Für Kriegsflüchtlinge reichen schöne Worte nicht aus

Mit einer Geschichte des Engagements in sozialen Projekten bietet der Berliner Club Unterkünfte und Unterstützung für Ukrainer, die vor dem Krieg fliehen. „Wir bündeln unsere Kräfte, um das endlose Leid dieser Menschen zu lindern“, sagte der Unionspräsident. Dass der 1. FC Union Berlin mit seinem Engagement für soziale Projekte daherkommt, ist nicht neu. Inklusion, Toleranz, konkretes Handeln gegen Rassismus, Unterstützung für Flüchtlinge und Bekämpfung von Diskriminierung sind nur einige der Fahnen der Union. Die Botschaft könnte deutlicher nicht sein: „Wir sind nicht nur ein Fußballverein.“ 2007 nahm der Klub auf Anregung von Fans folgenden Artikel in sein Gesetz auf: „Jeder hat das Recht auf Nichtdiskriminierung, unabhängig von Hautfarbe, ethnischer Zugehörigkeit, Religion, Weltanschauung, sexueller Orientierung oder besonderen Schwierigkeiten.“ Es war ein Publikumstreffer mit uneingeschränkter Unterstützung des Vorstandes. Vor kurzem, auf dem Höhepunkt der Pandemie, hat Union neben seinem Stadion An der Alten Försterei einen Gesundheitsposten eröffnet, wo es möglich ist, kostenlose Coronavirus-Tests zu erhalten. Später wurden die Dienstleistungen erweitert und Impfzentren begannen, in denselben Räumlichkeiten zu arbeiten, auch an Spieltagen, und ermutigten die Fans, sich impfen zu lassen. Im Winter richtet der Verein ein Auffanglager mit kleinen Sozialwohnungen für Obdachlose ein, die auch kältebeständige Kleidung erhalten. Neben den vielen sozialen Projekten, an denen sie sich beteiligt, fördert die Union seit 2015, als der erste große Zustrom von Migranten aus dem Nahen Osten stattfand, die Integration von Flüchtlingen in die deutsche Gesellschaft. Das ist jetzt nicht anders, wenn jeden Tag Tausende Flüchtlinge aus dem Krieg in der Ukraine nur mit Kleidern auf dem Rücken, ein oder zwei Koffern, ein paar Habseligkeiten und Kindern vielleicht mit Teddybären oder Kuscheltieren in den Händen in Berlin ankommen. Ohne Dreschplatz und Grenzen kommen sie am Hauptbahnhof der deutschen Hauptstadt an, oft ohne genau zu wissen, was ihr Ziel sein wird. Die meisten sind Frauen und Kinder, da es erwachsenen Männern verboten ist, die Ukraine zu verlassen. Wohnen, Sport, Sprachen Die erste Herausforderung besteht darin, den Flüchtlingen sichere Sozialwohnungen bereitzustellen, die mit Lebensmitteln, Kleidung und lebensnotwendigen Gütern versorgt werden, sowie ihnen bei der medizinischen Versorgung, der Organisation ihres Aufenthalts im Land und anderen bürokratischen Abläufen zu helfen. Die vom Verein gegründete Stiftung „UNION Unido. Ombro a Ombro“ stellte keinen Antrag. Er sammelte Sponsoren, Partner und Fans von Union Berlin und machte sich an die Arbeit. So bereiteten sie am vergangenen Wochenende das Wohnprojekt „Allende 2″ südöstlich von Berlin sorgfältig darauf vor, Dutzende von Flüchtlingen aufzunehmen, die dort bis zum Erhalt einer dauerhaften Sozialwohnung leben könnten. Die Kinder und Jugendlichen dieser Gruppe erhielten besondere Aufmerksamkeit von Union Berlin-Beobachtern. Die Aktivitäten für Jugendliche umfassen Sport und Unterhaltung und werden von Nichtregierungsorganisationen unterstützt, die sich auf die Aufnahme und Betreuung von Flüchtlingen spezialisiert haben. Es gibt auch Einzelinitiativen. Michael Kölmel, Ehrenmitglied von Union Berlin, ist Filmproduzent und in der Medienwelt tätiger Unternehmer sowie bedingungsloser Fan des Vereins. Drei seiner Liegenschaften stellt er als Wohnraum für Flüchtlingsfamilien zur Verfügung. Die Lage ist angepasst, um ein würdevolles und komfortables Wohnen zu ermöglichen. Die Energie-, Gas- und Wasserversorgung wird von M4Energy – dem Träger der Union – kostenlos für die Einwohner gewährleistet. Der Internationale Bund, eine auf Bildung und Soziales spezialisierte NGO, ist langjähriger Partner von Union Berlin und wird neu angekommene Kinder und Jugendliche vor Krieg schützen. Ziel ist es, sie in das deutsche Bildungssystem zu integrieren, beginnend beim sprachlichen Grunderwerb, bis hin zur sozialen Betreuung ihrer Familien. Linderung vom Leid Dirk Zingler, Präsident von Union Berlin, erklärt, dass schöne Worte der Solidarität nicht ausreichen und warum echte Taten nötig sind: „Der Krieg in der Ukraine macht uns sehr bewusst, dass viele Menschen weltweit täglich um ihr Leben fürchten. Das Wesen der Menschlichkeit Wir müssen unser gesamtes Handeln bestimmen, besonders in diesen Tagen, in denen viele Flüchtlinge auf unsere Unterstützung angewiesen sind. Wir versuchen, unsere Kräfte zu bündeln, um dazu beizutragen, etwas von dem endlosen Leid der Menschen zu lindern, die vor diesem Krieg … und vor der Gewalt fliehen.“ _______________________________ Gerd Wenzel begann seine Laufbahn im Sportjournalismus 1991 bei TV Cultura in São Paulo, als die Bundesliga erstmals in Brasilien ausgestrahlt wurde. Er war von 2002 bis 2020 beim Sender ESPN als deutscher Fußballexperte tätig, als er für OneFootball Berlin Bundesliga-Spiele kommentierte. Wöchentlich donnerstags produziert er den Podcast „Bundesliga no Ar“. Die Kolumne von Halbzeit wurde am Dienstag veröffentlicht. Der Text gibt die Meinung des Autors wieder, nicht unbedingt die der DW. Autor: Gerd Wenzel

Fragen, Kritik und Anregungen? Rede mit uns

Anke Krämer

"Freundlicher Leser. Kann mit Boxhandschuhen nicht tippen. Lebenslanger Bierguru. Allgemeiner Fernsehfanatiker. Preisgekrönter Organisator."

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.