Deutschlands Karstadt schließt sechs Läden, kämpft ums Überleben

Radikale Pläne für 2015 könnten 2.000 Arbeitsplätze gefährden. Die neue Führung versuchte, das deutsche Wohlstandssymbol wieder profitabel zu machen.

Düsseldorf – Die deutsche Warenhauskette Karstadt will bis 2015 mindestens sechs ihrer Filialen schließen. Der Plan, der 2.000 Arbeitsplätze gefährden könnte, ist Teil der Bemühungen eines neuen Chefs, Stephan Fanderl, die Verlustkette wieder in die Gewinnzone zu bringen.

Karstadt kündigte an, die Geschäfte in Hamburg, Stuttgart, Göttingen und Köln Ende Juni nächsten Jahres zu schließen. Die Filiale in Frankfurt an der Oder endet ebenfalls im April und die Filiale in Paderborn im Nordwesten des Landes im September.

Es seien schmerzhafte Entscheidungen nötig, sagt der neue Chef

„Die Rehabilitation wird eine Herausforderung“, sagte Fanderl gegenüber The Local.

Wolfram Keil, Vorsitzender der Geschäftsführung, fügte hinzu, dass das einstige Symbol der Wohlfahrt des deutschen Mittelstands nur der Anfang eines langen Genesungsprozesses sei: „Mit den richtigen Zielen, der Unterstützung des Managements und neuen Mitarbeitern können wir die Situation wenden herum“, glaubt er.

Schwarzer Tag für Mitarbeiter

Den Mitarbeitern fiel es jedoch schwer, sich mit der neuen Führungsstrategie anzufreunden. Rennleiter Hellmut Patzelt nannte die Schließung der Niederlassung einen „schwarzen Tag für alle Mitarbeiter“. Laut dem deutschen Portal Deutsche Welle kritisierte Gewerkschaftsvorsitzende Stefanie Nutzenberger das Management erneut für sein Interesse an Kostensenkungen.

Bis zu 17.000 Kettenmitarbeiter könnten auch auf finanzielle Opfer in Form von Lohnkürzungen warten. Zu Weihnachten sollen sie laut Fandlerls Vorschlag keine Prämien erhalten.

Die defizitäre Kette Karstadt wurde vom amerikanischen Milliardär Nicolas Berggruen für 300 Millionen Euro an den österreichischen Investor René Benk verkauft. Berggruen kaufte Karstadt 2010 für nur einen Euro, als dieser pleite ging. Es gelang ihm jedoch nicht, das 130 Jahre alte Unternehmen zu heilen.

Im vergangenen Jahr verlor die deutsche Kette rund 130 Millionen Euro.

Reinhilde Otto

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