Deutscher Autobauer wischt Russen und Russenängste ab

Die Stimmung in der deutschen Autoindustrie hat sich im Mai deutlich verbessert. Die Autohersteller profitieren weiterhin von hohen Verkaufspreisen und erwarten keine weiteren nennenswerten Schwierigkeiten im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine. Das geht aus einer Umfrage des Münchener Ifo-Instituts hervor.

Der Erwartungsindex der deutschen Autoindustrie stieg von minus 20,5 Punkten im April auf plus 38 Punkte. Auch der Index zur Bewertung der aktuellen Lage stieg von 11,9 auf 17,5 Punkte.

„Die Autohersteller können weiterhin hohe Verkaufspreise ansetzen und aufgrund der Situation in der Ukraine nur mit geringen Einschränkungen rechnen“, sagte Oliver Falck, Leiter des ifo Zentrums für Industrieökonomie.

Auch die Auftragslage lobte der Autobauer weiter. „Obwohl der Mangel an Halbfertigprodukten anhält, wollen sie die Produktion steigern“, sagte Falck.

Die Automobilindustrie ist die wichtigste Branche in Deutschland. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete es nach Angaben der Regierung mehr als 411 Milliarden Euro (zehn Billionen CZK) und beschäftigte fast 786.000 Menschen.

Auch viele tschechische Unternehmen sind auf deutsche Autohersteller angewiesen, und etwa ein Drittel der tschechischen Exporte gehen nach Deutschland. Unter der Marke Made in Germany sind tschechische Produkte auf der ganzen Welt verbreitet.

Und selbst in diesem Fall meldet Deutschland gute Nachrichten, sein Exportmotor läuft weit über den Erwartungen. Während Analysten erwartet hatten, dass die deutschen Exporte im April gegenüber März um maximal 1,5 Prozent wachsen würden, übertraf das Wachstum von 4,4 Prozent ihre Prognosen deutlich. Laut deutschen Statistiken stiegen die Exporte im Jahresvergleich um 12,9 Prozent und erreichten 126,4 Milliarden Euro (ca. 3,1 Billionen CZK).

Statistiken zeigen auch, dass der deutsch-russische Handel rapide zurückgeht. Im April fiel er im Monatsvergleich um zehn Prozent auf rund 800 Millionen Euro, nachdem er im März um 60 Prozent gefallen war. Der Rückgang der Exporte war auf Sanktionen zurückzuführen, die westliche Länder gegen Russland wegen seiner Invasion in der Ukraine verhängt hatten. Die Importe aus Russland nach Deutschland gingen im April im Monatsvergleich um mehr als 16 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro zurück.

Dagegen stiegen die Gesamtimporte nach Deutschland um 3,1 Prozent auf 122,8 Milliarden Euro. Im Jahresvergleich stiegen die Importe um 28,1 Prozent, teilte das Statistikamt mit.

Reinhilde Otto

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