CDU/CSU-Rektoratskandidaten. Verzögerungszeit | Deutschland – aktuelle deutsche Politik. DW-Nachrichten auf Polnisch | DW

An diesem Wochenende wird über die Kanzlerkandidatur der deutschen Christdemokraten entschieden. Doch weder der CDU-Vorsitzende Armin Laschet noch der CSU-Vorsitzende Markus Söder geben auf. Es gibt kein offizielles Verfahren für einen solchen Deadlock. Während es von den Christdemokraten noch Zusicherungen gibt, dass die beiden Führer „konstruktive Gespräche“ führen, meldet die dpa-Pressestelle, dass noch keine konkrete Einigung erzielt wurde.

„Unsere Konkurrenten warten nicht auf uns“

Ungeduld und Ressentiments wachsen in den Reihen der CDU/CSU. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer fordert eine rasche Entscheidung, möglicherweise „innerhalb der nächsten Stunden“. Wie er im sächsischen CDU-Vorstand betonte, werde bis zu dieser Entscheidung nichts anderes diskutiert. Die Frage der Kanzlerwahl ist wichtig für die Zukunft Europas. Gleichzeitig unterstützte Kretschmer keinen der Kandidaten.

Auch der Vorsitzende des CDU-Landtagsklubs in Rheinland-Pfalz, Christian Baldauf, sagte: „Ich gehe davon aus, dass Fragen zur Kandidatur sehr schnell beantwortet werden.“ Gleichzeitig forderte er eine Konferenz der CDU-Wahlkreisvorsitzenden, um das Thema zu diskutieren.

Im Gegenzug sagte Landwirtschaftsministerin und CDU-Vizepräsidentin Julia Klöckner der Rheinischen Post, Laschet und Soeder sollten sich „so schnell wie möglich, am besten bis zum Wochenende“ einigen. Bekannt ist auch, dass Klöckner den CDU-Chef unterstützte.

Der niedersächsische CDU-Chef Bernd Althusmann warnte in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Ich will einen Wahlkampf starten, unsere Konkurrenten warten nicht auf uns.“ Er fügte hinzu, dass der Fall des Kanzlerkandidaten „innerhalb der nächsten zwei Tage gelöst werden sollte“. Er nahm jedoch keine klare Position dazu ein, wen er unterstützen würde.

Zuvor hatten die Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt und des Saarlandes – Reiner Haseloff und Tobias Hans, die dem CDU-Präsidium angehören, auf die Meinungsumfrage verwiesen. In einer aktuellen Umfrage von ARD-Deutschland Trend führt Söder deutlich (44 Prozent der Wähler für Söder und nur 15 Prozent für Laschet). Deshalb erwähnen ihn seine Anhänger bei der CSU oft.

Merz unterstützt Laschet

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Ministerpräsident Schleswig-Holstein und CDU-Vorsitzender Daniel Günther sowie der hessische Regierungschef und CDU-Vizepräsident Volker Bouffier unterstützten Laschet einstimmig.

Auch der Verlierer im Rennen um die Parteispitze, Friedrich Merz, unterstützte erneut seinen alten Rivalen. „Die CDU hat eine Entscheidung getroffen, und diese Entscheidung bleibt trotz der in jüngster Zeit aufgetretenen Turbulenzen zwischen CDU und CSU in Kraft. Deshalb unterstütze ich diese Woche wieder unseren Präsidenten Armin Laschet“, sagte der 65-jährige Politiker. „Zu einer Einigung kommen. Dieses Land braucht Perspektiven. Dieses Land braucht Führung. Und CDU und CSU werden als politische Führer des Landes gebraucht“, appellierte Merz.

Ex-CDU-Chef kritisiert bayerische Partei

Die ehemalige CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hat die Schwesterparteien scharf kritisiert. Die Legitimität von Parteigremien zu untergraben und sie als „Anhänger“ zu bezeichnen, schade dem „gegenseitigen Respekt und der Zusammenarbeit der Christdemokraten“, sagte der Verteidigungsminister bei einem Treffen in der Konrad-Adenauer-Stiftung. „Und es untergräbt auch die repräsentative Struktur, die wir in der Bundesrepublik haben“, fügte er hinzu.

Unterdessen fehlt laut Markus Söder noch die Unterstützung führender CDU-Gremien für Laschet. Es sei „weise, nicht erst im Nachhinein zu entscheiden“, sagte der bayerische Ministerpräsident. In parteiinternen Debatten gilt Söder als Kandidat mit mehr Basisunterstützung und mehr Macht im Wahlkampf. Der Vorsitzende der CSU-Bundesfraktion im Bundestag, Alexander Dobrindt, betonte das Engagement der CDU/CSU-Bundestagsfraktion: Sie habe ein „natürliches Wahlrecht“ bei der Wahl zum christdemokratischen Kanzler, sagte er dem Blatt. Augsburger Allgemeine.

Nach Angaben der Mediengruppe RND (Redaktionsnetzwerk Deutschland) wollen Soeders Anhänger im CDU/CSU-Bundestagsabgeordneten noch bis Montag, 19. April, Unterschriften sammeln, um am Dienstag eine Abstimmung zu erzwingen. Der Hauptinitiator der Aktion, Christian von Stetten (CDU), will die von ihm veröffentlichte Liste der Vermerke für die 70 CDU-Abgeordneten mit den Unterschriften anderer Abgeordneter kombinieren. Von Stettens Lager erwartet, sich etwa zehn CDU-Politikern und den meisten der 45 CSU-Abgeordneten anzuschließen. Damit konnten die Stimmen von rund 245 Abgeordneten zu Soeder und Laschet nicht mehr abgelehnt werden.

Laschet und Soeder erklärten am vergangenen Sonntag (04.11.2021) ihren Wunsch, als Kanzler zu kandidieren. Die Spitzengremien von CDU und CSU unterstützen ihre Kandidaten. Am Dienstag, 13. April, traten die beiden im CDU/CSU-Bundestagsklub auf, weil Söder darauf bestand, die Meinung der Abgeordneten einzuholen. Seitdem wartet die CDU/CSU-Einrichtung auf eine Einigung. Die Frage ist, wie lange muss man warten?

(ARD,dpa/Flasche)

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Adelmar Fabian

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