Im vergangenen Jahr riefen 56.000 Besitzer von Elektro- und Hybridautos die Notfall-Hotline des deutschen Autoclubs ADAC an, ein Jahr zuvor war es ziemlich genau die Hälfte. Reine Elektroautos waren in 19.200 Fällen problematisch.
Anfang 2022 erreichte die Zahl der Elektro- und Hybridautos auf deutschen Straßen eine Million Einheiten, sodass Autos mit Traktionsbatterie zunehmend in der Jahresstatistik des ADAC-Clubs auftauchen. Er behebt technische Probleme eines Autos, die aufgrund einer plötzlichen Panne ungeplant am Straßenrand liegen bleiben.
Die Ursachen für unerwartete Stopps sind laut Autoclub über die Jahre gleich geblieben: An erster Stelle, immer mit der Fernbedienung, steht die 12-Volt-Batterie. Ähnlich wie im Vorjahr geschah dies in insgesamt 43,2 Prozent der Fälle bei insgesamt 3,4 Millionen Abgängen.
Nicht umsonst liegt der Anteil der 12V-Batterieausfälle bei Hybrid- und Elektroautoausfällen bei genau 55,6 %. Sie liegt damit offenbar über dem Gesamtdurchschnitt, der alle Pkw unabhängig vom Antrieb umfasst.
Das lässt sich zum Beispiel damit erklären, dass ein Verbrennungsmotor wesentlich komplexer als ein Elektromotor und damit störanfälliger ist, was seine Statistik nachträglich „verwässert“. Der ADAC räumte jedoch ein, dass „einige EV-Modelle Empfindlichkeit zeigen, indem sie die 12-Volt-Batterie über eine Hochvoltbatterie nachladen“, ohne Details zu nennen.
Schließlich hatte auch der elektrische Škoda Citigo Probleme mit dem Aufladen der „Starter“-Batterie, deren Betrieb zweieinhalb Jahre lang von der Redaktion von Aktuálně.cz überwacht wurde. Es war der einzige Fehler, der das Auto während dieser Zeit versehentlich unbrauchbar machte.
Probleme bei der technischen Inspektion
Auch beim TÜV, der in Deutschland eine Technische Überwachungsstelle betreibt, werden Elektroautos als die am häufigsten defekten eingestuft. Batteriebetriebene Autos fehlen seit langem in der Rangliste aufgrund der geringen Anzahl zugelassener Autos, die die Kriterien für die Aufnahme eines bestimmten Modells in die Statistik nicht erfüllen.
Aber kürzlich hat ein deutsches Prüflabor seinen jährlichen „TÜV-Bericht“ in einem speziellen Anhang veröffentlicht, in dem vier beliebte Batterieautos bewertet werden: der BMW i3, der Nissan Leaf der zweiten Generation, der Renault Zoe und das Tesla Model 3.
Bis 2019 war Deutschlands meistverkauftes Elektroauto, der Renault Zoe, laut TÜV absoluter Durchschnitt, zumindest was die bei der technischen Abnahme festgestellten Mängel betrifft. Das Prüfzentrum wertet Daten aus 9,6 Millionen Inspektionen aus, während in der Kategorie der zwei- bis dreijährigen Autos der durchschnittliche erhebliche Mangel, der eine erneute Inspektion erforderlich machte, bei 5,3 Prozent lag. Zufälligerweise sind dies die genauen Zahlen, die von den 130 in dieser Kategorie verfolgten Renault Zoes gemeldet werden.
Interessant ist, dass elektrische Renaults oft die Querlenker und Pleuel „lassen“. Auch Bremsmängel traten überdurchschnittlich häufig auf, und wie TÜV-Geschäftsführer Joachim Bühler betonte, traten Bremsmängel bei allen getesteten Elektroautos häufiger auf. Ein Grund ist die Energierückgewinnung beim Verzögern, wodurch das Bremsen reduziert wird. Und bei einer sanften Fahrweise werden die Bremsen möglicherweise überhaupt nicht betätigt, was zu einer Fehlfunktion führen kann. „Elektroautofahrer sollten ab und zu kräftig bremsen, damit das nicht passiert“, rät Bühler.
Selbst Tesla schnitt bei STK nicht gut ab
Das zweite überwachte Elektroauto, der Nissan Leaf, liegt mit einer Behinderungsquote von 4,3 Prozent über der Durchschnittsklasse. Bei japanischen Autos gibt es oft Probleme mit dem Abblendlicht und den Bremsscheiben. Mit seinen Ergebnissen liegt der Leaf im oberen Drittel der zwei- bis dreijährigen Fahrzeuge.
Dagegen landete der BMW i3 mit einer Ausfallquote von 5,9 Prozent im unteren Drittel. Wie beim Leaf waren schwache Lichter und Bremsscheiben die Orte, die Techniker aus dem Testraum am häufigsten entdeckten.
Tesla schnitt von den vier am schlechtesten ab. In seinem Fall fielen 8,9 Prozent der Autos beim ersten Service-Check durch. Die Ergebnisse waren so schlecht, dass nur drei Autos schlechter waren: Dacia Logan, Dacia Dokker und Volkswagen Sharan.
Beim Tesla Model 3 lagen die meisten Probleme bei den Abblend- und Nebelscheinwerfern, den Bremsscheiben und der Achsaufhängung. „Elektroautos sind schwerer als vergleichbare Pkw-Modelle mit Verbrennungsmotor, was insbesondere die Achsaufhängung stärker beansprucht“, sagt Bühler.
Batterieautos sind laut TÜV-Fehlereinstufung nicht fehlerresistenter als Autos mit Verbrennungsmotor. Ihre Besitzer können sich zumindest damit trösten, dass sie nach den Erkenntnissen des Prüflabors Korrosionsprobleme vermieden haben.

„Analyst. Gamer. Freundlicher Entdecker. Unheilbarer Fernsehliebhaber. Twitter-Liebhaber. Social-Media-Wissenschaftler. Amateur-Web-Freak. Stolzer Zombie-Guru.“
