Ein wunderschönes Spiel mit ständig wechselnden Fronten endete mit dem gleichen Ergebnis wie bei der WM 2006, als Lahm und seine Teamkollegen Costa Rica Wanchope mit 4:2 besiegten. 2006 erreichte die Mannschaft jedoch das Halbfinale (und alle Italiener erinnern sich gut daran), während die aktuelle deutsche Mannschaft nur mit Klinsmanns Staffel verwandt ist.
Wettrennen. Die ersten Minuten waren eine wahre Belagerung Deutschlands und nach etwas mehr als neun Minuten legte Gnabry los: Der Bayern-Stürmer, allein gelassen, drehte seinen Kopf um den Rücken von PSG-Keeper Keylor Navas. Im Wissen, dass ein Tor möglicherweise nicht ausreicht, setzte Deutschland die Belagerung fort, obwohl die Spieler zu oft zu betroffen und nicht sehr konkret wirkten. Costa Rica schließt wie ein Stachelschwein und versucht neu anzufangen. In der 43. Minute sorgte Raum für ein richtiges Durcheinander und legte Fuller in einem Schritt auf Neuer ab: Der deutsche Keeper trug stark zum überzentralen Schuss des Costa-Ricaner-Stürmers bei und traf zur Ecke.
In der zweiten Hälfte außerhalb von Goretzka und innerhalb von Klostermann mit Kimmich, der wieder die Kontrolle hatte, aber das Al-Bayt-Stadion erstarrte, als sich die Nachricht von Japans Tor verbreitete. Zu diesem Zeitpunkt legte Flick mit Fullkrug Gewicht und Zentimeter zu, aber die Deutschen hatten eine echte psychologische Gegenreaktion. In der 58. Minute glichen die Rossoblu aus. Tejeda nutzte die Ferse des Deutschen und schlug den unvollkommenen Neuer. Deutschland reagierte mit „Mut“, aber hier war auch die Göttin der „Bandbreite“ im Spiel: Musiala spielte praktisch alleine und traf nach dem Schlag gegen Navas zweimal den gleichen Pfosten. In der 70. Minute passierte das, was man nicht erwartet hätte, und Costa Rica ging in Führung: Ein Abpraller im Strafraum begünstigte Vargas, der unwissentlich einen losen Ball berührte, genug, um den momentanen Vorteil von Mittelamerika zu besiegeln. Zu diesem Zeitpunkt erinnerten sich die Mannschaftsspieler an ihre Trikots und verließen Costa Rica überwältigt: Havertz traf zweimal und Fullkrug in der 90. Minute mit einem vergeblichen Schürhaken. In den zehn Minuten, die Mrs. Frappart (seine Regie war exzellent, nur ein Fehler eines seiner Assistenten) Deutschland kam mehrmals nahe an einen fünften Treffer heran, aber Navas hielt gut mit.
Deutschlands Abenteuer in Katar endet hier. Deutschland erreichte Belgien an einem Welttag, der als „Fall der Giganten“ in Erinnerung bleiben wird.

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