Deutschland hat im vergangenen Jahr 1,4 Milliarden Euro für die Stabilisierung des Übertragungsnetzes ausgegeben, so viel wie nie zuvor in der Geschichte

Deutschlands Kosten für Maßnahmen zur Stabilisierung der Übertragungsnetze sind im vergangenen Jahr mit 1,4 Milliarden Euro auf einen historischen Höchststand gestiegen. Im Vergleich zu 2019 haben sich beide Zahlungen zur Entschädigung von Betreibern erneuerbarer Energien für die Nichteinspeisung von Strom in das Netz aufgrund drohender Engpässe und Weiterleitungskosten oder Produktionsbeschränkungen für konventionelle Quellen erhöht. Es sagt aus Bundesnetzregulierungsbericht (BNetzA).

Gesamtvolumen und Kosten der Maßnahmen zur Systemstabilisierung sind im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die gesamten Anfangskosten für die Reduzierung der Erzeugung erneuerbarer Energiequellen (RES), die Weiterleitung und die Nutzung der Netzreserven beliefen sich im vergangenen Jahr auf 1,40 Mrd. EUR, ein Anstieg von fast 10 % gegenüber 2019 (1,28 Mrd. EUR). Sie haben den Rekord von 2018 bereits übertroffen.

Die Kosten deutscher Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Stabilität des Übertragungsnetzes. Datenquelle: BNetzA

Produktionsbeschränkungen für erneuerbare Energien

Der Löwenanteil der traditionellen Gesamtmenge entfällt auf die Kompensation der reduzierten Stromversorgung aus erneuerbaren Energien und Quellen der Kraft-Wärme-Kopplung zu einem Zeitpunkt, zu dem dieser Strom wegen Engpassgefahr nicht übertragen werden kann.

Im Jahr 2020 sind insgesamt 6,15 TWh Strom aus EE- und Blockheizkraftwerken begrenzt, was etwa 3 % des gesamten aus diesen Quellen erzeugten Stroms entspricht. Einschränkung der EE-Produktion auf Antrag des Übertragungsnetzbetreibers zur Gewährleistung der Systemstabilität, sodass diese im Vergleich zu 6,48 TWh im Jahr 2019 um rund 5 % zurückgegangen ist.

Mit rund 67 % der begrenzten Produktion bleiben Onshore-Windparks an erster Stelle, gefolgt von Offshore-Windparks mit weniger als 29 %. Off-Grid hauptsächlich in Schleswig-Holstein (50%), gefolgt von Niedersachsen (34%). Obwohl ca. 69 % der Maßnahmen im Verteilernetz umgesetzt werden, wird der Großteil (79 %) durch Engpässe im Übertragungsnetz oder an den Schnittstellen zwischen Verteilernetzen verursacht.

Windpark Havelland in Deutschland. Quelle: Mainova

Die geschätzten Entschädigungskosten für EE- und KWK-Betreiber im Jahr 2020 belaufen sich auf rund 761,2 Mio. EUR (2019: 709,5 Mio. EUR). Dieser Anstieg um rund 7 % ist auf die verschärften Beschränkungen für Offshore-Windparks zurückzuführen. Schadensersatzansprüche werden von Endnutzern durch Netzanschlussgebühren beglichen.

Unterdrückend

Bis 2020 wird der Redispatching-Prozess rund 16,8 TWh Strom aus konventionellen Generatoren betreffen. Das Volumen setzt sich aus 8,5 TWh reduzierter Stromerzeugung und 8,3 TWh Mehrproduktion konventioneller Kraftwerke und Netzersatzkraftwerke zusammen. Das Weiterverbreitungsvolumen im Jahr 2020 ist damit gegenüber 2019 (13,5 TWh) um fast ein Viertel gestiegen.

Grund für das gestiegene Weiterverbreitungsvolumen ist laut BNetzA das gestiegene Maßnahmenvolumen im Zusammenhang mit dem Spannungsmanagement, vor allem aufgrund der geringeren Netzbelastung aufgrund der Coronavirus-Pandemie. Der zweite Grund ist das Volumen der Gegengeschäfte, die statistisch zusammen mit Weitersendungen erfasst werden, und der Anstieg im Wesentlichen aufgrund des bilateralen Abkommens zwischen Deutschland und Dänemark. Es regelt die Mindesthandelskapazität an der Grenze zwischen Dänemark und Deutschland sowie die Zusammenarbeit der Übertragungsnetzbetreiber im Gegenhandelsbereich.

Die anfänglichen Weiterverbreitungskosten beliefen sich im Jahr 2020 auf rund 443 Mio. EUR und lagen damit rund 19 % über dem Niveau von 2019 (373 Mio. EUR).

Wiederübertragung ist eine Situation, in der anstelle der ursprünglichen konventionellen Quelle, die das Netz mit Strom versorgen soll, die Quelle an anderer Stelle platziert wird, um eine Überlastung der elektrischen Systemelemente zu verhindern. Diese Maßnahmen sind teuer, weil es notwendig ist, die ursprünglichen Erzeuger für die Unmöglichkeit der Einspeisung von Energie ins Netz zu entschädigen und gleichzeitig den erzeugten Strom im Austausch für die von ihnen verwendeten Ressourcen zu bezahlen.

Adelmar Fabian

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