Der zweite Zweig des Storchennest-Falls. Fünf Zweifel, die die Polizei kennt

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Seit mehreren Jahren prüfen Polizisten des Prager Wirtschaftskriminalamts, ob Manager der Agrofert-Gruppe staatliche Steuern gesenkt haben, indem sie hohen Werbezahlungen im Storchennest-Komplex zugestimmt haben.

Das Erholungsgebiet, das nach eigenen Worten von Andrej Babi als direktem Eigentümer von Agrofert „geschaffen“ wurde, blieb dank dieses Geldes in den ersten Jahren wirtschaftlich tragfähig. Für die Jahre 2010 bis 2013 waren das mehr als 270 Millionen Kronen. Unternehmen von Agrofert rechnen den eingezahlten Betrag in Gebühren ein und zahlen dadurch weniger Steuern.

Die Polizei stellte jedoch schließlich die sogenannte Kranichnest-Werbebranche ein. Diese Entscheidung wird derzeit von der Staatsanwaltschaft geprüft.

Die Liste der Berichte verfolgt diesen Fall seit langem und hat in den letzten Jahren mehrere wichtige Erkenntnisse dazu veröffentlicht. Von ihnen war nur bekannt, dass die gesamte Finanztransaktion durch das Platzieren von Werbung auf dem Storchennest einem anderen Zweck dient als der Bekanntmachung der Produkte und Dienstleistungen von Agrofert.

Was ist der grundlegende Zweifel?

Das macht keinen Sinn

Die Hauptfrage ist, warum Chemie- und Agrarunternehmen, auch solche mit Sitz in Deutschland oder der Slowakei, für Werbung in neuen Gebieten des ländlichen Mittelböhmens bezahlen.

Die wirtschaftliche Rechtfertigung solcher Ausgaben wurde in der Vergangenheit von einigen Experten in Frage gestellt. Sie betonen auch, dass es die Werbegelder von Agrofert waren, die den größten Teil der Einnahmen des Hofes in den ersten Betriebsjahren generiert und ihn über Wasser gehalten haben.

In den ersten Betriebsjahren, aus denen die erprobten Werbeaufträge kamen, diente der Hof vor allem als Veranstaltungszentrum der Firma Agrofert. Ansonsten ist nicht bekannt, dass der Bereich dann von Vertretern bestehender oder potenzieller Geschäftspartner stärker besucht wird, worauf die Werbung logischerweise abzielen sollte.

Foto: Jan Mihaliček, Nachrichtenliste

Der Storchennest-Komplex gehört derzeit der Firma Imoba, die Babi über einen Treuhandfonds kontrolliert.

Werbung aus Sicht einer ausländischen Muttergesellschaft ist sehr irrational. Der ehemalige Finanzvorstand der SKW Stickstoffwerke Piesteritz Deutschland im Jahr 2019 Listenberichte sagen, dass eine solche Werbung für das Unternehmen unnötig ist, da das Unternehmen Düngemittel und andere Produkte hauptsächlich an langjährige deutsche Kunden liefert. „Einige der Werbebanner im Storchennest machen aus Sicht der SKW keinen Sinn“, sagte Rastislav Jansik, Geschäftsführer der größten Agrofert-Apotheke.

Vor fünf Jahren kam aus Deutschland eine Warnung wegen eines verdächtigen Vertrages zwischen Stork’s Nest und der damals in Sachsen ansässigen Agrofert Deutschland. Das Finanzamt Prag, bei dem die Beschwerde vom deutschen Finanzamt eingegangen war, ging jedoch nicht weiter.

Werbung in geschlossenen Gebäuden

Unternehmen der Agrofert-Gruppe schickten Geld für Werbung an das Storchennest, bevor das Erholungsgebiet offiziell eröffnet wurde. Zu dieser Zeit fanden auf dem Hof ​​keine größeren Besucherveranstaltungen statt und dafür ausgegebene Gelder waren nicht gerechtfertigt.

Nach umfangreichem Umbau und Neubau wurde der Hof im Juni 2010 für Besucher geöffnet. Zuvor erhielt er jedoch von der oben genannten deutschen Chemiefabrik, der Holdinggesellschaft Holdinggesellschaft Agrofert Holding, oder Prerova di, zweistellige Millionen Kronen für Werbung Přerov.

