Blockieren Sie den Sitz nicht und lassen Sie das Fahrrad zu Hause. Auch Diskontsätze in Deutschland bringen Probleme mit sich

In Deutschland kann man für einen lukrativen Monatstarif von neun Euro (222 Kronen) uneingeschränkt mit dem Regionalverkehr quer durchs Land reisen. Der häufigste Satz, den Fahrgäste in überfüllten Zügen inzwischen von Schaffnern hören, ist, dass sie freie Plätze nicht mit Taschen und Rucksäcken blockieren dürfen. Sie haben ihn als Kindergartenkorrespondenten in Deutschland bezeichnet.

Bedenken wegen der noch immer geltenden Maskenpflicht im deutschen ÖPNV sind marginal, da aus einer billigen Bahnfahrt manchmal eine Neun-Euro-Hölle wird.

„Seien Sie bitte vorsichtig und stellen Sie Ihr Gepäck nicht auf den Sitzplatz. Andere würden gerne auch in den Genuss des Neun-Euro-Tickets kommen“, drang vereinzelt ein Lautsprecher im überfüllten Regionalzug aus dem brandenburgischen Elsterwerda an Berlin.

Das Set war in Elsterwerd voll beladen, bestand hauptsächlich aus Fahrgästen des Zuges aus Dresden. Etliche Fahrgäste entschieden sich, auf ihrer Reise von der sächsischen Landeshauptstadt nach Berlin Geld zu sparen, und entschieden sich für die Anreise mit Regionalzügen statt Schnellzügen. Auch wenn die Fahrt weniger als 90 Minuten länger ist als die üblichen zwei Stunden und man zudem auf mindestens einen Umstieg angewiesen sein muss, hat man immer noch 30 Euro (740 Kronen) im Portemonnaie.

Auch Juliane und ihre Freunde machten sich von Dresden aus auf den Weg durch Elsterwerda. Jeder von ihnen schleppte einen Rucksack auf einer Matte, sehr zum Missfallen der anderen Passagiere. Gemeinsam fuhren sie nach Rostock in Mecklenburg-Vorpommern, um ihre Freunde zu treffen. Die Reise würde sie zu einem wichtigen Teil des Tages machen, da sie Freiberg bei Dresden verließen. Aber Juliane hatte keine Zweifel, dass sich die Fahrt mit dem Regionalzug ans Meer gelohnt hat.

„Wir werden ungefähr sieben Stunden mit zwei Umstiegen reisen, mit dem Express werden es fünf Stunden mit einem Umsteigen sein“, erklärte er. Aber der Hauptgrund ist das gesparte Geld. „Wir fahren umsonst, weil die Neun-Euro-Karte schon lange bezahlt ist. Das ist eine tolle Sache“, fügte er hinzu.

Während Juliane und ihre Freundinnen im vollen Satz keine gute Laune hinterließen, verbargen einige ihre Wut nicht. Diejenigen mit Fahrrädern, die andere dazu überreden, ihnen Platz zu machen, sind wütend.

Der Transport von Fahrrädern ist gerade der häufigste Streitpunkt, da viele Menschen nicht mit der Bahn fahren und diejenigen, die es schaffen, Probleme beim Aussteigen haben. Daher fordern die Deutsche Bahn sowie andere Betreiber Fahrgäste auf, ihre Fahrräder zu Hause zu lassen, da deren Verladung auf stark befahrenen Strecken keineswegs sicher ist.

Aber nicht nur Fahrräder, sperriges Gepäck und überfüllte Züge können das Reisen mit einem 9-Euro-Ticket erschweren. Auch der Schienenumbau ist ein großes Problem, das gilt auch für die Verbindung von Elsterwerda nach Berlin. Ab der Stadt Zossen bei Berlin verkehren Züge statt zu fahren und sorgen so für Verspätungen.

Ein weiterer Treffer ist ein Notfall, der ein Eingreifen der Feuerwehr erfordert. Die Internetverbindung an diesem Ort ist nicht die beste, daher sind die Passagiere bereit, Informationen darüber auszutauschen, was wirklich passiert ist.

Der Zug hielt schließlich an der Berliner Grenze, da die Strecke vorübergehend gesperrt war. Als der Zug wieder abfuhr, hatte er bereits eine Stunde Verspätung. Aber auch das ist noch nicht das Ende des Leidens. Der Zug hält am Bahnhof Lichterfelde, wo die Fahrgäste von Schaffnern zum Umsteigen in die S-Bahn aufgefordert werden, da der Zug einige Zeit am Bahnhof warten wird.

An einem fast leeren Set blieb Juliane bei ihren Freunden, als die Schlange direkt auf Rostock zusteuerte. Die Gruppe war immer noch guter Laune, vielleicht unterstützt durch den Biervorrat, den die Jugendlichen mitgebracht hatten.

Regelmäßige Pressemitteilungen der Polizei belegen, dass das Reisen mit dem Regionalverkehr in Zeiten niedriger Monatstarife oft nicht einfach ist. Die Situation in den überfüllten Waggons wurde von Zeit zu Zeit so heiß, dass der Schaffner die Polizei bitten musste, den Zug zu evakuieren. Es ist nicht ungewöhnlich, dass einige Passagiere bei solchen Eingriffen von der Polizei wegen Aggressivität festgenommen werden.

Die eigentliche Bewährungsprobe für die Kapazitäten im Regionalverkehr und die Geduld der Fahrgäste sind jedoch die Pfingstferien Anfang Juni. „Willkommen in der Neun-Euro-Hölle“, begrüßte der Schaffner im touristisch attraktiven bayerischen Regensburg Fahrgäste, die es schafften, in den überfüllten Regionalzug einzusteigen.

Astor Kraus

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