Deutschland schließt Truppenabzug aus Afghanistan ab

Deutschland hat seinen Truppenabzug aus Afghanistan früher als erwartet abgeschlossen. Die im Mai beginnende und für den 4. Juli geplante Aktion wurde am Dienstag, 29. Juni, vom Bundesverteidigungsministerium durchgeführt und beendete Deutschlands tödlichsten Militäreinsatz seit dem Zweiten Weltkrieg.

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„Nach fast zwanzig Jahren Einsatz ist die letzte Armee der Bundeswehr . wir [“forces armées”] heute Abend Afghanistan verlassen. Sie machen sich jetzt auf den Heimweg.“Das erklärte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer in einer Erklärung.

„Ein historisches Kapitel geht zu Ende, dessen intensiver Einsatz die Bundeswehr herausgefordert und geprägt hat, in der sich die Bundeswehr im Gefecht bewährt hat. Eine Mission, bei der Angehörige unserer Streitkräfte an Leib und Seele verletzt wurden, Menschen ums Leben kamen, wo wir die Gefallenen betrauern mussten.“, er fügte hinzu. Nach Angaben der Bundeswehr wurden bei der im Jahr 2001 begonnenen Militäroperation 59 deutsche Soldaten getötet – davon 35 im Kampf oder nach Angriffen von Militanten.

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Die letzten Soldaten wurden von vier Militärflugzeugen aus dem Marmal-Feldlager in Mazar-e-Charif transportiert. Dabei handelt es sich um zwei deutsche A400M-Transportflugzeuge und zwei amerikanische C-17-Flugzeuge.

Druck aus Washington

Bis zum Beginn des Truppenabzugs im Mai umfasste das deutsche Kontingent noch rund 1.100 Soldaten im Rahmen der International Security Assistance Force sowie der Ausbildungs-, Beratungs- und Hilfseinsätze zur Terrorismusbekämpfung Resolute Support.

Die Bundeswehr musste den Abzug zuletzt deutlich beschleunigen, nachdem die Regierung von US-Präsident Joe Biden den eigenen Abzug aus den dort seit zwanzig Jahren stationierten Truppen beschleunigt hatte.

Die Vereinigten Staaten als wichtigster Truppensteller hatten zunächst versprochen, sich vor dem 11.e Gedenken an die Terroranschläge der islamischen Organisation Al-Qaida in den USA. Washington setzt sich daher für einen internationalen Truppenabzug vor dem 4. Juli, einem amerikanischen Nationalfeiertag, ein.

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Die mit Abstand am stärksten in Afghanistan verwickelten Länder sind die USA, Deutschland, die Türkei, Großbritannien und Italien. Diese fünf Länder haben 6.000 der 9.592 Soldaten stationiert, die von den 36 NATO-Mitgliedstaaten angeheuert wurden.

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Le Monde mit AFP und Reuters

Adelmar Fabian

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