Breslau: Ausstellung „Tadeusz Różewicz (1921-2014) und Deutschland“ ab Freitag

  • Anlässlich der Breslauer Feierlichkeiten zum Tadeusz Różewicz-Jahr hat das Zentrum für Germanistik und Europastudien der Universität Breslau beschlossen, die Ausstellung „Tadeusz Różewicz (1921-2014) und Deutschland“ vorzubereiten, die einem Aspekt des Werkes und Lebens des Dichters gewidmet ist
  • – Vor einigen Monaten hatte ich in Breslau die Gelegenheit, mehrere Open-Air-Ausstellungen zu sehen, die Tadeusz Różewicz gewidmet waren, und das deutsche Thema war in dieser Ausstellung nicht sehr sichtbar. Daher haben wir uns entschlossen, diese Lücke zu schließen und den Einwohnern von Wrocław anzubieten, aber nicht nur, Tadeusz Różewicz von einer etwas anderen Seite kennenzulernen – sagt der Direktor des CSNE, Prof. Krzysztof Ruchniewicz
  • – Außerdem sind die polnisch-deutschen Beziehungen derzeit nicht die besten. Wir konzentrieren uns jedoch oft auf die politischen Beziehungen und wissen nicht, dass es in der Vergangenheit in Bezug auf die kulturellen Beziehungen viele Anzeichen für eine großartige Zusammenarbeit und einen großartigen Austausch gegeben hat – sagte er.
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Der Wissenschaftler betonte, dass die Autoren der Ausstellung auch auf die Rolle des deutschen Übersetzers der Lyrik und Prosa von Różewicz aufmerksam gemacht haben.

– Ich denke, dadurch haben wir nicht nur einen vollständigen Einblick in die Arbeit von Różewicz und seine Rezeption erhalten, sondern auch über die Menschen, die diese Bemühungen unternommen haben, zwischen Polen und Deutschland zu vermitteln – erklärt Ruchniewicz.

Er fügte hinzu, dass während einige polnische Schriftsteller nur einen Verleger oder Übersetzer haben, Tadeusz Różewicz viele von ihnen. – Dies zeigt die Bedeutung dieses Dichters in den polnisch-deutschen Beziehungen, zeugt aber auch von der universellen Form seiner Poesie – betont er.

Diese Ausstellung wurde mit finanzieller Unterstützung des Kanzlers der Universität Breslau, Prof. Przemysaw Wiszewski und Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Breslau, Hans Jörg Neumann. Die ehrenamtliche Schirmherrschaft der Ausstellung übernahm der Breslauer Bürgermeister Jacek Sutryk.

Vizekanzler für studentische Angelegenheiten der Universität Wrocław prof. Tomasz Kalisz weist darauf hin, dass eine solche Initiative sehr wichtig ist.

– Erstens, weil wir wertvolles menschliches, kulturelles und soziales Material bewahren. Dieses letzte Element der Arbeit von Tadeusz Różewicz ist im Kontext dieser Ausstellung sehr wichtig, nämlich die polnisch-deutschen Beziehungen. Dies ist eine Sinuswelle, und heute könnten wir mit dieser Funktion an der falschen Stelle sein – urteilte er.

In Bezug auf den Grund, warum CSNE beschlossen hat, Prof. Marek Zybura, Mitautor des Textes zur Ausstellung, weist darauf hin, dass sich das Zentrum in den letzten Jahren mehrfach mit dem Werk des Dichters auseinandergesetzt hat. Beispiele sind der Studienband, der sich dem deutschen Kontext seines Werkes widmet, oder die zweibändige Ausgabe der Korrespondenz von Różewicz mit seinem vielleicht wichtigsten Übersetzer Karl Dedecius.

Die wichtigsten Gründe sind jedoch – wie er erklärt – die Haltung von Tadeusz Różewicz, seine Beteiligung am Dialog und sein polnisch-deutsches Verständnis.

– Różewicz war ein vom Krieg tief betroffener Mann, Deutschland tötete seinen geliebten Bruder, der ihm ein Vorbild war, und führte ihn in die Mysterien der literarischen Kunst ein. Trotzdem gelang es ihm während des Krieges, zwischen dem deutschen Nationalsozialismus und der deutschen Kultur, zwischen Nazi-Deutschland und anderen sogenannten Deutschen zu unterscheiden, die in seinen Augen von Thomas Mann symbolisiert wurden. Und er war bis an sein Lebensende ein unermüdlicher Verfechter der deutsch-polnischen Verständigung und Versöhnung – sagt Prof. Zybur.

Er fügt hinzu, dass dieser Faden auch in der Korrespondenz des Dichters mit dem Übersetzer Karl Dedecius auftaucht. – Er versteht die Literatur, ihre Übersetzung hauptsächlich ins Deutsche, als Beitrag zu dieser Verständigung und Versöhnung. Und es ist nicht verwunderlich, dass, als in unserer Zeit die ersten Kratzer auf dem, was wir in unseren gegenseitigen Beziehungen zu Deutschland erreichten, in unserer Zeit auftauchten, es begann, ihn sehr zu beunruhigen. Man kann sich nur vorstellen, wie Tadeusz Różewicz die aktuelle Situation kommentieren würde, es würde ihm definitiv das Herz brechen – sagte er.

Der deutsche Generalkonsul in Breslau, Hans Jörg Neumann, der auch an der offiziellen Ausstellungseröffnung teilnahm, betonte, dass er in Tadeusz Różewicz einen Beitrag zur polnisch-deutschen Aussöhnung sehe.

Er war sehr früh bereit, Deutschland als Partner und nicht als ehemaligen Feind zu behandeln. Trotz seiner schwierigen Kriegserfahrungen kann man in seinen Gedichten seine positive Einstellung zu Deutschland erkennen. Różewicz war derjenige, der Brücken baute, als die meisten noch gar nicht daran dachten. Ich hoffe, dass dadurch, dass die Ausstellung auch nach Deutschland geht, ein breiterer Kreis diesen wunderbaren polnischen Dichter kennenlernen kann – schloss er.

Die Ausstellung ist bis Ende Oktober in der Kuźnicza-Straße zu sehen, danach in Dresden.

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Adelmar Fabian

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