„Er hat es wirklich geglaubt.“ Beckers Anwalt mildert Prozess, Deutschland drohen nun sieben Jahre Haft

Er gewann sechs Mal den Grand Slam, verdiente mehr als 50 Millionen Dollar im Tennis, aber jetzt könnte er wegen Behinderung eines Insolvenzverfahrens bis zu sieben Jahre ins Gefängnis gehen. Die deutsche Legende Boris Becker hörte am Freitag ein Gerichtsurteil, dass er sich in vier der 24 Anklagepunkte schuldig gemacht habe. Justici entkräftete das Argument des Anwalts nicht, der Barcelona-Olympiasieger habe seinen Beratern einfach zu sehr vertraut.

Finanzielle Probleme mit dem dreimaligen Wimbledon-Sieger bestehen seit 2017, als er Privatinsolvenz anmeldete. Einen Kredit von 3,5 Millionen Euro bei der Privatbank Arbuthnot Latham hat er nicht zurückgezahlt.

Ein Gericht in London hat seit Ende März 24 Anklagen gegen den 44-jährigen Becker verhandelt.

„Dieser Mann ist knapp bei Kasse. Er ist zu vertrauensselig und auf seinen Anwalt angewiesen. Manche beraten ihn gut, andere wollen nur ein Stück vom Kuchen abhaben“, beruhigte das Gericht Beckers Anwalt Jonathan Laidlaw und fügte hinzu, dass sein Mandant sicher nicht in die Irre geführt worden sei Behörden mit Absicht.

Laut dem deutschen Server Sport1.de war die Tennislegende mit seiner derzeitigen Partnerin Lilian De Carvalho Monteir und seinem 24-jährigen Sohn Noah im Gerichtssaal.

Aber auch das ließ das Gericht nicht weicher werden und befand den deutschen Meister in vier Punkten für schuldig. Ihm zufolge gibt es zahlreiche Beweise dafür, dass er illegal Eigentum übertragen, zusätzliche Schulden versteckt und zwei Immobilien in Deutschland versteckt hat.

Mit 20 verbleibenden Punkten wurde Becker jedoch gelöscht. Unter anderem hat er seinen Gläubigern neun Trophäen und Medaillen nicht gegeben, die er nicht versteigert hatte, um einen Teil seiner Schulden zu begleichen. Der Deutsche argumentierte, dass die Trophäen „einfach verschwunden sind und nicht wissen, wo“.

„Es ist in seinem Interesse, sie zu finden, er hat keinen Grund, sie zu verstecken, er will sie seinem Sohn noch einmal zeigen“, sagte Laidlaws Anwalt vor Gericht.

Auch Beckers Trainerkarrieren mit dem Serben Novak Djokovic liefen zusammen und arbeiteten drei Spielzeiten lang zusammen. Außerdem verdient er sich als Kommentator für die BBC oder Eurosport nebenbei Geld.

Laut Laidlaw war sein Einkommen im Vergleich zu den Schulden jedoch so gering, dass sie ihn nicht retten konnten. Der Deutsche verdiente in seiner Karriere rund 25 Millionen Dollar an Preisgeldern und die gleiche Summe an Sponsorenverträgen. Zum Zeitpunkt der Insolvenz schuldete er mehr als 50 Millionen Pfund, was etwa 1,5 Milliarden Kronen entspricht.

Becker wartet nun bis zum 29. April auf die Strafe. Die Höchststrafe beträgt sieben Jahre Gefängnis.

Richterin Deborah Taylor versucht nun, sich von der Mutter der 80-jährigen Ex-Tennisspielerin beeinflussen zu lassen. „Ich hoffe, mein Sohn kommt nicht ins Gefängnis, er ist insgesamt ein gutes Kind“, sagte Elvira Becker dem Daily Mirror.

Astor Kraus

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