Die deutsche Inflation könnte auf 10 Prozent steigen, sagt Bundesbankchef und warnt vor einer möglichen Rezession

Die jährliche Inflationsrate in Deutschland könnte im Herbst auf zehn Prozent steigen. Das sagte Bundesbankchef Joachim Nagel in einem Interview mit der Rheinischen Post. Er weist darauf hin, dass Deutschland zuletzt vor mehr als 70 Jahren eine zweistellige Inflation erlebt habe. Er warnte auch davor, dass die deutsche Wirtschaft bei einer Verschärfung der Energiekrise im Winter in eine Rezession geraten könnte.

„Das Ende des Neun-Euro-Rabatts auf Benzin und Tickets könnte die Inflationsrate um mehr als ein Prozent erhöhen“, sagte Nagel. „Insgesamt sind in den Herbstmonaten zehn Prozent Inflation möglich“, fügte er hinzu. In Deutschland gibt es von Juni bis Ende August jetzt eine niedrigere Kraftstoffsteuer und eine gesamtdeutsche Monatskarte für den Regional- und Stadtverkehr für neun Euro (ca. 220 CZK).

Auch die Inflation im nächsten Jahr wird laut Nagel zu hoch ausfallen. „Die Wahrscheinlichkeit wächst, dass die Inflation höher ausfallen wird als bisher angenommen und im nächsten Jahr im Durchschnitt bei etwa sechs Prozent liegen wird“, sagte der Notenbankchef. Bisher wird die durchschnittliche Inflation für das nächste Jahr auf 4,5 Prozent geschätzt.

Nagel forderte auch die Europäische Zentralbank (EZB) auf, weiter zu klettern Interesse. EZB letzten Monat als Reaktion auf starkes Wachstum Inflation erstmals seit 2011 die Zinsen angehoben Bewertung, und deutlicher als er angekündigt hatte. Basic Interesse stieg auf 0,50 Prozent von einem Rekordtief von null Prozent, das seit 2016 gehalten wird. Die nächste Sitzung der EZB findet am 8. September statt.

„Angesichts der hohen Inflation sollten weitere Zinserhöhungen folgen“, sagte Nagel, der auch Mitglied im EZB-Rat ist. Er lehnte es jedoch ab, näher darauf einzugehen, wie bedeutsam die Zinserhöhung im September in der Eurozone sein würde. „Die letzten Monate haben gezeigt, dass wir Sitzung für Sitzung Entscheidungen zur Geldpolitik treffen müssen“, sagte er. „Ich bin zuversichtlich, dass der EZB-Rat die notwendigen Maßnahmen ergreifen wird“, fügte er hinzu.

Im Juli verlangsamte sich die jährliche Wachstumsrate der Verbraucherpreise in Deutschland von 7,6 Prozent im Juni auf 7,5 Prozent. Damit sank die Inflation den zweiten Monat in Folge. Das Wirtschaftswachstum in Deutschland ist im zweiten Quartal ins Stocken geraten, nachdem das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal um 0,8 Prozent gestiegen war. Deutschland ist die größte Volkswirtschaft in Europa und der größte Handelspartner der Tschechischen Republik.

„Sollte sich die Energiekrise verschärfen, ist im Winter mit einer Rezession zu rechnen“, sagte Nagel. „Die deutsche Wirtschaft hat sich im ersten Halbjahr unter schwierigen Bedingungen noch recht gut behauptet“, sagte er.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat im vergangenen Monat die Aussichten für die deutsche Wirtschaft gesenkt. Er prognostizierte, dass das deutsche BIP in diesem Jahr um 1,2 Prozent steigen werde, verglichen mit einem Wachstum von 2 Prozent in der Mai-Prognose. Im vergangenen Jahr wuchs die Wirtschaft laut dem Fonds um 2,9 Prozent.

Foto: Bundesbank

Reinhilde Otto

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