Horst Eckel, der letzte überlebende Weltmeister von 1954, stirbt

Deutschland verabschiedet sich von Gastgeber Eckel, dem letzten Mitglied des außergewöhnlichsten Teams seiner Geschichte. Der Mittelfeldspieler spielte bei der WM 1954 in jedem Spiel und war eine Schlüsselfigur bei dem als „Wunder von Bern“ bekannten Kunststück. Ein Jahrzehnt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs vollbrachte Deutschlands geteilte Westelf eine der größten Meisterleistungen der Fußball-Weltgeschichte, die als „Wunder von Bern“ bekannt wurde – und zugleich ein erschreckender Schub für das Selbstwertgefühl der Deutschen eine zerrüttete Nation. Jahrzehntelang wurde seine Bedeutung und der Held der unmöglichen Eroberung zitiert und respektiert. Aber an diesem Freitag (12.03.) wurde Deutschland von dieser Generation verwaist. Horst Eckel, der letzte Überlebende des Weltmeisterteams von 1954, ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Eckel ist einer von nur zwei bundesdeutschen Nationalspielern, die sechs Spiele bestritten haben – jede Minute stand er auf dem Platz. Der andere war Fritz Walter, Kapitän dieser Mannschaft und gilt als das erste große Idol des deutschen Fußballs. Walter war Eckels Teamkollege bei Kaiserslautern – einer der traditionsreichsten Mannschaften des Landes, derzeit aber in der dritten Liga – und Mentor des jungen Mittelfeldspielers, der zum Zeitpunkt der WM 22 Jahre alt und sein Jüngster am Start war . Lineup und die zweitälteste, die Jugend der Besetzung. Eckel trat im November 1952 zum ersten Mal für die westdeutsche Nationalmannschaft auf, nachdem ihn der legendäre Bundestrainer Sepp Herberger in einem Freundschaftsspiel zwischen Kaiserlautern und Schalke 04 gesehen hatte. Eckel traf zweimal und seine Einberufung wurde von Walter empfohlen, der von seinem profitierte unermüdlicher Lauf des Teamkollegen auf dem rechten Flügel. „Er kann laufen wie ein Windhund“, sagte Walter zu Herberger. Der Spitzname blieb und Eckel wurde wegen seiner schlanken Statur und seiner athletischen Fähigkeit, bei Fußballspielen lange Strecken zurückzulegen, schließlich als „Windhund“ (Windhund, auf Portugiesisch) bezeichnet. Eckel spielt grundsätzlich auf der rechten Seite – entweder als Flügelstürmer oder Mittelfeldspieler, manchmal auch zentraler. Eine taktische Rolle beim „Wunder von Bern“ Eckel bestritt 32 Spiele für die westdeutsche Nationalmannschaft ohne Torerfolg, aber er war eine der wichtigsten Rollen in Herbergers Plan. Bei der WM 1954 übernahm Eckel beispielsweise eine viel taktischere Rolle innerhalb der Mannschaft und war für die Deckung des wichtigsten Point Guard des Gegners verantwortlich, ebenso wie im Halbfinale (als er den österreichischen Star Ernst Stojaspal ausschloss) und in das Finale (als er gegen den ungarischen Star Nándor antrat. Hidegguti). „Herberger hat jedem von uns genau gesagt, was wir zu tun haben, was die Mannschaft zu tun hat, und dann hat er gesagt: ‚Geh da raus, spiel dein Spiel und gewinn‘“, erinnert sich Eckel 60 Jahre später. Der 3:2-Sieg im Finale über Ungarn ging als «Wunder von Bern» in die Geschichtsbücher ein. Die ungarische Nationalmannschaft war damals die stärkste der Welt und hatte Stars wie Ferenc Puskás, Sándor Kocsis, Nándor Hidegkuti und Zoltán Czibor. Die ungarische Generation mit dem Spitznamen „Goldenes Team“ hatte bei den Olympischen Spielen 1952 Goldmedaillen gewonnen und war 32 offizielle Spiele ungeschlagen geblieben – in der Gruppenphase besiegten sie Deutschland mit 8:3. Im Finale hatte Ungarn nach acht Minuten Spielzeit bereits mit 2:0 geführt, doch das Regenwetter am 4. Juli 1954 machte das Spielfeld schwierig – ein Zustand, der der technisch versierteren Mannschaft zu schaffen machte. Und Westdeutschland drehte in der 41. Minute der zweiten Halbzeit dank seiner Stärke und taktischen List das Ruder und beendete die Ära des ungarischen „Goldenen Teams“. Die deutsche Mannschaft wird bei ihrer Rückkehr aus der Schweiz gefeiert. Es war der erste Weltmeistertitel des Landes und auch eine der ersten kollektiven Freuden einer Nation, die sich noch vom Zweiten Weltkrieg erholte. „Erst als wir mit dem Zug zurück nach Deutschland kamen und die Aufregung auf den Straßen und in den Städten sahen, haben wir begriffen, dass wir wirklich Weltmeister sind“, erinnert sich Eckel. Eckel nahm auch an der Weltmeisterschaft 1958 teil, die in Schweden stattfand und Pelé der Welt vorstellte. 1958 verlor Westdeutschland im Wettbewerb um den dritten Platz gegen Frankreich, den Torschützenkönig des Just Fontaine-Turniers. Treue zum Herzensverein Kaiserslautern Der Weltmeistertitel 1954 änderte wenig an Eckels finanzieller Situation. Er verdiente in Kaiserslautern 320 D-Mark (damals 76 Dollar) und brauchte einen anderen Job, um die Rechnungen zu bezahlen. Der englische Verein Bristol City soll Eckel ein 20-mal höheres Gehalt angeboten haben, aber er hat immer gesagt, er habe nie gezögert, in Kaiserslautern zu bleiben. Er war schon immer ein Fan der „Roten Teufel“ aus Rheinland-Pfalz. Als ich jünger war, bin ich 30 Kilometer mit dem Fahrrad gefahren, um Mannschaftsspiele zu sehen. Er schaute durch das Loch im Zaun, weil er kein Geld hatte, um eine Fahrkarte zu kaufen. Zwischen 1949 und 1960 bestritt Eckel 214 Einsätze im deutschen Spitzenfußball – immer für Kaiserslautern, mit dem er zweimal die Bundesliga gewann (1951 und 1953). „Er ist ein sehr guter Teamplayer“, sagte Ex-Spieler und Ex-Trainer Otto Rehhagel bei Eckels 85. Geburtstag im Jahr 2017. Rehhagel ist eine weitere Kaiserslautern-Legende und führte die „Roten Teufel“ 1998 zum Bundesliga-Titel.“ Das habe er immer betont Team, Menschlichkeit und Freundschaft“, sagte Ex-Stürmer Miroslav Klose, Torschützenkönig der WM und ein weiterer großer Name, der die Farben von Kaiserslautern verteidigt. Über die WM 1954, konkret über das „Wunder von Bern“ sprach Eckel immer gerne – vor allem für diejenigen, die es damals nicht erleben konnten. Teil dieses Siegerkaders zu sein, ist sein größtes Fußballvermächtnis – und worauf er am meisten stolz ist. pv/ek (AP, ots)

Fragen, Kritik und Anregungen? Rede mit uns

Anke Krämer

"Freundlicher Leser. Kann mit Boxhandschuhen nicht tippen. Lebenslanger Bierguru. Allgemeiner Fernsehfanatiker. Preisgekrönter Organisator."

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.