Frankreich und Deutschland werfen Russland vor, gegen diplomatisches Protokoll verstoßen zu haben – Wprost

Paris und Berlin warfen Moskau Anfang November vor, die Teilnahme am Treffen der Außenminister Frankreichs, der Ukraine und Deutschlands am 11. November zur Lösung des Konflikts in der Ostukraine im Rahmen des sogenannten Normandie-Formats für Gespräche zu verweigern. Die Weigerung sei auf die von der russischen Diplomatie auferlegten Verbotsbedingungen zurückzuführen. Moskau behauptet, das Datum des Treffens stimme nicht mit dem des Chefs des russischen Außenministeriums überein.

Russland veröffentlicht diplomatische Korrespondenz

Als Reaktion auf die Anschuldigungen veröffentlichte Russland am Mittwoch 28 Seiten Korrespondenz zwischen den Chefs der Diplomatie: Frankreich – Jean-Yves Le Drian, Deutschland – Heiko Maas und Russland – Sergey Lawrow. Aus dem Dokument geht hervor, dass Russland zuvor erklärt hatte, Lawrow könne nicht an dem geplanten Treffen vom 11. November teilnehmen. Gleichzeitig zeigt das Dokument gravierende Meinungsverschiedenheiten zwischen Russland, Frankreich und Deutschland.

Als Russlands Ansatz zur Lösung des internen Konflikts in der Ukraine und zur Organisation der Normandie-Vier-Treffen verzerrt war, hatten wir keine andere Wahl, als ungewöhnliche Schritte zu unternehmen und unsere Korrespondenz der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. – erklärte Lawrow bei einer Pressekonferenz. – Es ist nicht ratsam, den Interviewtermin öffentlich bekannt zu geben Er fügte hinzu und beschuldigte stattdessen Deutschland und Frankreich.

Frankreich und Deutschland werfen Russland vor, gegen diplomatisches Protokoll verstoßen zu haben…

In Bezug auf die Offenlegung der Korrespondenz warfen Frankreich und Deutschland Russland vor, gegen das diplomatische Protokoll verstoßen zu haben.

„Wir glauben, dass dieser Ansatz gegen diplomatische Grundsätze und Gepflogenheiten verstößt“, sagte die Sprecherin des französischen Außenministeriums, Anne-Claire Legendre, gegenüber Reportern während eines täglichen Internet-Briefings.

Auch das Auswärtige Amt äußerte sich kritisch zur Offenlegung des Schreibens.

„Wir halten die Veröffentlichung des Briefes für einen Verstoß gegen die diplomatische Praxis“, heißt es. „Deutschland und Frankreich arbeiten seit Monaten intensiv daran, die Verhandlungen wieder aufzunehmen und einen Friedensplan für die Ukraine umzusetzen“, fügte er hinzu.

…Merkel hat das unterschätzt

Die Frage der Offenlegung der Briefe scheint von der scheidenden Bundeskanzlerin Angela Merkel heruntergespielt worden zu sein. – Die Gründe, warum das Treffen der Außenminister nicht stattfand, waren natürlich für die Franzosen und die Deutschen sehr unterschiedlich, aber auch für die russische Seite. Die Bundeskanzlerin wies in einer Pressekonferenz auf eine andere Angelegenheit hin.

Die Veröffentlichung der Briefe kam nicht so überraschend. Ich lese oft meinen eigenen Brief in der Zeitung. Wir haben bestimmt nichts zu verbergen – Sie sagt. – Friedensgespräche in der Ukraine sind wichtiger als die Offenlegung von Korrespondenz – er fügte hinzu.

Merkel betonte jedoch, dass es bedauerlich sei, dass eine neue Verhandlungsrunde in der Ukraine nicht durchgeführt werden konnte. Er erinnerte auch daran, dass er selbst den russischen Präsidenten Wladimir Putin gebeten hatte, vor seinem Ausscheiden aus dem Amt eine weitere Gesprächsrunde zu vereinbaren. Putin jedoch nicht.

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Anke Krämer

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