Deutsche Regulierungsbehörde: Nord Stream 2 erhält bereits im Juli die Betriebserlaubnis

Aktualisieren: 16.12.2021 16:38
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Düsseldorf – Die umstrittene Pipeline Nord Stream 2, die auf dem Grund der Ostsee Erdgas von Russland nach Deutschland liefern soll, wird erst im Juli nächsten Jahres genehmigt. Dies geht aus der heutigen Stellungnahme des Leiters des deutschen Büros hervor, das für Zulassungsverfahren zuständig ist. Die Nord Stream 2-Pipeline ist fertig und das russische Außenministerium hat letzte Woche die Hoffnung geäußert, dass sie im Frühjahr die Betriebserlaubnis erhalten wird.

„Diese Entscheidung wird nicht im ersten Halbjahr 2022 fallen“, sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, heute. Bereits im November gab die Agentur bekannt, dass sie das ursprünglich bis 8. Januar laufende Genehmigungsverfahren für die Gaspipeline Nord Stream 2 vorübergehend ausgesetzt habe. Dazu muss der Betreiber zunächst seine Geschäftsstruktur nach deutschem Recht anpassen.

Nord Stream 2 ist von den USA und mehreren europäischen Ländern kritisiert worden. Moskau will die Pipeline als geopolitische Waffe einsetzen, um die Abhängigkeit der EU von Russland zu erhöhen. Zudem führt die Pipelinetrasse durch die Ukraine, wodurch voraussichtlich Transitkosten für russisches Gas verloren gehen.

In Europa sind die Gaspreise in diesem Jahr stark gestiegen. In diesem Zusammenhang wurde Moskau vorgeworfen, Deutschland und die Europäische Union durch Einschränkung der Gaslieferungen zu zwingen, dem Betrieb der Gaspipeline Nord Stream 2 zuzustimmen. Russland weist die Vorwürfe jedoch zurück.

Nord Stream 2 wird jährlich 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas nach Europa transportieren. Die zuvor gebaute Nord Stream-Unterseeleitung, die seit 2011 in Betrieb ist, hat die gleiche Kapazität. Gas aus dem Nord Stream 2-Projekt wird auch von der Tschechischen Republik verwendet, die über die neue Eugal-Gaspipeline angeschlossen wird.

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Adelmar Fabian

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