Die Tschechen sind ein Zufluchtsort für deutsche Neonazis, sie kommen hierher, um auf dem Schießstand zu trainieren

Die tschechische Grenze ist dank ihres Schießstandes ein gelobtes Land für rechtsextreme deutsche Radikale. Das teilte der Bayerische Rundfunk (BR) mit, zu dem auch die Dokumentation Im Visier – Neonazis planen den Umsturz gehörte. Er behauptete, bayerische Neonazis hätten ihren Putschversuch nicht gestoppt und Kommunalpolitiker und Juden bedroht.

„Profi Deutsch „Neo-Nazis, die keinen Waffenschein haben und unbemerkt trainieren wollen, sind ein tschechisches Grenzparadies.“ BR . deklarieren. Als Beispiele nannte er Fabian D., Günther K. oder Susanne G., die wegen der Dreharbeiten häufig nach Tschechien kamen.

Der 23-jährige Fabian D. aus der Oberpfalz hat sich der Feuerkrieg-Division angeschlossen, die junge Neonazis aus Europa und den USA vereint. Die Mitglieder verbinden sich über die verschlüsselten Kommunikations-Apps Wire und Telegram und statt in Erinnerungen an den Nationalsozialismus zu schwelgen, wollen sie einen neuen Terror entfesseln.

Fabian D. erwarb ein ohnehin unterbewertetes Sturmgewehr, das er reparieren wollte, um den Ermittlern zufolge Moscheen oder Synagogen angreifen zu können. Aufgrund von Informationen ausländischer Geheimdienste wurde er von der deutschen Polizei festgenommen, das Gericht schickte ihn im vergangenen Jahr für zwei Jahre ins Gefängnis.

Susanne G., 56, war im rechtsextremen Dritten Weg aktiv, dessen Name sich auf das NS-Dritte Reich beziehen könnte. Er ist unter anderem Verfasser von Drohbriefen. Kriminalermittler stellten außerdem fest, dass er Polizisten und das Geschehen in der Moschee überwachte. Während seiner Festnahme fand die Polizei entweder eine kugelsichere Weste oder Teile zum Bau einer Bombe. Im Juli verurteilte ihn ein Gericht zu sechs Jahren Gefängnis.

Susanne G. besuchte mit Third Way-Chef Klaus Armstroff den tschechischen Schießstand, wie das Foto zeigt. Während des diesjährigen Prozesses fragte Susanne G. das Gericht, ob und warum Armstroff zum Schießen nach Tschechien gereist sei. Er bestätigte, dass er im November 2019 und August 2020 mit dieser Frau in Tschechien am Schießtraining teilgenommen hat. „Warum sollte ein Mann während einer Pilgerfahrt zu einem Schießplatz gehen? Zum Spaß“, fügte Armstroff zu Gerichtsfragen hinzu.

Günther K. arbeitete jahrzehntelang in der Neonazi-Szene, nach der Eröffnung der deutschen Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) vor zehn Jahren feierte er seine Aktivitäten. Der NSU in Deutschland tötete aus Rassenhass zehn Menschen, meist ethnische Türken.

Die Enthüllungen des NSU im November 2011 sorgten in Deutschland für politische Umwälzungen, da rechtsextreme Terrorzellen seit Jahren illegal operierten. Einen Zusammenhang zwischen den Morden und dem Rechtsextremismus konnten die Ermittler lange nicht feststellen. Hinter den beiden Bombenanschlägen und 15 Banküberfällen stand auch die Gruppe, bestehend aus Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beata Zschäpe. 2011 begingen Mundlos und Böhnhardt nach den Enthüllungen Selbstmord, Zschäpe wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

Adelmar Fabian

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