Die Tschechische Republik hat die meisten Verzögerungen beim Schulbesuch in Europa. Fast ein Fünftel der Kinder ist bis zum letztjährigen Stichtag iROZHLAS nicht erschienen

Knapp zwanzig Prozent der tschechischen Studienanfänger sind im vergangenen Jahr mit Verspätung – also im Alter von sieben Jahren – in die Grundschule eingetreten. Das zeigen Daten der tschechischen Schulinspektion, die demnach die höchste Zahl in ganz Europa ist. In der Slowakei beispielsweise kam es im vergangenen Jahr bei 7 Prozent der Schüler zu Schulverspätungen, in Deutschland bei zweieinhalb Prozent. Laut Untersuchung wirkte sich die hohe Verspätungsrate negativ auf die Klassenzusammensetzung sowie den Unterricht selbst aus.




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Laut der tschechischen Schulinspektion sollte die Zahl der Verspätungen erheblich reduziert werden (Fotoillustration) Foto: Michaela Danelová | Quelle: iROZHLAS.cz

Nach Angaben des tschechischen Statistikamts machten suspendierte Schüler im vergangenen Schuljahr etwa ein Viertel der Neuankömmlinge in der ersten Klasse aus. Etwa 26.000 Kinder waren daran beteiligt, etwa zwei Drittel davon waren Jungen. Prokrastination sollte nur eine außergewöhnliche Maßnahme sein, von der Experten zufolge etwa zwei Prozent der Kinder betroffen sein könnten.

Über den Aufschub des Eintritts in die erste Klasse entscheidet die pädagogisch-psychologische Beratungsstelle. Die Ergebnisse der Schulaufsicht zeigen, dass etwa vier Fünftel der Beratungsstellen eine Empfehlung zum Aufschub des Schuleintritts wegen der allgemeinen Unreife des Kindes aussprechen. Logopädiemängel traten in der Hälfte der Fälle auf, in denen die Beratungsstelle einen Aufschub empfahl. Ein weiterer Grund sind Konzentrationsschwierigkeiten oder Schwierigkeiten beim Schreiben oder Zeichnen. Etwa zwei Fünftel der Beratungsstellen geben diesen Grund an.


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Bei einem Fünftel der Fälle handelt es sich um soziale Unreife oder schlechte Arbeitsgewohnheiten. Sechs Prozent der Kinder verzögern sich aufgrund einer Aufmerksamkeitsdefizitstörung namens ADHS. Und es gibt auch Gründe wie Behinderung oder Unreife aufgrund des soziokulturellen Hintergrunds.

Geplante Änderungen

Die im Vergleich zu anderen Ländern hohe Verspätungsrate dürfte darauf zurückzuführen sein, dass die Beratungsstellen keinem einheitlichen System folgen. Hinzu kommt eine Verzögerung, die nicht von den Eltern des Kindes erzwungen werden muss. Die Gründe für die Verspätung beziehen sich oft nicht auf die geringe Reife des Kindes, sondern beispielsweise auf die Schulform oder die Herangehensweise des Lehrers.

„Natürlich müssen wir unterscheiden zwischen Aufschub, für den es wirkliche und sachliche Gründe gibt, und wann es dem Kind tatsächlich besser geht, wenn es im Hinblick auf seine Gesamtreife noch im Kindergarten ist. Und dann noch ein Grund, warum ein Kind zuerst eintreten kann.“ Klasse ohne Probleme, wegen seiner Reife, aber die Eltern wollten, dass er seine Kindheit verlängert „, erklärte der stellvertretende Inspektor der Zentralschule Ondřej Andrys.

Darüber hinaus hilft laut Andrys die Vielfalt der Fähigkeiten der Kinder im Klassenzimmer dem gesamten Unterricht und der Einstellung des Lehrers. Daher betonte die Aufsichtsbehörde, dass das Bewertungssystem in den Beratungsstellen vereinheitlicht werden müsse.


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Das Bildungsministerium versucht, auf die hohe Zahl an Verzögerungen zu reagieren. Das Ministerium hatte zuvor auf die Übertragung der Einschreibung in die erste Klasse von Januar bis April gedrängt, um Verzögerungen zu verringern. Aber das hilft nicht viel. Nun bereitet das Ministerium die Vereinheitlichung des Verfahrens zur Feststellung der Reife von Kindern in der gesamten Region vor.

Das Bildungsministerium bereitet auch andere Änderungen vor, die den Eintritt von Kindern in die Schulen erleichtern sollen. „Zum Beispiel die systematische Reduzierung der Anforderungen an Schülerinnen und Schüler im ersten Jahr, die Unterstützung bei der Feststellung der Schulreife durch Beratungskräfte direkt in den Kindergärten, was derzeit wirklich nur von einem Teil der Beratungsstelle durchgeführt wird“, so ein Ministerium Sprecher. Aneta Lednova.

Auch die Unterrichtsform muss sich ändern – zum Beispiel sollen Lehrer laut Ministerium verstärkt auf sogenannten Projektunterricht setzen.

Veronika Irová

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