Globale Knappheit bremst deutsche Wirtschaftserholung | Wirtschaft | DW

Die wichtigsten Wirtschaftsinstitute des Landes (DIW, IFO, IFW, IWH und RWI) müssen an diesem Donnerstag (14.10.2021) ihre Wachstumsprognosen nach unten korrigieren.

Nach den neuesten Prognosen wird das deutsche BIP im April 2021 um 3,7 % wachsen, nach einem historischen Rückgang von 4,9 % im Jahr 2020 aufgrund der Pandemie.

Doch das verarbeitende Gewerbe leidet unter monatelangen Engpässen auf den internationalen Märkten, ein Umfeld, das die Hoffnungen auf eine starke Erholung dämpft.

„Die deutsche Wirtschaft ist stärker mit der internationalen Wirtschaft verbunden und abhängiger als viele andere Länder der Europäischen Union (EU)“, sagte Carsten Brzeski, Ökonom bei der Bank ING, gegenüber AFP.

ifo Institutspräsident Clemens Fuest.

„Daher wird es später als die meisten anderen Länder auf das Vorkrisenniveau zurückkehren“, fügte er hinzu.

Laut einer Studie der Geschäftsbank KFW hat fast die Hälfte der deutschen Unternehmen (48 %) Lieferprobleme.

„Dieses Defizit verzögert die wirtschaftliche Erholung“, bestätigte Jens-Oliver Niklasch, Analyst der Bank LBBW, gegenüber AFP.

Die Pandemie destabilisierte globale Lieferketten und verursachte Engpässe auf den Märkten für Elektronik, Holz, Kunststoff und Stahlkomponenten.

Besonders ausgeprägt sind die Folgen in Deutschland, wo die Exportwirtschaft sehr wichtig ist.

ifo Institutspräsident Clemens Fuest.

Benzinpreise an München Tankstellen.

„Wir haben einen negativen Einfluss auf unsere Produktion und unseren Umsatz“, sagte Ralph Wiecher, Chefvolkswirt des Werkzeugmaschinenverbands VDMA, der Nachrichtenagentur AFP.

Die Industrieproduktion ging im August um 4 % zurück, während die Bestellungen um 7,7 % zurückgingen.

Die Exporte, die seit April 2020 nicht aufgehört haben zuzunehmen, gingen um 1,2% zurück.

Die Autobranche, die Lunge der deutschen Wirtschaft, steht aufgrund der Halbleiterknappheit vor großen Schwierigkeiten.

„Die deutsche Wirtschaft muss sich auf einen schweren Einbruch einstellen“, mahnte der Branchenverband BDI kürzlich.

Für die Regierung sollte sich die Situation sofort normalisieren, um „spätestens 2022“ wieder auf das wirtschaftliche Niveau vor der Pandemie zurückzukehren.

Einige erwarten jedoch eine umfassendere Krise. Laut einer Umfrage des Beratungsunternehmens Inverto glauben drei Viertel der Wirtschaftsführer, dass es noch 18 Monate dauern wird.

Für die deutsche Wirtschaft könnte der Fehlbetrag noch eine weitere Folge haben: eine höhere Inflation. Bedrängt durch steigende Energiepreise erreichte die Inflation im September mit 4,1 % den höchsten Stand seit 1993.

CP (effe, afp)

Adelmar Fabian

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