Minus für Schwein. Deutschland fügt ihn als Eigentümer von Agrofert hinzu

Die Position von Premierminister Andrej Babi zum Interessenkonflikt hat sich leicht verschlechtert. Die deutschen Behörden haben seinen Namen einer lokalen Konzernobergesellschaft hinzugefügt, die zur Agrofert-Gruppe gehört.

Ebenso ist Pig als Haupteigentümer eines Unternehmens mit einem ähnlichen Register in der Slowakei oder in England registriert.

Damit ist den Führern der YES-Bewegung ein Großteil des wichtigen Arguments verloren gegangen, dass Informationen aus Registern verschiedener Länder nicht berücksichtigt werden können, weil ihre Ansätze zur Ermittlung der sogenannten echten Unternehmer sich voneinander unterscheiden.

Den verfügbaren Informationen zufolge ist die Tschechische Republik nach wie vor die einzige, in der Agrofert eine bedeutende Tätigkeit ausübt und die Schweine nicht als die wahren Eigentümer betrachtet. Darüber hinaus sind inländische Register der tatsächlichen Eigentümer im Gegensatz zu deutschen oder slowakischen Registern nicht öffentlich.

In der Transparenzliste Deutschlands wurden zunächst nur Mitglieder der beiden Treuhandfonds, die Pig 2017 an sein Unternehmen übertrug, als „wirtschaftlich gerechtfertigt“ geführt. Eine der „Beschützerinnen“ des Fonds ist die Frau des Premierministers Monika.

Foto: Transparenzregister, Newsliste

Die erste Seite der Liste der derzeit beherrschenden Personen der SKW Stickstoffwerke Piesteritz, dem größten Unternehmen der Agrofert-Gruppe.

Für die Aufnahme von Pig in die Liste war die deutsche Niederlassung von Transparency International verantwortlich, die die deutschen Behörden im vergangenen November benachrichtigt hatte. Transparenz am Donnerstag angekündigtdass der Name des Premierministers bereits auf der Liste steht.

Der Beweis ist Agroferts größter Unternehmensindex, der ostdeutsche Chemiekonzern SKW Stickstoffwerke Piesteritz. Schweine werden dort derzeit zweimal aufgeführt – erstens als Endbegünstigter der Vorteile eines Treuhandfonds und zweitens in einer Kategorie, die den Gründer, Manager oder Mäzen des Fonds umfasst.

„Trotz aller Publizität, die Agrofert erzeugt, kann der tschechische Ministerpräsident seine persönlichen und wirtschaftlichen Verbindungen zu seiner deutschen Tochtergesellschaft verbergen“, sagte Stephan Klaus Ohme, Finanzexperte der Deutschland-Niederlassung von Transparency International.

Die neue Geldwäscherichtlinie verlangt von den EU-Mitgliedstaaten, Listen der wirtschaftlichen Eigentümer zu führen. Auch in Tschechien ist eine neue Version dieser Liste in Vorbereitung.

Seine jetzige Form entspricht der Position der Schweineregierung, dass der Chef der ANO-Bewegung seinen gesetzlichen Verpflichtungen nachgekommen ist, indem er das Unternehmen in einen Treuhandfonds überführt hat und nicht der eigentliche Eigentümer von Agrofert.

Wenn die tschechischen Behörden akzeptieren, dass Pig Agrofert kontrolliert, werden sie eine Situation anerkennen, die schwerwiegende wirtschaftliche Folgen für die Betriebe haben würde. Unternehmen der Gruppe können sich kaum um öffentliche Aufträge bewerben oder Subventionen zurückziehen. Nach groben Berechnungen hat der Konzern auf diese Weise in den letzten drei Kalenderjahren 20 Milliarden Kronen verdient.

Die Prüfung der Europäischen Kommission hat Agrofert das Recht auf europäische Subventionen verweigert. Die Gruppe erhielt jedoch einen Teil der benötigten Gelder aus dem tschechischen Haushalt und bezog weiterhin Direktzahlungen für die Landwirtschaft.

Adelmar Fabian

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