Die Amerikaner retten bereits FXstreet.cz

Nach einer relativ zurückhaltenden Sitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag tendierte das Währungspaar EUR/USD nach unten. So wurde ein Euro für gerade mal 1,08 US-Dollar verkauft, das ist der niedrigste Wechselkurs der letzten zwei Jahre und nahe dem lokalen Minimum von 1,06 in der akuten Phase der Pandemie, als das Kapital aus Angst vor einer Konjunktur stark in die USA floss abschalten.

Der US-Dollar ist jetzt auch für Devisenhändler attraktiv, insbesondere in Erwartung einer Zinserhöhung, die bis Ende des Jahres 2,50 % überschreiten sollte. Im Gegensatz dazu werden in der Eurozone oder Japan in diesem Jahr keine Zinserträge berücksichtigt.

Aktuelle Erwartungen zur Zinsfestsetzung in den USA nach der Währungssitzung der Fed im Dezember:

Wir werden sehen, wie sehr die US-Notenbank (Fed) auf die Bremse treten muss, um die Inflation einzudämmen. Der PCE-Kernindex der Wahl stieg um 5,4 % im Jahresvergleich und wird voraussichtlich weiter wachsen, da höhere Energie- und Materialpreise auf Konsumgüter und Dienstleistungen durchsickern.

Neben den Zinsen werden auch die Verbraucher zu niedrigeren Preisen am Jahresende beitragen. Die Kombination aus dem Wegfall der staatlichen Unterstützung für Haushalte, einem deutlichen Rückgang der amerikanischen Einkommen und einem starken Anstieg der Kraftstoffpreise führt dazu, dass die Ausgaben des US-Einzelhandels inflationsbereinigt über einen langen Zeitraum zurückgegangen sind (siehe Grafik).

Vergleich des jährlichen Wachstums der Einzelhandelsumsätze (blau) und der Verbraucherinflation (rot) in den USA:

Daher werden die Verbraucherausgaben in den kommenden Monaten nicht die treibende Kraft der Wirtschaft sein, und die Einzelhändler könnten ihre derzeit hohen Margen erreichen und das Preiswachstum aufgrund geringerer Ausgaben verzögern. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass sich das US-Wirtschaftswachstum und die Preise in der zweiten Jahreshälfte deutlich verlangsamen werden und die Fed keine scharfe Zinserhöhung einleiten muss. Die Erwartungen waren hoch und erlaubten eine 3-4 Erhöhung um 50 Basispunkte. Für den Eurodollar besteht daher ein größeres Risiko langsamerer Zinserhöhungen in den USA in Verbindung mit einer restriktiveren Eurozone. Kurzfristig sehe ich nicht viel Spielraum für eine weitere Dollarstärke.

Die Entwicklung des Währungspaares EUR/USD (Tageschart – D1):


Tomás Raputa
FXstreet.cz . Analytisches Team

Zdroje: MT4, CME, FRED

Reinhilde Otto

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