Deutscher Kabelhersteller für Automobilhersteller nimmt einen Teil seiner Produktion in der Ukraine wieder auf

Aktualisieren: 23.03.2022 13:28
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Berlin – Das deutsche Unternehmen Leoni, das Kabelsätze für Autohersteller herstellt, hat die Produktion in der Ukraine mit 40 Prozent ihrer Kapazität wieder aufgenommen. Das teilte das Unternehmen heute mit Kommunikation. Nach der russischen Invasion wurde die Produktion vorübergehend eingestellt. Aufgrund der Auswirkungen des Krieges und einer größeren Unterbrechung der Lieferkette erwartet das Unternehmen in diesem Jahr niedrigere Umsätze und Gewinne.

Leoni rechnet mit Nachtschichten in der Ukraine, was die Produktion wieder auf 70 Prozent bringen wird. Direktor Aldo Kamper betonte, dass die Mitarbeiter daran arbeiten, Nachtangriffe und die Gefahr von Raketenangriffen zu unterbinden. Oft mussten sie fliehen und sich in Bunkern verstecken. Der grenzüberschreitende Handel ist weiterhin möglich, Unternehmen können eigene Komponenten und Rohstoffe beziehen sowie Produkte exportieren. Ein Teil der Produktion wurde in Fabriken in anderen Ländern verlagert, darunter Rumänien, Serbien, die Slowakei, Tunesien, Ägypten und Marokko, aber das Unternehmen und seine Automobilkunden seien entschlossen, die Ukraine als Zulieferer zu behalten, sagte Kamper.

Leoni hat zwei Fabriken in der Westukraine und beschäftigt rund 7.000 Mitarbeiter. Weitere 2.000 Menschen arbeiten für ihn in Russland.

Der Mangel an Ersatzteilen aus der Ukraine hat die Produktionskapazität von Unternehmen wie BMW, Volkswagen und Mercedes-Benz eingeschränkt. Deshalb reduzierten sie die Arbeitszeit in deutschen Fabriken.

Die Westukraine hat sich dank billiger und hochqualifizierter Arbeitskräfte, der Nähe zu europäischen Autofabriken und reichlich Rohstoffen zu einem wichtigen Produktionszentrum für Kabelbäume entwickelt. Neben dem Leoni werden sie dort von der japanischen Firma Fujikura und der französischen Firma Nexans produziert.

Deutschland Russland Ukraine gegen den Automobilelektronikkonzern Leoni

Reinhilde Otto

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