwecke, da er der Stadt gehörte und keine Miete zahlen musste. Eine andere Alternative würde eine große Investition erfordern, um den Raum mit künstlerischer Absicht auszustatten, sagte die Jerusalem Post.

Adelmar Fabian

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