Deutsche Presse: Aufrufe, kubanische romantische Ideen aufzugeben | Die wichtigsten Nachrichten und Analysen in Lateinamerika | DW

Berliner Zeitung aus Berlin: „Kuba ist unsere Berliner Mauer“

Die verfrühte Ankunft von Junior García Aguilera, einem Kritiker der kubanischen Regierung, und seiner Frau Dayana Prieto in Madrid am 17. November hat in der spanischsprachigen Welt für Aufsehen gesorgt. Der 39-jährige Theater- und Filmregisseur, der zum berühmtesten Gesicht der neuen kubanischen Demokratiebewegung wurde, musste sein Land verlassen, um der Unterdrückung durch den kubanischen Staat zu entkommen.

Am 11. Juli 2021 gingen auf Kuba inmitten einer Krise tausende Menschen spontan auf die Straße. Mangel an Nahrungsmitteln und Medikamenten, Stromausfälle und lange Schlangen vor den Lebensmittelgeschäften haben die Gesundheit, den Geldbeutel und die Geduld vieler Kubaner gekostet. Hinzu kommen Währungsreform und Inflation.

Vier Monate später sitzen immer noch mehr als 600 politische Gefangene seit dem 11. Juli in Haft. Junior García, der über den Ausbruch der Proteste ebenso schockiert war wie alle anderen, klopfte am 11. Juli an die Tür von ICRT, dem staatlichen kubanischen Radiofernsehen, und forderte eine 15-minütige Sendung, um alle ohne Internet über die Proteste und die Motive der Demonstranten. Vergeblich. Kurz darauf nahmen „Sicherheitskräfte“ eine kleine Gruppe junger Männer fest, kippten sie wie Müll in einen Pickup und warfen sie ins Gefängnis.

Junior García verbrachte nur eine Nacht im Gefängnis, dafür aber Wochen unter Hausarrest. Später hat García die Plattform „Archipel“ mitentwickelt, deren Stärke in der Meinungsvielfalt liegt und die politische Pluralität in einem Einparteienstaat unterstützt. Bis Mitte November verband die Plattform 38.500 Mitglieder über soziale Netzwerke und wollte den Austausch und die Debatte unter Kubanern ermöglichen. Sie beantragten das in der Verfassung von 2019 verankerte Demonstrationsrecht und beantragten am 15. November eine offizielle Protesterlaubnis.

Die Tat ist verboten. Nachdem Archipelago angekündigt hatte, das Verbot anfechten zu wollen, eskalierten Angriffe und Schikanen gegen Gruppenmitglieder und Unterzeichner: Einige verloren ihre Arbeit, ihre Familien wurden verhört, bedroht oder inhaftiert.

Junior García wurde später zum „Volksfeind Nr. 1“ erklärt. Am 15. November können Kubaner nur außerhalb Kubas in etwa 150 Städten weltweit demonstrieren. Archipelago und Junior García haben das kubanische Regime gezwungen, sich zu entlarven. Mit der heterogenen Gruppe Kubas haben sie eine Kultur der demokratischen Debatte entwickelt, die auf gegenseitigem Respekt basiert. Allerdings braucht die demokratische Bewegung auch die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft.

Er, der sich politisch links sieht, ist in der internationalen Linken sehr hartnäckig, die bei Kuba wegschaut und sich weigert zuzugeben, dass eine Diktatur die Insel regiert. García sagt, er verstehe nicht, was die Linke heute noch verteidigen kann und warum das Land weiterhin Mitglied des UN-Menschenrechtsrats ist, obwohl es kein einziges Menschenrecht gibt, das Kuba nicht mit Füßen getreten hat.

García forderte Linke auf der ganzen Welt auf, ihre „romantischen und fast unreifen Vorstellungen von Kuba“ endgültig aufzugeben und schloss: „Kuba ist unsere Berliner Mauer, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie fällt.“

Süddeutsche Zeitung, München: Wie viel kann Xiomara Castro geben?

„Xiomara Castro hat versprochen, Honduras in eine neue Ära zu führen. ‚Ich bin fest davon überzeugt, dass mein demokratischer Sozialismus der Weg aus dem Abgrund ist, aus dem Neoliberalismus, Drogendiktatur und Korruption uns getrieben haben‘, sagte Castro vor der Wahl. . Honduras ist hoch verschuldet und sehr arm. Die konservative Elite regiert weiter, ebenso die katholische Kirche. Die politische Lage im Land ist zu kompliziert.“

(ist)

Adelmar Fabian

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