Dax-Fokus auf 16.000 Punkte

Mit der Bahn ins europäische Ausland zu reisen ist bei Voranmeldung sehr günstig, dennoch lauern beim Ticketkauf auf die Verbraucher noch viele Fallstricke. Das sind die Ergebnisse des diesjährigen Bahntests, den der Verkehrsclub Deutschland (VCD) am Mittwoch in Berlin präsentierte. „Bahnreisen in Europa sind ein Erfolg – ​​wenn man weiß, wo und wie man Tickets bekommt“, sagte VCD-Bundespräsidentin Kristen Harmann dem Tagesspiegel Background.

Satan steckt oft im Detail, sagt VCD-Experte Bastian Kettner. Der italienische Zug Trenitalia bietet zum Beispiel günstige Online-Tickets für die Reise von Deutschland nach Rom an, aber die Fahrkarten müssen an den Bahnhöfen in Italien an speziell dafür entwickelten Automaten ausgedruckt werden. Informationen, die für deutsche Reisende nicht ganz irrelevant sind, sind auf der Trenitalia-Website gut versteckt.

Sechs Tracks in sechs europäischen Ländern getestet

Zu Testzwecken sucht VCD Zugtickets nach Stockholm, Amsterdam, Danzig, Budapest, Rom und Marseille. Die sechs erkundeten Routen starteten in deutschen Städten wie Hamburg, Berlin, München und Frankfurt. Reisen ist immer in den Herbstferien.

Fazit: Wer sechs bis acht Wochen vor Reiseantritt ein Ticket sucht, zahlt auf den meisten Strecken rund 40 Euro pro Person, wobei auch Ticketpreise zwischen 20 und 60 Euro möglich sind. Eine Woche vor Abflug sind die Tickets für die Westeuropa-Route deutlich teurer, und in Danzig und Budapest gibt es noch einige Sonderangebote. Schlafzüge in beliebten Nachtzügen sind oft ausgebucht.

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Die Qualität der Dienstleistungen des Buchungsportals variiert nachweislich stark. Beispielsweise biete die polnische Bahn keine Fahrkarten über das eigene Netz an, beklagt Bastian Kettner. Passagiere müssen jeden Flug separat buchen, obwohl dies in naher Zukunft möglicherweise nicht erfolgen wird, wie dies von der Europäischen Kommission verlangt wird. Wichtige Informationen sind auch nur auf Polnisch auf der PKP-Website verfügbar, und die Preise werden nur in PLN angegeben. Daher kann VCD diese Site nicht empfehlen.

Der DB Navigator der Deutschen Bahn zeigt eine Vielzahl unterschiedlicher Verbindungen an, das Buchungsportal kann jedoch nicht für jede einzelne einen Tarif festlegen. Darüber hinaus gibt es laut VCD keine Garantie für den besten Preis. Alternativ gibt es einen privaten Anbieter, Trainline, der mit den meisten europäischen Zügen funktioniert.

Trainline bietet besonders auf der Strecke Frankfurt-Marseille sehr günstige Tickets an, da das Gate die Spartarife von DB und SNCF kombiniert. Trainline arbeitet jedoch nicht mit den Ungarischen Staatsbahnen zusammen. MÁV bietet die günstigsten Tickets von München nach Budapest an – zumindest für Einzelpersonen. Günstiger hingegen sind Familienreisen mit DB-Tickets.

VCD schlägt eine öffentliche Bestellplattform vor

Für Verbraucher sei die aktuelle Situation ziemlich peinlich, versichert Christine Harman. Sie wollen eine Buchungsplattform, mit der sie mit Sicherheit die besten Tickets finden. Daher forderte VCD die Schaffung einer europaweiten Bestellplattform. Harman glaubt, dass die aktuelle Situation nur gelöst werden kann, wenn die Eisenbahnunternehmer gezwungen sind, Verkaufsdaten zu teilen.

Aber mit den Passagierrechtsreformen in der Europäischen Union im Frühjahr ist es die Norm Stimme nicht zu. „Wir werden hier nicht nachgeben“, sagte Harman. Der VCD will sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass Fahrgäste bei Reisen mit mehreren europäischen Bahnbetreibern das Recht auf ununterbrochenen Erhalt von Fahrscheinen erhalten.

Um den Bahnverkehr in Europa wiederzubeleben, forderte der Verband, dass mehr Grenzübergänge elektrifiziert werden. Bastian Kettner betonte, dass dies auch wichtig sei, weil es bei Straßensperrungen alternative Möglichkeiten gebe. Langfristig will Kettner europäisches Recht, das die großen Städte des Kontinents zusammenhält. Andreas Scheuer (CSU) hinterließ dem künftigen Verkehrsminister Volker Wessing (FDP) eine Absichtserklärung „Trans-Europ-Express 2.0“.

Europäische Bahnen müssen enger zusammenarbeiten, fordert der VCD.Foto: Marijan Murad / dpa

Harman forderte auch die europäischen Eisenbahnen auf, enger zusammenzuarbeiten, um mehr grenzüberschreitende Verbindungen aufzubauen. vor einem Jahr vereinbart Einen guten Auftakt sah er im Nachtzugbündnis der Staatsbahnen aus Österreich, der Schweiz, Frankreich und Deutschland.

Deutsche Bahn soll Schlafwagen kaufen

Langfristig wird es der Deutschen Bahn jedoch nicht ausreichen, nur den österreichischen Nachtzug BB zu betreiben. Harman hofft, dass die Bundesregierung in Zukunft Einfluss auf das DB-Management nehmen wird, um einen weiteren Schlafwagen zu kaufen.

Der VCD empfiehlt auch, dass Deutschland wie Frankreich und Tschechien auf internationale Bahnreisen keine Mehrwertsteuer mehr erheben – da diese Regel auch für den europäischen Luftverkehr gilt. sonst Bahnpreise sinken Kettner könnte es sich als Nachtzug vorstellen oder den Betrieb eines neuen Schlafwagens finanzieren.

„Einige Nachtzüge sind nicht autark“, sagte er. Diese Finanzierung wird es mehr privaten Dienstleistern ermöglichen, Nachtzüge anzubieten. Er sieht ein gutes Zeichen dafür, dass die tschechische Privatbahn Regiojet ab 2022 Nachtzüge von Prag über Berlin nach Amsterdam und Brüssel anbieten will.

Gleichzeitig muss der Flugverkehr aber auch die realen Kosten tragen, „damit mehr Menschen in Europa die Bahn nutzen können“, warnt Kirsten Haarmann.

Adelmar Fabian

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