DFB-Pokal – Ein Pokal mit eigenen Gesetzen

Der Erfolg des DFB-Pokals liegt gerade im Modus der Zwietracht: Ohne endlose Runden ist jedes Spiel ein Finale. Oft gewinnen die Kleinen nicht nur, sondern verhindern auch, dass etablierte Klubs ganz oben auf dem Treppchen stehen.“ Einer der meistverwendeten Jargons in der Welt des deutschen Fußballs ist genau der Titel dieser Kolumne. Diesen Jargon kennt jeder Fan jedes Vereins. Der DFB-Pokal hat eigene Regeln, die sich an den Turnierregeln orientieren. 64 Vereine nehmen am Pokal teil, aufgeteilt in zwei Töpfe, die durch Auslosung der Gegner in der ersten Halbzeit bestimmt werden. In Topf 1 befinden sich 18 Klubs aus der Bundesliga und die besten 14 Klubs der letzten Tabelle der 2. Bundesliga. In Topf 2 sind 24 Klubs aus den Regionalligen vertreten, die schlechtesten vier aus der 2. Bundesliga und die ersten vier aus der Liga 3. Topf 2 Mannschaften haben immer eine Heimreihenfolge. Für die zweite Auslosungsrunde gelten die gleichen Kriterien. In Topf 1 sind die Profiklubs aus Bundesliga 1 und 2. Im zweiten Topf sind die restlichen 16, die wieder in Führung liegen. Ab der Auslosung für das Achtelfinale spielen alle Teams in einem Topf. Auch in diesem Fall ist bei einem Aufeinandertreffen von Mannschaften der 1. und 2. Bundesliga mit einer Mannschaft aus einer niedrigeren Spielklasse die Heimmannschaft immer der Verein aus der niedrigeren Spielklasse. Das Reglement sieht auch vor, dass die Einstufung für die nächste Pokalphase in einem Spiel, also ohne Replay, erfolgt. Jedes Spiel ist endgültig! Bei einer Regulierungszeitreihe treten weitere 30 Minuten auf; Bleibt es beim Gleichstand, wird die Entscheidung mit der Höchststrafe getroffen. Der Erfolg des DFB-Pokals, der in diesem Jahr seine 80. Auflage feiert, liegt in seiner Art der Auseinandersetzung. Es gibt keine Endlosschleife für einen Verein, um Meister zu werden. Der Verlierer des Spiels scheidet aus dem Wettbewerb aus und der Gewinner kann weiter von großen Träumen träumen. Jedes Spiel ist ein Endspiel, was das Spiel dynamischer und dramatischer macht, und eine kurzzeitige schlechte Form der als Favoriten geltenden „großen“ Mannschaft kann über das Ausscheiden der „kleinen“ Mannschaft entscheiden. Das Schöne an diesem deutschen Pokal ist, dass sich die Geschichte von David gegen Goliath jedes Mal wiederholen kann. Wer freut sich nicht über den Sieg eines kleinen und bescheidenen Vereins mit einem fast laienhaften Kader über starke Unternehmen wie zum Beispiel Bayer Leverkusen oder Borussia Dortmund? Es gab kaum eine Saison in der Geschichte dieses Cups, in der starke nationale und internationale Klubs nicht in der ersten Runde des Turniers von irrelevanten Teams im Elite-Fußball ausgeschieden sind. Sie müssen nicht einmal tief in den Archiven nachsehen, um die obige These zu beweisen. Wer erinnert sich nicht an den wilden kleinen Holsteiner Kiel, der in der Rückrunde der Saison 2020/2021 Besuch vom Star des FC Bayern München bekam? Kiel hielt an den Flügeln fest, holte in der regulären Spielzeit ein Unentschieden gegen die Bayern und das Spiel ging in die Verlängerung. Fortgeschrittenes 2×2. Bei der Entscheidung durch den Elfmeter trafen die Bayern das Schlimmste. Es erlitt eine 3×4-Niederlage, während die Spieler von Holstein Kiel ihre Fans umarmten. Im darauffolgenden Jahr, 2022, hieß es in der zweiten Pokalrunde erneut, sich auf die Bayern vorzubereiten, die in High Heels als klarer Favorit gegen Borussia M’Gladbach auf den Platz gingen. Lese fehler. Fohlen setzten einen inakzeptablen 5:0-Sieg der Bayern um, die in der zweiten Runde des Wettbewerbs zum zweiten Mal in Folge mühsam ausschieden. Auch Borussia Dortmund hatte in diesem Jahr Pech. Im Achtelfinale besuchte er St. Charismatisches Petersburg. Pauli, ermutigt von seinen leidenschaftlichen Anhängern, unterlag Haaland et al. mit 1:2. Bei Deutschlands traditionsreichstem Fußballturnier scheiterten zwei der als Deutschlands größten Klubs angepriesenen Klubs früh und ebneten Leipzig und Freiburg den Weg zum Titel. Und damit ab und zu mal das Kleine das Große übertrumpft, wird es an diesem Wochenende zur Saisoneröffnung 2022/2023 nicht anders sein. In der ersten Halbzeit verabschiedeten sich die drei Bundesligisten von ihren Pokal-Ambitionen. Hertha Berlin verlor in der Woche des 130. Jubiläums ihrer Geschichte (!) gegen Eintracht Braunschweig im Elfmeterschießen (5:6). Köln, das in der Conference League antreten wird, unterlag ebenfalls Jahn Regensburg im Elfmeterschießen (3×4). Schlimmer noch, die Rolle von Bayer Leverkusen wird für die Teilnahme an der Champions League bestätigt. Sie konnte den Drittligisten Elversberg nicht schlagen, verlor mit 3:4 und leckte die Wunden dieser Niederlage bis heute. Es scheint, dass der Pokal wirklich seine eigenen Gesetze hat. Einer davon ist, dass die Kleinen manchmal nicht nur gewinnen, sondern auch die Großen daran hindern, ganz oben auf dem Treppchen zu stehen. ___________ Gerd Wenzel begann 1991 mit dem Sportjournalismus bei TV Cultura in São Paulo, als die Bundesliga zum ersten Mal in Brasilien ausgestrahlt wurde. Er war von 2002 bis 2020 beim Sender ESPN als deutscher Fußballspezialist tätig, als er für OneFootball Berlin Bundesliga-Spiele kommentierte. Wöchentlich donnerstags produziert er den Podcast „Bundesliga no Ar“. Am Dienstag erschien die Halbzeit-Kolumne. Der Text gibt die Meinung des Autors wieder, nicht unbedingt die der DW. Autor: Gerd Wenzel

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Anke Krämer

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