BeschreibungWährend sich Merkels Ära dem Ende zuneigt, greift eine neue Generation von Ökonomen den Sparkurs an und vertritt die Vorstellung einer risikofreudigen Nation, die bereit ist, Schulden aufzunehmen, um langfristig zu investieren.
Sohos Haus in Berlin ist einer der schönsten Orte, der Deutschlands Hauptstadt so bezaubernd macht. Ein Ort, an dem, wie auf dem Pergament des Mittelalters, die Geschichte ihre Spuren hintereinander hinterlässt, die nie ganz verloren gehen. Dieses elegante Gebäude in der Torstraße 1 war Ende der 1920er Jahre ein jüdisches Kaufhaus, das 1933 von den Nazis beschlagnahmt wurde, um die Hitlerjugend zu beherbergen, bevor es während der Demokratischen Republik (DDR) zum Sitz des Einparteienregimes umgewandelt wurde. der SED (Vereinigte Sozialistische Partei). Heute ist es ein sehr beliebtes Hotel und privater Club in der Berliner Tech-Szene.
Christian Miele, 34, Präsident des Deutschen Startup-Verbandes, sitzt an einem Tisch im siebten Stock des Soho House. Er ist auch sozusagen das Palimpsest der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Hinter seinem langen, perfekt gestutzten Bart und dem „Techniker“-Auftritt entstammt er einer der traditionsreichsten Unternehmerfamilien Deutschlands: dem Miele-Clan, der seit fünf Generationen den gleichnamigen Hausgerätehersteller führt. , mit 100 % Familienkapital. „Mein Urgroßvater Carl Miele hat das Unternehmen gegründet, mein Onkel leitet es heute, sagte Christian Miele. Ich bin nicht der Erbe, aber wir reden viel miteinander. „
„Entdecke den Geist des Risikos neu“
Deshalb wählt Christian nicht den Weg der High-End-Waschmaschinen oder gar den Weg des Familienkapitalismus. Er begann seine Karriere bei Rocket Internet, bei Oliver Samwer, einem der Sponsoren des Berliner Startup-Ökosystems. Christian ist jetzt Partner bei Headline, einem internationalen Risikokapitalfonds.
„Als Familienunternehmen mit langer Tradition wollen wir das Gelernte bewahren, vor allem nichts verderben, wir neigen dazu, den Geist der Gründer zu verlieren. Diesen Geist des Risikos will ich neu entdecken.“ fuhr Christian Miele fort. Im Juli sorgte er im Linkedin-Netzwerk für Furore, indem er nach einem Besuch im Elysée schrieb: „Was mich an Emmanuel Macron beeindruckt hat: Er hatte große Ambitionen und Visionen für Europa. Angela Merkel, vor der ich großen Respekt habe, ist dieses Thema noch nie so enthusiastisch angegangen. „ Seine Kommentare waren heftig: Christian Miele war eine der Schlüsselfiguren in den Wirtschaftsdebatten jenseits des Rheins, weit bekannter als sein Onkel, Vorstandsvorsitzender Miele.
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