Deutsche Soldaten kehren als Teil der Eufor-Althea-Truppen nach Bosnien zurück

Knapp zehn Jahre nach dem Abzug aus Bosnien wird die Bundeswehr vor dem Hintergrund der russisch-westlichen Spannungen ein neues Kontingent zur Verstärkung ihrer europäischen militärischen Sicherheitsmission in das Balkanland entsenden.

Die Bundesregierung hat am Mittwoch, 15. Juni, die Entsendung von maximal 50 Soldaten bis zum 30. Juni 2023 in die europäische Truppe Eufor-Althea, die Berlin 2012 verlassen hatte, angekündigt. Dieser Beschluss muss noch von den Bundestagsabgeordneten abgesegnet werden. „Angesichts der innenpolitischen Spannungen in Bosnien und Herzegowina ist das verstärkte Engagement Deutschlands ein klares Bekenntnis zu nachhaltiger Stabilisierungdes Landes, sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit.

Die europäischen Streitkräfte in Bosnien (Eufor Althea) lösten 2004 die NATO-Friedensmission (SFOR) ab, die die Umsetzung des Friedens von Dayton 1995 sicherstellen sollte.Die Truppe hat etwa 600 Mann und wurde im März verstärkt 500 Soldaten, was zu Kritik seitens Russlands führte, das solche Manöver im ehemaligen Jugoslawien, wo für Oktober Wahlen angesetzt sind, heruntergespielt hat. Der Konflikt in der Ukraine hat auch dazu geführt, dass die Angst vor neuen Spannungen auf dem Balkan geschürt wird, da sich die Gefahr von Separatisten durch bosnisch-serbische Führer vervielfacht. Bosnien und Serbien reihen sich in die Reihen der Länder ein, die den Einmarsch Russlands in die Ukraine bei den Vereinten Nationen angeprangert haben, sich aber nicht den westlichen Sanktionen gegen Moskau angeschlossen haben.

Seit dem Ende des interkommunalen Krieges, der zwischen 1992 und 1995 100.000 Menschen das Leben kostete, ist Bosnien in zwei Einheiten geteilt, die RS und die muslimisch-kroatische Föderation, vereint durch eine schwache Zentralregierung. Unter der Ermutigung ihres politischen Führers Milorad Dodik leiteten die RS im Dezember den Prozess des Rückzugs aus den drei wichtigsten Institutionen des Staates – der Armee, dem Justizsystem und den Steuerbehörden – ein, was Ängste vor einem Staatszusammenbruch oder sogar neuen Konflikten schürte.

Senta Esser

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