Ende der Sackgasse. Amy Gutmann wird US-Botschafterin in Deutschland | Deutschland – aktuelle deutsche Politik. DW Nachrichten auf Polnisch | DW

Der Posten des US-Botschafters in Deutschland ist seit dem Abgang des von US-Präsident Donald Trump im Juni 2020 ernannten Richard Grenell vakant. Nun hat der Senat von Washington grünes Licht für die Nominierung von Amy Gutmann durch Präsident Joe Biden gegeben.

Biden wählte im Juli vergangenen Jahres einen bekannten Politologen, der die Elite-Universität von Pennsylvania in Philadelphia leitet, zum künftigen Botschafter. Doch statt schnell nach Berlin zu ziehen, kam es zu einem Patt.

Streit um Nord Stream 2

Die republikanische Opposition im Senat blockierte Gutmanns Zustimmung monatelang. Hauptgrund ist der Streit um die Gaspipeline Nord Stream 2, die russisches Gas nach Deutschland liefern soll. Zugegeben, Biden ist ein Gegner der Gaspipeline, die wegen der Krise in der Ukraine wieder im Rampenlicht steht. Allerdings will er, wie er behauptet, die Beziehungen zu seinem Verbündeten Deutschland nicht durch die Verhängung von Sanktionen belasten, die unter der Trump-Administration ins Wanken geraten seien.

Amy Gutmann, 72, wird als erste Frau US-Botschafterin in Deutschland. Die offizielle Akkreditierung erfolgt durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Deutsch-jüdische Wurzeln

Für Gutmann war die Reise nach Deutschland einerseits eine Rückkehr zu seinen Wurzeln. Sein jüdischer Vater, ursprünglich aus Feuchtwangen in Bayern, floh 1934 mit seiner Familie aus Nazideutschland nach Indien. Dann zog sie in die Vereinigten Staaten, wo Amy Gutmann im November 1949 in New York geboren wurde.

Gutmann studierte in Harvard und der London School of Economics und verfolgte später eine akademische Laufbahn. Drei Jahrzehnte lang lehrte er an der Eliteuniversität Princeton, bevor er 2004 Präsident der University of Pennsylvania wurde, die neben Harvard und Princeton zu den renommiertesten Universitäten im Nordosten der USA gehört.

In seiner Forschungsarbeit setzt sich Professor Gutmann mit Demokratietheorie, Identitätspolitik, politischer Ethik, Bildung und Gesundheitswesen auseinander. 2009 ernannte ihn US-Präsident Barack Obama zum Vorsitzenden des Bioethik-Ausschusses. 2018 ernannte ihn das Magazin Fortune zu einem der „World’s 50 Greatest Mentoring Personalities“.

(AFP, DPA, RTR / Homepage)

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Eckehard Beitel

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