Und zum Beispiel im Dezember 2009, als die Bauarbeiten am apí hnízd noch in vollem Gange waren, verlangte der Hof von der Muttergesellschaft rund achteinhalb Millionen Kronen für Werbeleistungen.

Unternehmen werden bezahlt, dann kündigen sie

Mehrere Unternehmen der Holding, die für Werbung auf der apí hnízda bezahlten, wurden bald zu eigenständigen Marken. Im Wissen, dass dies ein vorgeplanter Schritt war, handelte das Unternehmen unwirtschaftlich.

Dies sind insbesondere die Unternehmen ZZN Havlíčkův Brod, ZENA – zemědělský nákup und ZZN Pomoraví, die laut öffentlich zugänglichen Dokumenten bereits im Juni 2010 Geld für Werbung überwiesen haben. Das Fusionsprojekt wurde wie gezeigt im März und April 2011 abgeschlossen in Kopien dieser Dokumente in der Dokumentensammlung.

Theoretisch lässt sich die Werbung für Startups damit erklären, dass mit ihrem Geld Informationskampagnen über Betriebsübergänge zu anderen Marken finanziert werden. Agrofert selbst stellte jedoch die Berechtigung und Wirkung der Anzeige in Frage. Er hat seine Geschäftspartner persönlich und schriftlich über die Verschmelzung informiert.

Finanzen von einer Person verwaltet

Eine Untersuchung des Subventionszweigs des Storchennest-Falls, in dem Babi des Betrugs beschuldigt wird, zeigt, dass der Hof im Berichtszeitraum personell und finanziell eng mit dem derzeitigen Leiter der ANO-Bewegung und deren Agrofert verbunden war und als solcher fungierte unabhängiges Kleinunternehmen, um die Anforderungen zu erfüllen, um europäisches Geld zu verdienen.

Hinsichtlich der Werbekosten ist es wichtig, dass der Geldfluss zwischen Agrofert und apí hnízd auf beiden Seiten von einer Person, Petra Procházková, abgewickelt wird. Er war viele Jahre Finanzdirektor bei Agrofert, damals aber auch für Stork’s Nest tätig. Gleichzeitig vertritt er auch das Schweineunternehmen Imoba, das Land für die Landwirtschaft verpachtet und es dann als Unternehmen aufnimmt.

Aus früheren Polizeibeschlüssen ging hervor, dass Rechnungen für Werbung erst nach Genehmigung durch Direktorin Procházková an Storchennest gezahlt wurden. Auch der frühere Generalstaatsanwalt Pavel Zeman hob seine Schlüsselrolle hervor, als er im Dezember 2019 den Storchennest-Fall für eine eingehendere Prüfung zurückgab.

Foto: Tomáš Pergler / OLAF-Abschlussbericht, Liste der Berichte

Zusammenfassung der ersten Rechnungen, die von Farma apí hnízdo bis Mai 2010 bezahlt wurden.

Was sagen die Bewertungen?

In den vergangenen Monaten lag einem polizeilichen Ermittler ein neues Gutachten zur Beantwortung der Frage vor, ob die von Agrofert gezahlten Werbebeträge nicht künstlich überhöht waren.

Es ging in erster Linie darum, ob der sogenannte ordentliche Preis bezahlt wurde. In diesem Fall muss es sich um den vereinbarten Marktpreis handeln, der mit anderen ähnlichen Verträgen in der gleichen Branche vergleichbar ist.

Zu dem Schluss, dass Werbepreise künstlich überhöht dargestellt werden, kommt man in Analysen aus den Vorjahren, wie dem Bericht 2017, der auch der Polizei vorliegt. Die Meinung konzentriert sich jedoch nur auf den Preis der Werbung.

Das Material ist Teil eines Strafverfahrens und daher nicht öffentlich zugänglich. Nach Informationen aus der Liste der Berichte aus engen Ermittlungsquellen stellte er jedoch das Preisniveau der Werbung im Storchennest in Frage.

Reinhilde Otto

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