Die Ältesten werden es wieder auf den Schultern tragen

Wener Schuster, der 2019 den Trainerstab der deutschen Nationalmannschaft an Stefan Horngacher übergab, legt seit mehreren Jahren eine Pause von großen Sprüngen ein und trainiert in der Turnhalle in Stams junge Menschen. Er achtet jedoch ständig auf die wichtigsten Entscheidungen im Skispringen, zumal er mit der Eurosport-Station kooperiert.

Kürzlich gab er der deutschen Webseite Eurosport ein ausführliches Interview, in dem er sich unter anderem mit Fragen zur Krise in der polnischen Nationalmannschaft auseinandersetzte. „Ich würde die derzeit ausbleibenden Ergebnisse Polens im Rahmen der Planungen für die Olympia-Saison ausschließen“, sagte er fest. – Sie hatten schon den Weltcup in Wisa, wo sie immer gut gesprungen sind. Das Fernsehen überträgt es, die Leute sehen es und erwarten Ergebnisse. Außerdem weiß Polen sehr gut, dass man eine gute Ausgangsposition braucht, wenn man bei der Vierschanzentournee gut springen will. Der Plan war definitiv, spätestens bei Wisa zu „schießen“. Und das ist ihnen nicht gelungen.

– Es scheint, dass dieses Problem von außen sehr schwer zu diagnostizieren ist – fügte der österreichische Trainer hinzu. – Fakt ist: Die polnischen Skispringer sind Piotr yła, Kamil Stoch und Dawid Kubacki. Jeder von ihnen hat einige individuelle Probleme. Dies fällt besonders in Kubacki, Yle und Stoch nicht so sehr auf. In den letzten Jahren ist es den polnischen Gewerkschaften jedoch nicht gelungen, eine Dynamik innerhalb der Mannschaft zu schaffen, in der junge Leute wirklich Druck machen und anerkannte Sportler manchmal von ihnen entlastet werden. Deshalb würden die Ältesten wieder alles auf ihren Schultern tragen. Ich werde mit Interesse beobachten, ob sie es in naher Zukunft wieder schaffen.

Auch der ehemalige Geiger- und Firmencoach versucht das Problem bei Halvor Egner Granerud zu diagnostizieren. Seiner Meinung nach ist die Situation von Norwegens bestem Springer nicht so kompliziert, wie es scheint. – Es ist relativ einfach zu erklären. Halvor ist noch in guter Form, sonst wird er diese Saison nicht gewinnen. Aber er hatte im letzten Winter im Flug Spuren von Symmetrieproblemen. Für ihn gab es nur zwei Möglichkeiten: entweder war er unter den ersten drei oder er war außerhalb der besten fünfzig oder vielleicht dreißig. Wenn er die erste Flugphase irgendwie überlebte, konnte er sehr weit springen. Wenn nicht, werden wir sehen, was passiert. Es ist eine sehr feine Linie, die im Skispringen sehr selten vorkommt, aber so ist es im Moment. Nicht zu vergessen ist, dass es auch einen mentalen Aspekt gibt: Je öfter Sie sich in solchen Situationen befinden, desto gestresster werden Sie, daher ist es dringend erforderlich, dieses Problem so schnell wie möglich zu beheben.


Adrian Dworakowski, Quelle: Eurosport.de

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Adelmar Fabian

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