Taliban erschießt Verwandten eines deutschen Pressejournalisten – News

Die Taliban haben einen Angehörigen eines Journalisten erschossen, der für die Deutsche Welle (DW) in Afghanistan arbeitete und von den Aufständischen gesucht wird, berichtete der öffentlich-rechtliche Sender an diesem Freitag (20) auf seiner Website.

Ein weiteres Familienmitglied des Journalisten, dessen Identität nicht bekannt gegeben wurde und das sich in Deutschland aufhält, wurde verletzt. Mehreren Familienmitgliedern gelang die Flucht, als die Taliban von Tür zu Tür gingen.

„Die Ermordung eines Verwandten eines unserer Redakteure durch die Taliban gestern (Donnerstag) ist äußerst tragisch und zeigt die große Gefahr, in der sich alle unsere Mitarbeiter und ihre Familien in Afghanistan befinden“, sagt DW-Hauptgeschäftsführer Peter Limbourg ein Statement.

„Es ist klar, dass die Taliban sowohl in Kabul als auch in den Provinzen organisierte Operationen zur Suche nach Journalisten durchführen. Die Zeit wird knapp.“

Die Taliban hätten die Wohnungen von mindestens drei Journalisten des Senders besucht, teilte die DW mit.

Deutsche Sender und andere Medien haben die Berliner Regierung aufgefordert, schnell zu handeln, um afghanischen Beamten zu helfen.

Nach der Machtergreifung in Afghanistan und dem Einmarsch in Kabul am Sonntag (15) starteten die Taliban eine PR-Kampagne und verpflichteten sich, die Pressefreiheit zu respektieren und allen Gegnern zu vergeben.

Geheime UN-Dokumente, die der AFP zugänglich sind, besagen jedoch, dass sie die Suche nach Personen verstärken, die mit US- und NATO-Streitkräften arbeiten.

Die Afghanen haben das ultrakonservative islamische Regime nicht vergessen, das die Taliban von 1996 bis 2001 mit brutalen Strafen wie Steinigung verhängt hatten.

Adelmar Fabian

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