Künstliche Intelligenz vervollständigt Beethovens 10. Symphonie. So hört es sich an

Beethovens Neunte Symphonie war eigentlich seine letzte. Von der Zehnten gelang es dem Meister, nur wenige Schallplatten aufzunehmen, bevor er 1827 starb. Das Team aus Musikwissenschaftlern und Programmierern der Deutschen Telekom versuchte jedoch, die Arbeit mit künstlicher Intelligenz zu vollenden.

Die Arbeit des internationalen Teams begann im Jahr 2019. Unter der Leitung von Dr. Matthias Röder war an dem Projekt beteiligt als Musikwissenschaftler Robert Levin von der Harvard University, Professor Ahmed Elgammal vom Department of Computer Science der Rutgers University, Mark Gotham von der Cornell University, der Komponist Walter Werzow und Professorin Christine Siegert vom Beethovenhaus Bonn.

Statue von Ludwig van Beethoven in Bonn, Deutschland

Foto: Profimedia.cz

Das Team bestand aus insgesamt zehn Experten, die während der Arbeit und bei Anrufen 250 Stunden lang 10.000 E-Mails austauschten. Die Macher enthüllten auch, dass künstliche Intelligenz ihre Fähigkeiten an 10.000 Songs trainiert hat, die zusammen zwei Millionen Töne enthalten. Die Lieder wurden von 57 Musikern mit 18 verschiedenen Musikinstrumenten gespielt. Deshalb hat die Künstliche Intelligenz gelernt, Beethovens Stil zu „verstehen“.

Damit basierte die neue Komposition nicht nur auf Beethovens erhaltenen Entwürfen, sondern wurde fast 250 Jahre nach seinem Tod vollendet. „Anfangs haben wir versucht, die neuesten Entwicklungen im Bereich der digitalen Musikerzeugung zu verstehen. Wir haben verschiedene Methoden ausprobiert und uns schließlich für eine entschieden, die von der Computerverarbeitung natürlicher Sprache inspiriert wurde. Wir haben diese Methode dann für Musikverarbeitungszwecke modifiziert. Unser Ziel ist es, die Grenzen der Musik zu verschieben, sie auf eine neue Ebene zu verstehen und immer längere Sequenzen zu kreieren. Damit wir wirklich aussagekräftige Kompositionen kreieren können“, sagt Professor Ahmed Elgammal.

„Künstliche Intelligenz ermöglicht es uns, die Fortsetzung musikalischer Sätze in zwanzig oder sogar hunderten verschiedenen Versionen zu denken. Außerdem macht jedes experimentelle Ergebnis dank algorithmischer Präzision Sinn“, erläutert Professor Levin die Vorteile der Arbeit mit künstlicher Intelligenz und fügt hinzu dass es die Aufgabe von Musikwissenschaftlern ist, die beste der angebotenen Optionen auszuwählen.

Vorerst sind nur Hörproben des Gesamtwerks erschienen, die Klassikliebhaber bei der feierlichen Uraufführung am 9. Oktober um 19 Uhr im Forum Telekom in Bonn unter der Leitung des Dirigenten Dirk Kaftan hören können.

Adelmar Fabian

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