Olaf Scholz wird neuer Bundeskanzler. Wie geht es Merkel weiter?

Am Mittwoch übergab Angela Merkel offiziell das Amt der Bundeskanzlerin an Olaf Scholz und seine vereidigten Minister. Mit seinem Rücktritt von seinem Amt nach 16 Jahren tauchen immer mehr Details auf, was der 67-Jährige nun tun wird.

Anlässlich der Vereidigung gratulierte Angela Merkel ihrem Nachfolger. – Übernimm das Eigentum an diesem Haus und arbeite damit zum Wohle unseres Landes. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass die Wahl in dieses Amt ein bewegender Moment ist. Ich wünsche dem ganzen Land alles Gute – sagte Merkel.

Die Übergabezeremonie

Scholz betonte in seiner Rede, dass dies eine spannende und lohnende Aufgabe sowie eine Herausforderung sei. – Wenn man sich mit Freude nähert, ist dies vielleicht eine der schönsten Aufgaben für dieses Land – sagte er. Scholz dankte auch seinem Vorgänger während seiner 16 Jahre als Kanzler und fügte hinzu, Merkel mache „Großartiges“.

Das neue Bundeskabinett hat am Mittwoch vor dem Bundestag den Eid abgelegt. Auf Wunsch der Bundestagspräsidentin Bärbel Bas versprachen die Minister, „ihre Energie dem Wohl des deutschen Volkes zu widmen“. Bas sprach den Mitgliedern der Regierung „direkt und auch im Namen der DVR für ihre Aufgaben“ seine besten Wünsche aus.

Zuvor verlas Bas die Namen der von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ernannten Minister. In den SPD-Fällen Nancy Faeser (Inland), Hubertus Heil (Arbeit/Soziales), Christine Lambrecht (Verteidigung), Karl Lauterbach (Gesundheit), Svenja Schulze (Entwicklung), Klara Geywitz (Bau) und Wolfgang Schmidt (Kanzlei) . . Bei den Grünen sind es Robert Habeck (Vizekanzler und Klima/Wirtschaft), Annalena Baerbock (Auswärtige Angelegenheiten), Cem zdemir (Landwirtschaft), Steffi Lemke (Umwelt) und Anne Spiegel (Familie), im FDP-Fall Christian Lindner (Finanzen), Marco Buschmann (Justiz), Volker Wissing (Verkehr) und Bettina Stark-Watzinger (Bildung/Forschung).

Und was ist jetzt mit Angela Merkel?

Der ehemalige Bundeskanzler hat lange verschwiegen, was er nach seinem Rücktritt und mehr als 30 Jahren im Bundestag tun wird. In den letzten Monaten hat Angela Merkel jedoch einige Hinweise auf ihre Zukunftspläne gegeben, die es uns erlauben, zumindest teilweise zu zeigen, was sie vorhat.

Bei einer Pressekonferenz im Sommer nach ihrem bevorstehenden Ruhestand gefragt, hat Merkel noch keine Geheimnisse. Ihr Mann Joachim Sauer und sie werden mit ihrer Zeit wohl etwas anfangen können – sagt die 67-Jährige selbst. Im Juli wurde es etwas konkreter: Als er die Ehrendoktorwürde der Johns Hopkins University erhielt, sagte er, er wolle eine Pause einlegen und überlegen, was ihn „wirklich interessiert“.

Merkel wird sich mittelfristig wohl kaum vollständig aus der Gesellschaft zurückziehen. Das sagte er zumindest aus dem Videoanruf der Unionsfraktion am Dienstag. Dort betonte er, dass er das Land nicht verlassen werde. Zuerst würde sie in das „Büro von Margot Honecker“ Unter den Linden ziehen. Das ist heute das Bundestagsgebäude, in dem zu DDR-Zeiten der Kultusminister und seine Ehefrau Erich Honecker, Staatsoberhaupt, wohnten. Dort befindet sich auch das Amt von Helmut Kohl als Altkanzler.

Die 67-Jährige wird auch nach Ablauf ihrer Amtszeit Mitarbeiter in ihrem Büro haben. Auf sieben Mitarbeiter könne er zählen. Außerdem müssen zwei Treiber verfügbar sein. Merkel wird vielleicht in Zukunft öfter nach Nordost-Brandenburg reisen. Seit 2019 ist er Ehrenbürger der Stadt Templin in der Uckermark, wo er aufgewachsen ist. Bis heute hat sie eine Datscha im Spa, die sie im Büro als persönliches Ziel betrachtet.

Quelle: t-online.de / Foto: depositphotos.com von 360ber

Adelmar Fabian

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