Bundesminister: Es wäre klug, Nord Stream 2 nicht zu bauen | Deutschland – aktuelle deutsche Politik. DW Nachrichten auf Polnisch | DW

Nie zuvor haben sich Vertreter der Bundesregierung so kritisch über die russisch-deutsche Gaspipeline an der Ostsee geäußert. – Zu lange die Illusion, dass die russisch-deutsche Gaspipeline in der Nähe der Ostsee nur als privatwirtschaftliches Projekt behandelt werden kann – räumte Wirtschaftsminister und Vizekanzler Robert Habeck am Dienstagabend (22.02.2022) in einem Interview mit ARD ein. . – Energiepolitik ist immer auch Sicherheitspolitik und geopolitisch zu bewerten – betonte der Grünen-Politiker, der Nord Stream 2 immer sehr kritisch gegenüberstand.

Die Bundesregierung hat am Dienstag beschlossen, das Zertifizierungsverfahren für Nord Stream 2 auszusetzen, da Russland die Unabhängigkeit der selbsternannten Republiken Donezk und Luhansk in der Ostukraine und den Einmarsch russischer Truppen in von Separatisten kontrollierte Gebiete anerkennt.

Bundeswirtschaftsminister, Vizekanzler Robert Habeck

Überraschend sei das Vorgehen Russlands laut Habeck nicht gewesen. Auf die Frage, ob es klüger wäre, Nord Stream 2 vorzeitig einzustellen, antwortete Habeck: „Es wäre klug, Nord Stream 2 überhaupt nicht zu bauen.“ Wie er betonte, brauche Europa eine „diversifizierte Energielandschaft“ und keine riskanten Investitionen durch die Ostsee.

Umstrittene Stiftung ausgesetzt

Er schloss nicht aus, dass trotz vorübergehender Aussetzung des Genehmigungsverfahrens für den Bau der Gaspipeline das Projekt schließlich beerdigt werden könnte. – Natürlich ist es immer noch möglich, dass Nord Stream 2 ein Element von Sanktionen sein wird – sagte er. Wichtig sei, fuhr er fort, dass Europa und die USA jetzt gemeinsam handeln müssten und nicht bei der Verhängung von Sanktionen miteinander konkurrieren würden.

Die Tageszeitung „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ schrieb am Mittwoch (23.2.2022), dass auch im deutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern, wo eine Gasleitung aus Russland endet, die Behörden ihre Unterstützung für die Entscheidung der Bundesregierung zum Einfrieren des Projekts bekundet haben. Die stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes, Simone Oldenburg (Linke), sagte auf einer Pressekonferenz, die Regierung sei von den Entwicklungen in der Ostukraine „tief bewegt“.

Die Landesbehörden forderten auch die Stiftung Klima und Umweltschutz Mecklenburg-Vorpommern, die eine umstrittene Verbindung zu Nord Stream 2 darstellt, auf, ihre Aktivitäten einzustellen. Zu den Aufgaben der Stiftung gehört die Unterstützung beim Abschluss des Baus einer Gaspipeline angesichts der US-Sanktionen. „Im Moment dreht sich alles um Krieg und Frieden“, sagte Oldenburg, der nun die erkrankte SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig ersetzt. Schwesig ist einer der härtesten Verteidiger bei Nord Stream 2.

Eckehard Beitel

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