Mercedes überholt Tesla in Europa – kann selbstständig fahren

Aktualisieren: 13.12.2021 11:09
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Der Elektro-Mercedes EQS und seine „Schwester“ Mercedes-Benz S-Klasse mit Verbrennungsmotor sind die ersten Autos, die vom Bundesamt für Straßenverkehr (KBA) die Erlaubnis erhalten, unter bestimmten Voraussetzungen im automatischen Fahrmodus zu fahren.

Es wird ein Auto mit einer neuen Version des Drive Pilot-Systems sein, das der Autohersteller in der ersten Hälfte des nächsten Jahres an Kunden ausliefern wird.

Bisher kann das Drive Pilot System auf 13.191 Kilometern deutscher Autobahnen eingesetzt werden. Allerdings nicht in der für den Autobahnverkehr üblichen Geschwindigkeit. Der automatische Fahrmodus lässt sich erst bei Geschwindigkeiten bis 60 Stundenkilometer aktivieren, was eigentlich nur für Konvoisfahrten definiert ist. Zukünftig soll es jedoch seinen Einsatz sowohl bei höheren Geschwindigkeiten als auch auf anderen Straßen ausweiten.

Unter den vorgegebenen Bedingungen kann der Fahrer die Situation vor dem Auto aus den Augen lassen, die Hände vom Lenkrad nehmen und etwas ganz anderes machen. Zum Beispiel der Umgang mit E-Mails, das Ansehen von Filmen, das Einkaufen im Internet und dergleichen.

Die Systemsteuerung befindet sich am Lenkradkranz über der rechten und linken Daumenmulde. „Drive Pilot regelt bei Aktivierung durch den Fahrer die Fahrgeschwindigkeit, den Abstand zum Vordermann und lenkt das Fahrzeug in der Spur. Das System wertet den Streckenverlauf, Ereignisse auf der Strecke und Verkehrszeichen aus und berücksichtigt diese. Das System reagiert auch auf unerwartete Verkehrssituationen und löst diese selbstständig, zum Beispiel durch Ausweichmanöver oder durch Bremsen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Autoherstellers.

Das Auto ist mit einem LiDAR-Sensor ausgestattet und enthält neben den in modernen Pkw serienmäßigen noch weitere Sensoren, die Mercedes-Benz für das sichere und hochautomatisierte Fahren als unabdingbar erachtet.

Dazu gehören eine Kamera in der Heckscheibe und ein Mikrofon, das vor allem zur Erkennung von Blaulicht und anderen einsatzfahrzeugspezifischen Signalen dient, aber auch ein Wassersensor in den Radhäusern. Drive Pilot nutzt neben Sensordaten auch Informationen zu Straßengeometrie, Streckenbeschaffenheit, Verkehrszeichen und Verkehrsereignissen (zB Unfälle oder Straßenabschnitte), die aus hochauflösenden Karten gewonnen werden. Dieses Auto hat ein duales Lenk- und Bremssystem.

Übernimmt der Fahrer, zum Beispiel aufgrund eines akuten medizinischen Problems, auch nach wiederholten und schrittweisen Rufen nicht nach Ablauf der vorgegebenen Zeit, leitet das System eine kontrollierte und angemessene Verzögerung des Fahrzeugs ein, bis es sicher zum Stehen kommt. Gleichzeitig werden die Warnblinkanlage und bei Fahrzeugstillstand das Mercedes-Benz Notrufsystem aktiviert. Das Auto entriegelt Türen und öffnet Fenster, um Ersthelfern den Zugang zum Fahrzeug zu erleichtern.

Eine ähnliche Genehmigung hat Tesla vom deutschen KBA-Büro nicht erhalten. Auch hier stört beispielsweise die Autopilot-Bezeichnung.

Autonaelektinu.cz

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Adelmar Fabian

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