In Deutschland startet Facebook Newsfeed mit Mainstream-Medien

In Deutschland versucht Facebook, die Medien von seinen guten Absichten zu überzeugen. Das soziale Netzwerk hat gerade den Start in dem Land angekündigt, ab Mai die Nachrichtenplattform Facebook News, die Artikel aus hundert deutschen Medien ausstrahlen wird, die vom Tech-Riesen eine Vergütung erhalten haben. „Facebook News, ein Ort für journalistische Inhalte, wird im Mai 2021 in Deutschland starten“, teilte die Gruppe von Mark Zuckerberg in einer Erklärung mit.

Der Dienst, der Ende 2019 in den USA und dann Ende Januar in Großbritannien eingeführt wurde, ist ein Nachrichtenfeed, der ausschließlich aus Artikeln von Presseredakteuren besteht, die von Facebook bezahlt werden. Mit diesem Projekt demonstrierte die Gruppe ihren Willen, den Journalismus zu fördern und seinen Ruf der Desinformation aufzugeben.

Die Initiative kommt Monate vor dem Inkrafttreten der europäischen Urheberrechtsrichtlinie in Deutschland, die vor zwei Jahren in Brüssel verabschiedet wurde. Der Geltungsbereich dieses Textes wird noch immer im ganzen Rhein diskutiert. Aber es könnte Plattformen, einschließlich Facebook, dazu zwingen, für Medien zu bezahlen, deren Inhalte Benutzer teilen. In Frankreich hat diese Richtlinie Google dazu veranlasst, eine Vereinbarung mit einer Gruppe von Medienunternehmen zu unterzeichnen, die für ihre Informationen bezahlt wird.

Außerhalb Europas sieht sich Facebook mit mehreren gleichzeitigen Angriffen konfrontiert. In Australien beendete die kalifornische Gruppe am 23. Februar ihre Auseinandersetzung mit der Regierung, nachdem sie mehrere Tage lang Benutzer daran gehindert hatte, Nachrichtenartikel zu teilen. Problem: Eine Rechnung, in der Google und Facebook aufgefordert werden, für Pressetitel zu bezahlen, um ihre Artikel zu teilen. In den USA kritisierte Joe Biden die wachsende Macht der Plattform. Obwohl sie ihre Strategie für den Umgang mit Silicon Valley nicht detailliert beschrieben hat, erwarten die Unternehmen der Branche strengere Vorschriften.

Axel Springer gegen die Eindringlinge

Facebook hat sich deshalb mit „mehr als hundert Medienmarken“ in Deutschland zusammengetan, darunter der renommierte Spiegel, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Wirtschaftszeitung Handelsblatt. Lediglich die Gruppe Axel Springer, Herausgeber der meistgelesenen deutschen Boulevardzeitung Bild, weigerte sich, sich an dem Projekt zu beteiligen.

„Problematisch ist, dass eine Plattform versucht, selbst ein Informationsmedium zu sein und von bestimmten Verlagen eine zu geringe Vergütung verlangt“, sagte ein Sprecher des Konzerns gegenüber AFP. „Wir bevorzugen europäische Urheberrechte, die es allen Verlagen auf transparente Weise ermöglichen, eine angemessene Vergütung zu erhalten“, fügte er hinzu.

Zeitungsverlage erleben eine Krise der Werbeeinnahmen, von denen die meisten von digitalen Giganten erfasst werden, die ihre Artikel umsonst verteilen. Diese Situation hat sich durch die Coronavirus-Pandemie verschärft, die den Werbemarkt zum Einsturz gebracht hat. Um die Einnahmen zwischen Medien und digitalen Plattformen auszugleichen, hat die Europäische Union 2019 die Richtlinie über die „Nachbarrechte“ verabschiedet, die digitale Giganten verpflichtet, Vergütungsvereinbarungen mit den Medien zu unterzeichnen.

Mit AFP

Adelmar Fabian

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