Spannungen in der Ukraine: Biden erwägt Evakuierung von Amerikanern, Pentagon erstellt Szenario

Für eine Änderung der Gespräche forderte Putin verlässliche und rechtsverbindliche Garantien, dass die Nato nicht nach Osten expandiert. Nach der ersten Reaktion der Experten machte das Telefonat Hoffnung auf Entspannung.

Treffen der Präsidenten der USA und Russlands: Biden droht mit Reaktion auf Eskalation in der Ukraine

Bereits Mitte Oktober warnte der amerikanische Geheimdienst seine Verbündeten vor einer möglichen russischen Aggression gegen die Ukraine Ende dieses Jahres, aber eher Anfang nächsten Jahres. Die deutsche Wochenzeitung Bild stellt einen möglichen Angriffsplan vor, bei dem sich die Russen aus fast allen Teilen der Welt außer dem Westen auf ihre Nachbarn stürzen werden. Russland hat an der Grenze zur Ukraine etwa 100.000 Soldaten und schwere Artillerie aufgestellt, auch die Schwarzmeerflotte ist in Bereitschaft. Auch an der Nordgrenze zu Weißrussland erschienen russische Truppen.

Muskelshow oder echte Vorbereitung?

Trotz des gestrigen Telefonats des Präsidenten bleibt unklar, ob Moskau nur Stärke zeigt, bevor es über politische Zugeständnisse oder echte Invasionsvorbereitungen verhandelt. In diesem Zusammenhang warnten die ukrainischen Medien in den letzten Tagen, Putin habe sich seit mehreren Jahren sorgfältig auf die aktuelle Situation vorbereitet. Sie leiten zum Beispiel aus Russlands beispiellosen Goldreserven ab.

Laut einer amerikanischen Fernsehquelle CNN erwägt die Biden-Regierung immer noch die Möglichkeit, im Falle eines Angriffs Amerikaner aus der Ukraine zu evakuieren. Die Regierung habe nach Angaben von Quellen noch keine Angst vor einem russischen Angriff, ziehe es aber vor, auf alle Szenarien vorbereitet zu sein. Trotz des Optimismus, der durch die Gespräche der Präsidenten ausgelöst wurde, räumen die Amerikaner weiterhin die Möglichkeit ein, dass Moskau Angriffspläne hat. Und Washington reagiert laut CNN unter dem Einfluss der Lehren aus der stark kritisierten Evakuierung seiner Bürger aus Afghanistan nach dem Einfall der Taliban, ein Schritt, der nicht nur viele westliche Politiker, sondern vor allem den amerikanischen Geheimdienst überrascht hat.

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Ein möglicher Rückzug zumindest einiger amerikanischer Diplomaten aus dem relativ weit vom Donbas und der Krim entfernten Kiew ist selbst nach Angaben von Analysten, die von CNN kontaktiert wurden, höchst unwahrscheinlich. Dies wäre ein Propagandasieg für Moskau. Obwohl die Ukraine nicht in der NATO ist, ist sie ein Partner der Vereinigten Staaten. „Außerdem ist die Ukraine nicht Afghanistan, und eine Szene, die an Kabul erinnert, ist undenkbar“, sagte die Fernsehquelle.

Auch die US-Botschaft in Kiew hat US-Bürgern keine neuen Anweisungen zur Vorbereitung der Ausreise erteilt. Der letzte von Ende November warnte nur vor „Berichten über ungewöhnliche beunruhigende russische Militäraktivitäten an der Grenze zur Ukraine und auf der besetzten Krim“. Sie warnten auch in der Ukraine lebende Amerikaner, dass sich die Sicherheitsbedingungen in Grenzgebieten schnell ändern könnten.

Diskussion über mögliche Szenarien

Im Pentagon werden laut CNN derzeit mögliche Evakuierungsszenarien diskutiert. Die Optionen reichen von kleineren Operationen, bei denen nur das von der Regierung benötigte Regierungspersonal das Land verlässt, bis hin zu großen Operationen, an denen US-Bürger beteiligt sind. Sollte das schwarze Szenario eintreten und Russland angreifen, würde das Außenministerium über jegliche Evakuierung entscheiden.

Ähnliche Pläne gab es in den letzten Tagen übrigens auch für Amerikaner in Äthiopien, wo sich die Sicherheitslage aufgrund des anhaltenden internen Konflikts ebenfalls stark verschlechtert.

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Laut Analysten versucht Washington derzeit vor allem, Wladimir Putin an einer weiteren Eskalation zu hindern. Weder durch telefonische Warnungen bei Gesprächen mit Biden noch durch ukrainische Militärunterstützung. Seit der Annexion der Krim durch Russland im Jahr 2014 haben die Vereinigten Staaten Kiew Militärhilfe in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar (über 50 Milliarden Kronen) geschickt.

Sie haben auch signalisiert, und Biden sagte in einem Telefonat, dass die Konsequenzen schwerwiegend sein würden, wenn Moskau sich der Aggression widersetze: neue Sanktionen, ein Bruch mit Russlands internationalem Finanzsystem und eine weitere Aufstockung der US-Streitkräfte an der Ostflanke der NATO.

Adelmar Fabian

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