Die Hoffnungen, nach den Überschwemmungen Überlebende zu finden, sind zurückgegangen, berichtet Deutschland. 155 Personen vermisst




CTK

Aktualisiert 22. 7. 2021 6:28

Die Hoffnung, nach den verheerenden Überschwemmungen der letzten Woche in Westdeutschland Überlebende zu finden, schwindet. Sabine Lackner, Vizepräsidentin des Technischen Hilfsdienstes des THW, sagte gegenüber deutschen Medien. Am Mittwoch bewilligte die Bundesregierung Soforthilfe für die betroffenen Gebiete in Höhe von 200 Millionen Euro (5,1 Milliarden Kronen).

Überschwemmungen im Westen Aus Deutschland am vergangenen Mittwoch von einem Orkan getroffen, der am Samstag das Land traf und mindestens 174 Menschenleben forderte, davon 172 in den Bundesländern Rheinland-Pfalz (125) und Nordrhein-Westfalen (47). Im am schwersten betroffenen Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz werden noch 155 Menschen vermisst, 764 Menschen werden verletzt behandelt. Die Zahl der von dem Amoklauf betroffenen Menschen allein in Rheinland-Pfalz wird auf knapp 42.000 geschätzt, teilte die DPA am Mittwoch unter Berufung auf die örtliche Polizei mit.

„Im Moment suchen wir noch nach vermissten Personen, zum Beispiel beim Räumen von Straßen oder beim Pumpen von Wasser aus Kellern“, sagte Lacknerová. „Leider ist es jetzt sehr gut möglich, dass wir die Opfer nicht mehr retten, sondern nur noch ihre Leichen“, sagte er.

Auch die Infrastruktur wurde schwer beschädigt, Straßen, Eisenbahnen, Brücken, Mobilfunksender, Stromleitungen, Gas- und Wasserleitungen zerstört oder beschädigt. Nach Angaben der Deutschen Bahn (DB) hat das Hochwasser sieben Regionalstrecken in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen beschädigt und muss komplett neu gebaut oder saniert werden. Insgesamt wurden 600 Streckenkilometer getroffen.

Auch die Landwirtschaft trägt zum Schaden bei. Ernten in überfluteten Gebieten werden vom Wasser weggespült oder Felder werden überflutet, sodass Landmaschinen nicht mehr herauskommen können. Nach Angaben eines Sprechers der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen soll die Auswertung von Satellitenbildern bis Ende der Woche ein genaueres Bild vom Ausmaß der Katastrophe liefern.

Nach Angaben der dpa hat die Bundesregierung am Mittwoch ein Ambulanzprogramm in den betroffenen Gebieten genehmigt. Damit stehen 200 Mio. EUR zur Verfügung, die Länder tragen den gleichen Betrag bei. Insgesamt müssen 400 Millionen Euro (10,3 Milliarden Kronen) für Soforthilfe bereitgestellt werden. Mit dem Geld sollen die größten Schäden an Wohnungen und kommunaler Infrastruktur behoben sowie die Notsituation der Obdachlosen überbrückt werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesfinanzminister Olaf Scholz haben in den vergangenen Tagen zugesagt, innerhalb weniger Tage ohne bürokratische Verzögerungen Soforthilfe zu leisten.

Das Kabinett plant auch die Einrichtung eines milliardenschweren Rettungsfonds. Über die genaue Höhe der Förderung wird jedoch erst entschieden, wenn das Gesamtausmaß der Katastrophe besser abgeschätzt werden kann. Außerdem will Deutschland Gelder aus dem Solidaritätsfonds der Europäischen Union beantragen, den die Mitgliedstaaten bei Naturkatastrophen einsetzen.

Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat derweil eine Soforthilfe von bis zu 3.500 Euro (90.000 Kronen) pro Haushalt zugesagt. Das Geld wird vom Krisenstab gezahlt, ein Schadensnachweis muss der Antragsteller nicht erbringen. Die von der Landesregierung organisierte Sammlung hat bisher 6,2 Millionen Euro (159 Millionen Kronen) gesammelt.

Adelmar Fabian

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