Als Deutschlands Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck vor einigen Wochen mit dem Spiegel-Redakteur über die Energiekrise sprach, hatte er wohl nicht damit gerechnet, dass ein paar Sätze darüber, wie lange er geduscht hat, am interessantesten sein würden. ganzes Gespräch.
„Ich bin den Empfehlungen meines Ministeriums gefolgt. Ich habe meine Badezeit deutlich verkürzt“, antwortete der Minister auf die Frage, wie er in seinem Alltag auf die steigenden Energiepreise und die begrenzte Versorgung mit russischem Erdgas reagiere.
Später betonte er, dass er in seinem Leben noch nie länger als fünf Minuten geduscht habe. „Ich habe schnell geduscht“ betonte er Habeck, der die Grünen in der Bundesregierung vertritt.
Bei den Worten seines umsichtigen Umgangs mit der Körperpflege fielen dem Minister zunächst unbeschwerte Belustigungen und ironische Witze auf, auch von Kollegen anderer politischer Parteien.
Foto: Klaus Feurich, Shutterstock.com
Bundesminister Robert Habeck steht für eine schnelle Dusche bereit. (Aufgenommen im Sommer 2021 während des Wahlkampfs in Bielefeld.)
„Ich dusche, bis es fertig ist“, sagte v Umfrage sagte der Bild-Zeitung der stellvertretende Bundestagsvorsitzende Wolfgang Kubicki vom Lager der liberalen Koalition (FDP).
Der Chef der oppositionellen Christdemokraten (CDU) sagte, der Warmwasserbereiter in seinem Haus funktioniere nur mit Sonnenkollektoren, deshalb müsse er die Heizkosten nicht tragen.
Der Ministerpräsident der niedersächsischen Landesregierung, Stephan Weil von der Sozialdemokratie (SPD), versicherte seinerseits, er werde nicht lange zum Duschen brauchen. „Aber ich habe keine Stoppuhr dabei“, sagte er.
Einige Kommentatoren werfen Minister Habeck vor, mit der Angabe der Badedauer zu weit gegangen zu sein. Moderatorin Nina Schinková hat es zum Beispiel in ihre Debatte eingebaut Programm ein sehr kritisches Thema unter dem Motto: „Baden ist die neue Freiheit“.
Duschschaum vorm Mund: Seit einer Äußerung von Wirtschaftsminister Robert Habeck ist in Deutschland ein Streit über die Länge und Temperatur des Duschvorgangs entbrannt. Sehr gut. #SZPlus https://t.co/KmSAQ23d64
— Süddeutsche Zeitung (@SZ) 2. Juli 2022
„Weniger duschen, weniger fahren, weniger persönliche Freiheit, aber mehr Steuern zahlen. So funktioniert das Leben, das die Grünen für uns geschaffen haben“, schrieb Schinková auf Twitter. Die Zeitung „Die Welt“ nannte die Forderung nach kürzeren Duschen hingegen „einen gewagten Eingriff in die Privatsphäre der Bürger“. Andere Medien , jedoch mehr Unterstützung des Ministers.
Alles in allem kann man sagen, dass Habecks Worte ihren Zweck erfüllt haben. Neben dem Gemurre hat es auch dazu beigetragen, eine professionellere Diskussion darüber zu entfachen, wie man verantwortungsbewusster an das Warmwassermanagement herangehen kann. In einer Zeit, in der Regierungen, Medien und Verbraucherverbände über den Umgang mit den hohen Energiepreisen beraten, die Deutschland und Europa durch den Krieg in der Ukraine zu spüren bekommen, sind Habecks Empfehlungen auf fruchtbaren Boden gefallen.
Wenger #Bad, weniger Auto fahren, weniger individuelle Freiheit besitzen, aber mehr Steuern zahlen. So funktioniert das Leben, dass sich die Grünen für uns ersinnen.
— NENA SCHINK (@nenacasc) 26. Juni 2022
Laut öffentlich-rechtlichem Fernsehen ARD Fast zwei Drittel der Deutschen baden mindestens einmal am Tag, die durchschnittliche Badezeit variiert zwischen acht und elf Minuten. Etwa ein Fünftel der Wärme, die deutsche Haushalte verbrauchen, wird für die Warmwasserbereitung verwendet.
„Wenn ich kürzer dusche, verbrauche ich weniger Energie, zum Beispiel fünf Minuten statt sieben sind etwa 30 Prozent weniger Energieverbrauch“, argumentiert Energieschützer Reinhard Loch.
Seiner Meinung nach lässt sich viel sparen, wenn man die Duschtemperatur um ein paar Grad senkt. „Wir haben mit etwa 40 Grad Wassertemperatur geduscht. Dazu müssen wir zunächst kaltes Wasser von zehn Grad auf 40 Grad, also 30 Grad erhitzen. Wenn ich 37 Grad erhalte, also drei Grad weniger, spare ich etwa zehn Prozent der Energie für Warmwasser“, ergänzt der Experte.
Auch neue Technologien können helfen, den Warmwasserverbrauch zu senken. Ein Forschungsprojekt von drei Institutionen – RWI-Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, Universität Bonn und Forschungsunternehmen Center for Advanced Internet Studies – führte ein Experiment mit speziellen Duschköpfen durch, die je nach verbrauchter Wassermenge ihre Farbe ändern. Damit man leicht erkennen kann, wie viele Liter geflossen sind. Nach den Ergebnissen einer Feldbefragung ist diese Innovation für Verbraucher erfolgreich. Es stellt sich heraus, dass damit bis zu 29 Prozent Energie eingespart werden können.

„Analyst. Gamer. Freundlicher Entdecker. Unheilbarer Fernsehliebhaber. Twitter-Liebhaber. Social-Media-Wissenschaftler. Amateur-Web-Freak. Stolzer Zombie-Guru.“
