Deutschland: Abtreibung, sexuelle Minderheiten und legales Marihuana






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Die Unterzeichnung des neuen deutschen Regierungskoalitionsvertrages

SPD, Grüne und FDP haben heute in Berlin einen Koalitionsvertrag unterzeichnet, in dem moralischen und sozialen Fragen viel Raum eingeräumt wird. Der Verkauf von legalem Marihuana, die Aufhebung des Verbots der Abtreibungswerbung und mehr Rechte und Schutz für LGBT+-Menschen sind einige der Themen, die in der Vereinbarung angesprochen werden.

Gemäß einem heute unterzeichneten Koalitionsvertrag wird Marihuana in Zukunft Erwachsenen zum Konsum in lizenzierten Geschäften zur Verfügung stehen.

Geplante Maßnahmen müssen nach vier Jahren auf „soziale Auswirkungen“ überprüft werden. Im künftigen Koalitionsvertrag der Bundesregierung heißt es außerdem: „Wir werden die Regeln für die Vermarktung und das Sponsoring von Alkohol, Nikotin und Marihuana verschärfen.“

Um Alkohol- und Nikotinmissbrauch zu verhindern, wollten die drei Parteien „sich auf die Verbesserung der Bildung konzentrieren, mit einem Schwerpunkt auf Kinder, Jugendliche und schwangere Frauen“.

Bestimmungen über die Verfügbarkeit von Marihuana haben Proteste bei der deutschen Polizei ausgelöst, und der Deutsche Hanfverband spricht von großem Erfolg im Zusammenhang mit diesem Plan.

Die neue Regierung beabsichtigt auch, das Mindestalter für die Teilnahme an Bundestagswahlen von 18 auf 16 Jahre abzusenken.

Wie von den Koalitionspartnern vereinbart, wird das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche (§ 219a StGB) aufgehoben. „Ärzte müssen in der Lage sein, öffentlich über Abtreibungen zu informieren, ohne Angst vor strafrechtlicher Verfolgung zu haben. Daher werden wir 219a entfernen“, heißt es in der Vereinbarung.

In der Vereinbarung heißt es auch, dass „Abtreibung ein Teil der medizinischen Aus- und Weiterbildung sein sollte“.

„Wir werden der sogenannten Gehwegschikanierung (Protest vor Abtreibungsarztpraxis – PAP) durch Anti-Abtreibung auf legalem Wege entgegentreten“, schrieben die Koalitionspartner.

Das Familienrecht wird demnächst reformiert. Familien mit zwei Müttern sollen elterlich gleich behandelt werden. „Wenn ein Kind aus der Ehe zweier Frauen geboren wird, werden beide automatisch die rechtliche Mutter des Kindes, sofern nichts anderes bestimmt ist“, heißt es im Vertrag.

Die Krankheitskosten für die Geschlechtsumwandlung werden vollständig von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.

Im SPD-Koalitionsvertrag schreiben Grüne und FDP: „Wir haben die Bedürfnisse schutzbedürftiger Gruppen wie behinderte Frauen, Flüchtlingsfrauen und Sonderlinge berücksichtigt.“

Hassverbrechen gegen LGBTQ-Menschen müssen künftig stärker bekämpft werden.

Um „Anfeindungen gegenüber queeren Personen abzuwehren, haben wir (…) einen Nationalen Aktionsplan zur Akzeptanz und zum Schutz von Gender und sexueller Vielfalt entwickelt und umgesetzt“. Die neue Regierung werde „Staaten unter anderem bei der Sensibilisierung in Jugendschulen und -arbeit, der Förderung“ von Angeboten für LGBT-Eltern und dem Umgang mit Vielfalt in der Arbeitswelt unterstützen, insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen und in der Gesellschaft. Sektor. (…) Bundes- und Landespolizei müssen geschlechtsspezifische und queere Hassverbrechen getrennt erfassen.“

„Wir unterstützen Regenbogenfamilien und gleichgeschlechtliche Ehen/Partnerschaften in der EU, damit sie in allen Mitgliedsstaaten mit allen rechtlichen Konsequenzen anerkannt werden. (…) Wir werden Asylverfahren für missbrauchte Freaks überprüfen“, schrieben SPD-Deal, Grüne und FDP .

„Für Trans- und Intermenschen, die aufgrund des bisherigen Gesetzes eine Körperverletzung erlitten oder sich erzwungen haben scheiden lassen, haben wir einen Entschädigungsfonds eingerichtet.“

Das derzeit im Koalitionsvertrag geltende Teilverbot für Blutspenden von homosexuellen und bisexuellen sowie transgender Männern wird komplett abgeschafft.

Aus Berlin Berenika Lemańczyk (PAP)

bml/ Glas/

Adelmar Fabian

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